Heute bin ich auf eine auf den ersten Blick etwas ungewöhnliche Einsatzmöglichkeit für den Raspberry Pi gestoÃ?en. Will man verschiedene Webserver-Software und deren Skalierung im Belastungsfall testen, greift man für gewöhnlich auf Hardware zurück, die dem später eingesetzten Produktivsystem möglichst nahe kommt. Warum aber nicht mal den umgekehrten Weg gehen und eine eher schwache Hardwareausstattung als Ausgangspunkt nehmen? Der Hintergedanke: Eine Software, die mit einer limitierten Umgebung zurechtkommt wird vermutlich auf leistungsfähigeren Systemen überzeugen und deren Ressourcen besser nutzen.
Jeremy Morgan hat unter ebendiesen Voraussetzungen Apache, Nginx, Monkey HTTP und Lighttpd gegeneinander antreten lassen. Die Webserver mussten sich exakt den gleichen Aufgaben widmen und wurden mit dem HTTP-Benchmark-Tool Siege einigen Tests unterzogen. Wenig überraschend: Nginx war bei allen Tests vorne mit dabei. Auch interessant: „Monkey HTTP“ konnte in vielen Bereichen ganz gut mithalten und konnte bei einigen Tests sogar mit Abstand die besten Werte erzielen. Etwas verwunderlich, dass der Apache bei der Ã?bertragung von Bilddaten die Nase vorne hat. Um ein genaueres Urteil über die Skalierbarkeit der einzelnen Kandidaten abgeben zu können, wäre noch eine Gegenüberstellung mit den Werten eines „richtigen“ Webservers (Multi-Core, Raid, mehrere GB RAM…) interessant.
Wer so wie ich noch keinen so richtigen Plan hat, was er in seinem wohlverdienten Jahresurlaub so anstellen soll, der sollte sich vielleicht mal von folgendem Timelapse inspirieren lassen:
Anders als in den Jahren zuvor habe ich mich in diesem Jahr dem „Mahngang Täterspuren“ angeschlossen. Da dieser immer schon zur Mittagszeit startet, hatte ich bisher leider nie die Zeit dafür. Dabei ist die Idee, die hinter dem Projekt steckt, nicht uninteressant. An verschiedenen historisch relevanten Orten aus der NS-Zeit werden Vorträge gehalten. Immerhin rund 3.000 Teilnehmer konnte diese Aktion in diesem Jahr für sich gewinnen. Für mich als jemand, der nicht in Dresden geboren ist und noch nicht so lange in dieser Stadt wohnt, waren durchaus einige interessante Neuigkeiten dabei. Die wenigen angereisten Nazis haben den Tag vermutlich weitaus weniger interessant gefunden. Sie durften unverrichteter Dinge wieder abreisen.
Seit nunmehr genau…äh…nunja…ziemlich vielen Monden teile ich mir meine Unterkunft mit meiner Frau. Es mag für viele unglaublich klingen, aber bis heute befand sich kein einziges Bücherregal mit Namen „Billy“ in unserem Besitz. Heute haben auch wir den Kauf eines solchen Möbelstücks in unserer Vita hinzufügen können. Jedoch nicht dieses schnöde Standard-Modell – sondern eine Sonderedition. Gedacht war es eigentlich dafür, unserer ausufernden Büchersammlung neuen Raum zu geben. Aber irgendwie passt auch mein Foto-Equipment nebst meiner kleinen Sammlung alter Fotoapparate ganz gut rein.
Meine Frau hat meinen Einräumvorschlag direkt mit gleichzeitigem Stirnrunzeln, Kopfwippen und einem langgezogenem Hääääääähhhhh? quittiert. Ich habe mir mal erlaubt, diese Zeichen als Zustimmung zu deuten.
PS: Wer den Fehler findet darf mir eine Dose schwarzen Lack spendieren! 😉
Zwischen den (noch) nicht vorhandenen Zeilen kann man zumindest eine gewisse Genervtheit ob des Jahr für Jahr mit den gleichen Diskussionen wiederkehrenden Themas erkennen. Den ersten Schritt – wer hätte das gedacht – hat Jane von „art und wIEse.“ gemacht. In ihrem Beitrag mit dem Titel „Törö-Tärä â?? bald is mal wieder 13. Februääâ?¦“ stellt sie ihren Standpunkt dar. Auch wenn ich ihre Argumente in einigen Punkten nicht teilen kann, und ihre (mit Blick auf die letzten Jahre) bisweilen störrisch anmutende Art zu diskutieren nicht besonders mag, kann ich ihre Sichtweise zumindest ansatzweise verstehen. Dennoch sehe ich einiges anders und kann mit ihrem in meinen Augen etwas naivem Demokratieverständnis nicht viel anfangen.
