Jan.
26
2014
Gestern wurde ich von meiner Frau aufgeregt ins Schlafzimmer beordert. Das Baby lag quer auf dem Bett, meine Frau kauerte darüber und grinste mich merkwürdig nichtsagend an. Während ich noch überlegte, was der Teufelsbraten jetzt schon wieder angestellt haben könnte, schrie sie mir aufgeregt „Ein Zahn!“ entgegen. Augenblicklich schossen mir, so wie es sich für einen anständigen Vater gehört, die Endorphine ins Blut. Im selben Augenblick sah ich mich selbst auf dem Bett über dem Kind hockend die Kauleisten inspizieren. Eine derartige, für AuÃ?enstehende extrem übertrieben anmutende Euphorie, über so etwas profanes, wie das Wachsen von Zähnen bei einem Baby, hatte ich immer angeprangert. Es ist doch nur ein Zahn! Nichts, was die Welt grundlegend verändern oder gar verbessern würde. Nun war ich diesem Phänomen angesichts eigener Betroffenheit selbst erlegen – verdammt!
Ã?berrascht von unserem Verhalten blieb der Kiefer natürlich trotz intensiver Bemühungen der gesamten Elternschaft fest verschlossen. Wo er sonst bei diversen BespaÃ?ungsmaÃ?nahmen den Mund immer, gleich der Kiefersperre eines Reptils, weit aufreiÃ?en konnte, hielt er sich nun vornehm zurück. Den ganzen Tag versuchte ich immer wieder mein Glück – vergebens. So musste ich mich auf die ständigen Beteuerungen meiner Frau verlassen, tatsächlich den ersten Zahn entdeckt zu haben. Erst am Abend war es dann so weit. Ich schaffte es, mit meinem Finger über den unteren Kiefer zu gleiten. Tatsächlich. Da war etwas, was sich wie ein Zahn anfühlte. Zugegeben – ich war schon etwas enttäuscht, weil ich einen ausgewachsenen Hauer erwartet hatte und nur etwas spürte, was keinen Millimeter maÃ?. Natürlich lieÃ? ich mir das vor dem Kleinen nicht anmerken und lobte ihn für diese herausragende! Leistung.
Jan.
22
2014
Wenn es nicht so verdammt traurig wäre, müsste man sich glatt vor Lachen in die Hosen machen. Seit fast 20 Jahren plant die Stadt Dresden die Sanierung einer StraÃ?e. Nicht weniger als 7 Varianten hat man mittlerweile vorgelegt. Stolze 2,4 Mio Euro haben die Planungskosten bisher verschlungen. PLANUNGSKOSTEN!!! Da wurde noch kein einziger holpriger Pflasterstein gegen dieses neumodische Zeug, was man Asphalt nennt, eingetauscht. Was besonders in Dresden auffällt: Immer öfter werden Bauprojekte überdimensioniert geplant. Das Argument: Man muss ja an die Zukunft denken – von wegen zunehmendem Verkehr und so. Und auÃ?erdem gäbe es Fördermittel nur, wenn eine Verbesserung gegenüber dem bisherigen Zustand entstehen würde. Ganz ehrlich – eine deutliche Verbesserung lässt sich mit einer simplen Sanierung im Bestand für alle! Beteiligten erreichen. Und um zu erkennen, dass die Schätzungen der Verkehrsentwicklung aus den 90-er Jahren heute schon überholt sind, brauche ich keinen Verkehrsexperten. Wo wir schonmal bei Experten sind: Ich wäre ja dafür, die Planung und Durchführung derartiger Bauprojekte mal testweise den Politikern aus der Hand zu nehmen. Dann würde das ganze vielleicht wieder etwas sachlicher ablaufen und weniger von parteipolitischen Spielchen dominiert werden. Für mich hat Verkehrsplanung etwas damit zu tun, die Belange aller Beteiligten zu berücksichtigen und nicht einzelne Gruppen über die MaÃ?en zu bevorzugen. Wobei…diesen Ansatz fände ich jetzt auch nicht so verkehrt 😉 :
Letztes Wochenende gab es eine Einwohnerversammlung zum Thema. Dabei wurde die Variante 7 mit einer schicken 3D-Animation vorgestellt. Grob geschätzt 350 Besucher lieÃ?en es sich nicht nehmen, das Projekt kritisch zu hinterfragen. Eine sehr schöne Zusammenfassung findet man auf teichelmauke.me. Auch Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) war vor Ort, hielt sich allerdings sehr zurück. Vor der Kamera von „Dresden Fernsehen“ lieÃ? er sich dann doch noch einige Worte entlocken.
