…und das kam so:
Heute war so ein Tag, an dem man abends das dringende Bedürfnis verspürt, mal irgendwie den Kopf freibekommen zu müssen. Das Ziel war klar, der Weg dahin auch schnell gefunden. Bewaffnet mit Kamera, Stativ und aufmunitioniertem Fotorucksack wollte ich mal wieder den Kiez auf der Suche nach Motiven durchstreifen. Ein grobes Ziel hatte ich mir bereits in den letzten Tagen zurechtgelegt: das neu eröffnete Militärhistorische Museum sollte es werden. Vor Ort angekommen trat eine nette Frau vom Wachpersonal an mich heran und erkundigte sich nach meinem Vorhaben. Sie lieÃ? mich die Schranke passieren und erlaubte mir, mein Stativ auf dem Vorplatz aufzubauen. Verbunden mit dem künstlichen Licht der direkten Beleuchtung des Gebäudes, tauchte der Mond das Museum in ein herrliches Licht.
Während ich so am werkeln war, bemerkte ich gar nicht, dass ein Auto der Bundeswehr neben mir hielt. Ein Mann steigt aus und stellte sich mir als Pressesprecher der Bundeswehr vor. Mit strengem Blick fragte er mich, was ich da wohl täte. Nun muss man kein Experte sein, um angesichts von Stativ und Kamera von selber drauf zu kommen, was jemand mit derartigen Gerätschaften zu tun gedenkt.
WahrheitsgemäÃ? antworte ich mit einem leichten Schulterzucken: „Ich fotografiere“.
Obwohl ich fand, dass meine Antwort äuÃ?erst präzise war, schien er damit noch nicht zufrieden zu sein.
„Für privat?“…fragte er weiter. „Weil gewerbsmäÃ?ig kostet Geld. Und wenn sie das im Internet veröffentlichen…oder bei Facebook…“
Aha! Daher wehte der Wind. Kann man nicht mal ungestört ein Haus knipsen? Ist das Militärhistorische Museum (auch wenn es der Bundeswehr „gehört“) nicht auch irgendwie „Gemeingut“? Zumindest wurde es mit Hilfe meiner Steuergelder saniert, da sollte doch so ein simples Foto drin sein?! Ich war drauf und dran, ihm mal ordentlich die Meinung zu sagen – doch er trug eine schicke Uniform – das schüchtert ein. Und so behielt ich meine ursprüngliche Idee, das Foto als Blog-Header-Bild nutzen zu wollen aus Kostengründen für mich und antwortete: „Ja, nur für privat“.
„Weil Sie hier mit Stativ fotografieren, da dachte ich, das wäre für ein Gewerbe“…meinte er noch.
ZugegebenermaÃ?en eine Spur zu „oberlehrerhaft“ hob ich den Zeigefinger und wies mit einem leicht ironischen Unterton auf die der Freihandfotografie nicht sonderlich zuträglichen Lichtverhältnisse hin. Auch dieser Versuch, die Atmosphäre etwas aufzulockern, war nicht sonderlich erfolgreich. Er wies die etwas bedröppelt dreinschauende Dame vom Wachpersonal an, in Zukunft niemanden mehr mit Stativ aufs Gelände zu lassen, stieg in seinen Passat und rauschte davon.
Tja – und darum wird es das Ergebnis meines Ausflugs an dieser Stelle leider nicht zu sehen geben…
PS: Das ist schon das zweite Mal, dass man mich der gewerblichen Fotografie bezichtigt. Es schmeichelt mir ja schon ein wenig, dass man mich für einen „Professionellen“ hält – aber langsam nervts auch ein wenig!