Ich bekomme Bauchschmerzen, wenn ich Leute mit einer derart menschenverachtenden Grundeinstellung unter dem Deckmantel der Trauer vor meinem Fenster vorbeimarschieren lassen soll. Ich möchte mich ihnen entgegenstellen und ihnen mitteilen, dass ich deren Gesinnung nicht gutheiÃ?e. Werde ich damit etwas an dem Grundproblem von rechtem Gedankengut ändern können? Vermutlich mit Sicherheit nicht. Unkraut wird es immer geben, da braucht man sich nichts vorzumachen.
Viele sind der Ansicht, dass man den ganzen Rummel einfach ignorieren sollte. Dass man den Leuten mit einer Gegendemo nur die Möglichkeit gibt (kurzzeitig) in den Mittelpunkt der Berichterstattung gerückt zu werden. Der Ansicht bin ich nicht. Eher das Gegenteil würde der Fall sein. Wie würden denn die Medienberichte aussehen, wenn sich niemand aus der Bevölkerung dafür interessiert, dass Nazis demonstrieren und ihr Gedankengut in aller Ã?ffentlichkeit von derselben unbeachtet kundtun? Was würde passieren, wenn solche Meinungen wie in diesem Beitrag aus einem der letzten Jahre…
…wieder salonfähig werden? Das hatten wir doch schon einmal. Es gab mal eine Zeit, da hieÃ? es auch, dass das nur Verrückte wären, die nur Krawall machen und irgendwann schon von alleine wieder verschwinden würden. Das ist schon einmal schief gegangen. Ich gebe zu: Mir fehlt die Nüchternheit, solchen Leuten einfach ihr per Grundgesetz demokratisch verbrieftes Recht zu demonstrieren einzuräumen. Ich verstehe nicht, warum ich dies für eine dermaÃ?en demokratiefeindliche Gruppierung machen sollte. Nicht falsch verstehen: Ich bin dagegen, derartige Demonstrationen gesetzlich zu verbieten. Das wäre meiner Ansicht nach eher kontraproduktiv, weil dies der Gesellschaft eine Möglichkeit nehmen würde, sich damit auseinanderzusetzen. Wer glaubt, Gesinnung verbieten zu können, ist naiv.
Natürlich kann man nicht ausschlieÃ?en, dass diverse Idioten diesen Tag wieder dafür missbrauchen, hirnlosen Gewaltaktionen Raum zu geben. Vermutlich werden einige Medien dann auch wieder (für sie) „perfekte“ Bilder von Chaos und Anarchie über den Ã?ther schicken. Vielleicht wird es auch wieder merkwürdige Berichte geben, die auf der einen Seite stolz hervorheben, dass man mit einer Menschenkette den rechten Demonstranten Paroli geboten hätte, während die sogenannten mutmaÃ?lichen „Blockierer“ gleichzeitig vor den Kadi gezerrt werden. Es ist ein Disput, der auf Seiten der Gegendemonstranten vermutlich erneut keinen Konsens über die Art und Weise, wie man mit diesem Tag umgehen soll, hervorbringt. Dies ist aber (wir leben ja bekanntermaÃ?en in einer Demokratie!) alles andere als ungewöhnlich. Und ja – theoretisch muss man den Ewiggestrigen in einer Demokratie auch die Möglichkeit bieten, sich entsprechend zu äuÃ?ern. Praktisch heiÃ?t das für mich aber noch lange nicht, dass es mir nicht erlaubt wäre, mich mit legalen Mitteln dagegen zu wehren bzw. zumindest den angereisten „Trauernden“ offen mein Unverständnis kundzutun.
Was ich eigentlich sagen möchte: Macht doch was ihr wollt und bleibt friedlich!
Wer sich von der Dresdner Blogger-Szene oder den bekannten Social-Media-Kanälen mit Infos versorgen lässt, wird in den letzten Tagen sicherlich irgendwann mal über die „Ballroom Studios“ gestolpert sein.