Ich persönliche glaube ja nicht an eine schnelle Lösung. So lange der Anwohner bei solchen Entscheidungen wie der letzte Arsch behandelt wird, und Bürgerbeteiligung nichts weiter ist als ein Feigenblatt der Politik, wird es kostspielige Proteste geben. Den Politikern kann das freilich egal sein, denn irgendwann steht ein anderer am Ruder.
Jan.
12
2014
Wie in (nahezu) jedem Jahr haben wir uns auch in diesem Jahr die Teilnehmer zum Deutschen Karikaturenpreis 2013 angeschaut. Möglich ist dies wieder innerhalb einer Ausstellung im Haus der Presse. Diese kann noch bis 02. Februar täglich von 10 bis 19 Uhr besucht werden. Ist man kein Inhaber der „SZ-Card“ muss man stolze 4 Euro berappen. ErmäÃ?igt kostet der Eintritt die Hälfte.
Das diesjährige Thema lautete „Klickst Du noch richtig?“. Aufs Korn genommen wurde alles, was mit Internet im Allgemeinen und sozialen Netzwerken im Besonderen zu tun hat. Vielen Beiträgen kann man den Humor allerdings nur entlocken, wenn man über etwas Hintergrundwissen verfügt. Dennoch schön zu sehen, wie den älteren Semestern von der jüngeren Generation mit Rat und Tat zur Seite gestanden wird. Da erklärt dann schonmal der Filius seiner Oma, was genau ein Follower ist. Wissenstransfer 2.0!
Wer zu faul ist, sich in diesen Tagen in eine Ausstellung zu begeben, der kann die Beiträge auch online anschauen.
Jan.
03
2014
Davide ist wieder in der Stadt. Wie? Ihr kennt Davide nicht? Einfach mal heute, morgen, übermorgen oder überübermorgen ab 19 Uhr auf dem Dresdner Schlossplatz vorbeischauen. Irrer Typ.
Jan.
03
2014
Hach – was war das nur für eine stattliche Sau, die da gestern durch die einschlägigen sozialen Netzwerke getrieben wurde.
Kurzfassung: Der Postillion (vor kurzem zum „Blogger des Jahres 2013“ ausgezeichnet) ist ein Satiremagazin. Obwohl die Meldungen dort Dank ihrer Absurdität wenig glaubhaft erscheinen, fallen dann doch immer wieder mal Leser darauf herein. Das kann man dann in den Kommentaren verfolgen. Oft sind diese dann noch lustiger, als die eigentliche Satiremeldung. So weit – so bekannt – so unspektakulär. Was aber, wenn der Postillion eine ganz normale Meldung aus einem anderen „seriösen“ Nachrichtenmagazin kopiert? Dann – ja – dann kommt es zu einem tagfüllenden Verwirrspiel.
Langfassung: Pofalla absurd: Wie der Postillon das Netz doppelt trollte
Jan.
01
2014
2013 … was war das für ein ereignisreiches Jahr für meine Frau und mich. Von einer Sekunde auf die andere hat unser Leben eine völlig neue Richtung bekommen. Wie der Sprung ins kalte Wasser. Wobei – das ist nicht ganz richtig. Eher noch, wie wenn jemand einen völlig unvorbereitet und mit voller Wucht ins eisig-kalte Nass katapultiert. Mitsamt seinen Klamotten. Trotz aller hektisch eingeleiteter GegenmaÃ?nahmen wird man unweigerlich unter Wasser gezogen. Dann taucht man wieder auf und spürt, wie einen augenblicklich die Strömung mitreiÃ?t. Man ist sich bewusst, dass man in eine ganz bestimmte Richtung treiben wird, die man nicht ändern kann – nicht ändern will.