Kurzer Werbebeitrag in eigener Sache: Wem das ganze Social-Media-Gedöns zu anstrengend und zeitraubend ist, dem möchte ich den Yablar-Ticker ans Herz legen. Dort gibt es die neuesten Dresdner Infos (Wichtiges, Unwichtiges, Klatsch & Tratsch) in leicht verdaulicher Form und in kleine Häppchen vorfiletiert.
Zurück zum Thema. „Ballroom Studios“ ist ein ambitioniertes Projekt einer handvoll Dresdner Kreativköpfe. Aus einem alten Ballsaal (daher auch der Name) im Dresdner Hechtviertel soll ein Studio für Audio, Video und Fotoproduktionen entstehen. Steckt da vielleicht ein kleines Hollywood in den Kinderschuhen? Keine Ahnung. Die Entstehungsgeschichte (nachzulesen auf mittelstern.de) liest sich schonmal nach einer Story, die man sich später mal erzählt, wenn die Protagonisten der ersten Stunde über den roten Teppich schreiten. Mit dabei sind keine Unbekannten. Die Idee für das Projekt hatte Johannes Gerstengarbe. Bekannt geworden durch die „Lazy Boys„, bietet er heute seine Dienste für professionelle Musikproduktionen an. Dass ich ihn damals nicht in mein WLAN gelassen habe (es lag an der Entfernung!) hat seiner Karriere offenbar nicht geschadet. Dann ist (natürlich) auch Stephan Böhlig – „Haus & Hof“-Fotograf der Dresdner Neustadt – mit von der Partie. AuÃ?erdem hat MOKOST die Finger im Spiel. Und wen erblicke ich auf dem Foto des ersten Treffens der sogenannten „Kreativgruppe Ballroom“? Nathanael Wendt – zumindest mir bekannt aus Mittweidaer Studienzeiten. Er erlernte dort nach dem weltberühmten „Mittweidaer Modell“ (ich berichtete bereits über eine Erfolgsgeschichte dieser Schule) sein Handwerkszeug der Medientechnik und betreibt heute ein Tonstudio in Dresden. Dass er neben seiner Geocaching-Sucht noch Zeit für solche Hirngespinste findet, wundert mich ein wenig. 😉
Ich wünsche den Machern Erfolg und Durchhaltevermögen. Beides werden sie brauchen.
Update 14.02.2013: The Ballroom Studios // Episode 1:
Ich bin nicht unbedingt jemand, der nah am Wasser gebaut ist, wenn es um die filmische Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen geht. Das liegt jedoch nicht etwa daran, dass ich nur rudimentär-romantisch veranlagt wäre. Ganz im Gegenteil. Vielmehr bin ich der Meinung, dass „Liebe“ in vielerlei Hinsicht zu den eher anspruchsvolleren Themen gehört, deren Umsetzung mich (leider) viel zu oft langweilt.
Anders ist dies bei dem Kurzfilm „Paperman“ (Disney, Regie John Kahrs) , der im Deutschen leider den bescheuerten Titel „Im Flug erobert“ erhalten hat. Der Kurzfilm handelt von…ach…seht selbst:
Na? Habe ich zu viel versprochen? Nicht umsonst wurde dieser Kurzfilm in diesem Jahr für den Oscar nominiert – völlig zu Recht wie ich finde.
Heute gibt es mal ein kleines Schmankerl für die Ã?lteren unter uns. Mitmenschen ab Anfang 30 wird bei folgendem mit Bravour hervorgetragenen Musikstück vielleicht spontan die eine oder andere Erinnerung aus dem Gedächtnis graben. Unbedingt bis zum Ende anschauen. Mindestens jedoch die ersten Minuten.
Diejenigen, die nun das Gefühl haben diese Klänge irgendwo schonmal gehört zu haben, aber trotz angestrengtem Nachdenken nicht darauf kommen, wer diese Melodei ursprünglich kreiert hat, dem sei folgendes antike Video ans Herz gelegt.
Tatsächlich scheint das Multitalent von einem Musiker – Reyn Ouwehand nennt er sich – kein Unbekannter zu sein. Weitere herausragende Beispiele seiner Künste findet man über www.reyn.net.