Allen, die uns in den letzten Monaten so grandios beim Vorankommen in unserem ganz persönlichen (mit)reiÃ?enden Strom unterstützt haben, sei gesagt: DANKE!
Allen, die sich jetzt ob des etwas wirren Beitrages wundern sei gesagt: Manchmal ist das Leben verdammt grausam – und manchmal wieder unbeschreiblich schön. Das muss vermutlich so sein – wegen dem Yin und Yang. 😉
Dieses schöne animierte Gif habe ich heute im Netz gefunden – es passt – irgendwie. Aber Vorsicht: Ich übernehme keinerlei Haftung für die bei längerem Draufstarren möglicherweise entstehenden Nebenwirkungen.

Dez.
23
2013
Der feuchte Traum von Microsoft, dem Otto-Normal-Nutzer alle paar Monate das Geld im Tausch gegen ein neues Produkt aus der Tasche zu ziehen, ist im Smartphone-Bereich längst zur Realität geworden. Dabei ist der Trick ziemlich simpel. Updates gibt es prinzipiell nur für neuere Geräte. Ein Jahr nach dem Kauf des gar nicht so billigen Smartphones zeigt einem der Hersteller die kalte Schulter. Leider gibt es auch bei mobilen Betriebssystemen in steter RegelmäÃ?igkeit Sicherheitslücken zu vermelden. Diese werden dann zwar mehr oder weniger zeitnah geschlossen – leider eben nicht für lieb gewonnene „Altgeräte“. Wer sich jedes Jahr ein neues Gerät kaufen kann – und will – hat vermutlich auch kein Problem damit. Alle anderen müssen wohl oder übel mit dem Makel leben. Oder auf alternative aber für den technisch nicht ganz so versierten Normalanwender nicht in jedem Fall praktikable Lösungen wie CyanogenMod zurückgreifen. Proteste auf Seiten der Konsumenten? Gibt es. Da es aber im Android-Bereich (bisher) alle groÃ?en Hersteller so machen, bleibt einem keine andere Wahl als sich irgendwie darauf einzulassen – oder komplett zu verzichten.
Nebenbei führt dieser Umstand zu einem interessanten Nebeneffekt. Der Gebrauchtmarkt für Smartphones mit guter Hardware-Ausstattung wächst und macht selbige Geräte für andere Bereiche interessant. Warum nicht derartige Hardware für die Realisierung diverser Server-Dienste nutzen? Hier ein kleiner DLNA-Server, dort ein Web- oder Datenbankserver. Auch (s)FTP oder WebDAV sind neben vielen weiteren Diensten möglich. Einen zusätzlichen, mit einer genügend groÃ?en Speicherkarte bestückten, Speicherkartenslot vorausgesetzt, könnte man so manchen heimischen Anwendungsfall abdecken.
Lange Rede, kurzer Sinn: Aktuell gibt es bis zum 27.12. die passende App mit dem Namen „Servers Ultimate Pro“ reduziert für schmale 1,99 im Google Play Store. Obendrein gibt es noch einige brauchbare Netzwerk-Monitoring Funktionalitäten dazu.
Gefunden auf stadt-bremerhaven.de.
Dez.
16
2013
Zum Dresdner Filmfest 2011 wurde ein Kurzfilm gezeigt, der mir bis heute in positiver Erinnerung geblieben ist. Leider konnte man den Streifen damals nicht im Netz finden, weswegen er in meinem damaligen Blogbeitrag leider nur eine schriftliche Erwähnung fand. Neulich kam mir während eines Gesprächs mit einem Kollegen zum Thema „blutrünstiges Kino“ der Film wieder in den Sinn – und – siehe da – mittlerweile hat es das Machwerk auch auf YouTube geschafft: