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Aug 18 2015

Tag #219: Abwasserschacht

Kategorie: Bautagebuch


Seit letzter Woche steht fest, dass wir unseren Wunsch-Umzugstermin nicht halten können. Schuld daran ist die Tiefbaufirma. Diese hat es, obwohl mehrfach zugesichert, nicht geschafft, den Abwasserschacht in der vergangenen Woche zu setzen. Ein anderer Auftrag hatte wohl etwas mehr Zeit in Anspruch genommen. War das Wetter in den letzten Wochen für derartige Arbeiten noch optimal gewesen, hatte ich Dank des Dauerregens der letzten Tage schon ein mulmiges Gefühl. Gestern rollte dann endlich der Bagger an. Tatsächlich kam auch bei 3,50 Tiefe das erste Wasser zum Vorschein. Ein eilig herbeigeholter Verbau sollte das Problem beheben. Bis zum Abend waren dann auch die ersten Ringe gesetzt. Heute wurde der Schacht dann komplettiert und der Absturz eingebaut. Unzufrieden bin ich mit der Höhe des Schachtes. Er liegt fast 20cm unter dem Geländeniveau. Außerdem ist er nicht ganz gerade. Hier muss ich die Tiefbaufirma nochmal kontaktieren, was sie sich dabei gedacht hat.

Und außerdem? Außerdem wurde das Wochenende genutzt, um mit einer bewährten Low-Budget-Variante (siehe Foto) einen Mauerdurchbruch in der Küche herzustellen und den Mauerkasten für die Dunstabzugshaube einzubauen. Auch mit dem Laminat ging es weiter voran, so dass jetzt auch der lästige weil etwas verwinkelte Flur mit einem Fußbodenbelag ausgestattet ist. Vom Laminat-Fachmann haben wir gelernt, dass vor allem die Auswahl der richtigen Laminat-Planken eine Wissenschaft für sich ist. Wo wiederholt sich was und wo sind die Treppenstufen? Das sind die Fragen, die geklärt werden müssen und Zeit kosten. „Bis hier hin alles wieder raus“ war der Satz, den wir hin und wieder zu hören bekamen. Letztendlich ist es sehr schick geworden – Dank der fachmännischen Hilfe.

Am Freitag kam die erste Möbel-Lieferung an. Dank unseres Schwagers ist der Kleiderschrank auch schon aufgebaut – zur Hälfte. Dank der Akribie unseres Schwagers wird es ein Meisterwerk werden, da bin ich mir sicher. Montag war der Fliesenleger da, um Restarbeiten durchzuführen. Allerdings kamen die Arbeiten schnell zum Stillstand, weil ein Paket Fliesen fehlte. Rotzfrech behauptete er, diese im Haus zurückgelassen zu haben. Jemand müsse sie mitgenommen oder „verlegt“ haben. Wir haben uns dann darauf geeinigt, dass niemand einfach so ein schweres Paket Fliesen wegträgt und er nochmal mit einem neuen Paket vorbeikommen muss.

Ende dieser Woche soll dann noch der Deckputz angebracht werden. Da wir den Abwasserschacht in Eigenleistung an das Haus anschließen und der Fachmann für diese Arbeiten in seinem wohlverdieten Jahresurlaub weilt, wird dies erst Ende August geschehen können. Im Grunde genommen ist uns der verspätete Einzug ganz recht – da müssen wir nicht hetzen.

Umgezogen wird jetzt Anfang September, da bin ich mir (mal wieder) sicher.

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Aug 12 2015

Tag #213: Nichts für schwache Nerven!

Kategorie: Bautagebuch


So ein Bauherrendasein kann auch gefährlich sein. Hier ein appes Gliedmaß, dort eine aufgeschlitzte Epidermis oder ein von Beulen übersäter Schädel. Derlei Möglichkeiten zur Selbstverstümmelung gibt es auf einer Baustelle reichlich. Heute hat es mich ordentlich erwischt. Zur Mittagszeit waren meine Frau und ich vor Ort, um mit Hilfe des professionellen Zugdrahtes des Elektrikers ein knappes dutzend Kabel durch diverse Leerrohre zu schieben. Während selbiger Aktion ist es zu folgender Verletzung gekommen:

Wie es dazu gekommen ist? Es darf spekuliert werden!

PS: Wenigstens haben wir alle Kabel dorthin schieben können, wo wir wollten.
PPS: Dem Unglücksra(a)ben geht es gut. Sieht schlimmer aus, als es tatsächlich war.

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Aug 09 2015

Tag #210: Treppe, Türen, fließend Wasser & Laminat

Kategorie: Bautagebuch


Und wieder neigt sich eine ereignisreiche Woche dem Ende zu. Am Mittwoch wurde an nur einem Tag die Treppe eingebaut. Bis zuletzt waren wir skeptisch, ob die doch recht konservative Wahl der Buche als Holzart zu unserem restlichen Konzept passen würde. Mit dem Ergebnis sind wir nun eigentlich sehr zufrieden. Am Donnerstag wurden dann die Türen eingebaut. Auch hier war die Arbeit binnen eines Tages erledigt. Klugerweise haben wir die Türbauer noch angewiesen, „untenrum“ noch einen guten Zentimeter Luft zu lassen, damit wir das Laminat noch unter die Zargen (ein Fachbegriff das der Türbauerei) schieben können. Ende der Woche war dann auch noch der Klempner vor Ort, um das Wasser anzuklemmen. Glücklicherweise hatte ich ich mir am Freitag einen Tag Urlaub gegönnt, um selbst noch ein paar Malerarbeiten durchzuführen. So konnte ich, als ich das Geräusch von in die Badewanne einfließendem Wasser vernahm, direkt eingreifen und den Klempner freundlich aber bestimmt darauf hinweisen, dass das Abwasser noch nicht an das Haus angeschlossen ist. Auf mein Nachfragen hin versicherte mir der Klempner, dass er die vollständige Funktionstüchtigkeit des Aborts noch nicht überprüft hätte. Nicht auszudenken, was für eine Scheiße wir nächste Woche beim Freilegen des Abwasser-Hausanschlusses erlebt hätten…

Außerdem gab es am Samstag wieder einen größeren Arbeitseinsatz zum Zwecke des Verlegens von Laminat. Neben einem Experten waren zwei halbwegs geübte Kräfte vor Ort. Ansonsten bestand der Hilfstrupp (eingeschlossen meiner Wenigkeit) aus Helfern, die noch nie in ihrem Leben Laminat verlegt hatten. Dennoch kamen wir richtig gut voran und wurden nur von zwei unvorhersehbaren Dingen daran gehindert, unser Werk an einem Tag zu vollenden. Zum Einen griff ich (JA! Der Bauherr höchstselbst!) zu den falschen Sockelleisten, was erst bemerkt wurde, als selbige ein komplettes Zimmer schmückten. Das geht natürlich (obwohl sich die Leisten verdammt ähnlich sehen) nicht und somit mussten die Leisten wieder ab, was uns einiges an Zeit gekostet hat. Zum Anderen reichte das Material leider nicht. Zwei unserer Zimmer sind etwas ungünstig geschnitten, so dass der Verschnitt doch etwas unterschätzt wurde. Außerdem gingen uns die Profilleisten aus. Letztendlich waren wir dann über den frühen Feierabend auch nicht ganz unglücklich. Immerhin haben wir einiges über das Verlegen von Laminat gelernt. Spannend war vor allem das Zähmen der Gehrungssäge, deren Möglichenkeiten wirklich erstaunlich sind.

In der kommenden Woche wird vermulich der Elektriker vor Ort sein und sein Werk vollenden. Für das Ende der Woche ist der Anschluss des Abwassers geplant. Am Wochenende gibt es noch viele kleinere Restarbeiten. Danach fehlen nur noch der Deckputz und die Küche. Für letzteres brauche ich noch dringend jemanden, der mir für die Dunstabzugshaube eine 155-er Kernbohrung in meine 36,5-er Yton-Außenmauer setzt (1). Der Küchenbauer will nicht. Die Hausbaufirma kann nicht. Und dem Klempner geht es nicht anders. Möglicherweise hat der Nachbar Zugriff auf ein entsprechendes Gerät…aber ob diese Mühlen schnell genug mahlen…

Wenn ich in den nächsten Tagen noch Zeit finde (was vermutlich nicht der Fall sein wird), werden noch ein paar Fotos vom aktuellen Stand nachgereicht.

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Aug 02 2015

Tag #203: Eigenleistungen – Wat mut dat mut!

Kategorie: Bautagebuch


Wieder sind zwei Wochen rum. Eigentlich könnte man jeden Tag einen Beitrag schreiben, so ereignisreich ist es derzeit auf der Baustelle. Leider fehlt mir die Zeit – somit gibt es nur ab und an einen kleinen Zwischenbericht.

Die Fliesenleger haben binnen acht Tagen ihr Werk vollendet. Ich muss zugeben, dass ich sehr skeptisch war, ob mir das Resultat der Arbeiten gefallen würde. Lange Zeit bin ich mit unserer „Hauptfliese“ nicht warm geworden. Ein Muster hatten wir uns mitgeben lassen. Dieses stand neben unserem Bett, so dass ich mich jeden Tag aufs Neue von meinen Zweifeln überzeugen konnte. Das ging sogar so weit, dass wir bei der späteren Auswahl des Laminats beide der Ansicht waren, dass das alles irgendwie nicht zusammenpassen würde. Ein Anruf beim Fliesenleger führte zu der Einsicht, dass es für eine Umentscheidung zu spät war. Heute bin ich allerdings froh darüber. An Ort und Stelle sieht das Ganze dann schon schick aus. Vor allem das Bad darf ich schon jetzt im noch nicht ganz fertigen Zustand als äußerst gelungen bezeichnen. Der Weg dahin war allerdings recht mühselig, da wir den einen oder anderen Sonderwunsch hatten. Das Problem bestand darin, den verschiedenen beteiligten Gewerken unsere Vorstellungen zu verklickern:

Der Fliesenleger plant eine Nische. Trockenbauer und Bauleiter sagen, dass das so nicht gehen würde, weil dann das Klo von der Wand fallen würde. Der Klempner meint, dass das alles kein Problem wäre, wenn der Trockenbauer sich nicht so anstellen würde. Der Elektriker bringt Strom an Ort und Stelle, um die Nische später zu beleuchten. Der Trockenbauer weiß davon nichts, wundert sich aber schon wegen dem aus der Wand ragenden Kabel. Selbstständig greift er nach dem Telefon und erkundigt sich – bevor er alles mit Rigips verbaut – beim Elektriker nach dem Warum. Und siehe da – ausnahmsweise greifen die Zahnräder wie gewünscht ineinander und wir haben unser Wunsch-Bad. Mit den Fotos warte ich mal noch, bis ich mich unter der Dusche räkeln kann. Noch fehlen die Anschlüsse für Wasser und Abwasser.

Außerdem war der Kaminbauer vor Ort, um bei knapp über 30 Grad Außentemperatur eine erste Probefeuerung durchzuführen. Zuerst ging gar nichts. Irgendwie wollte das Feuer nicht anfangen zu brennen. Er erzählte mir groß und breit, dass bei einer solch hohen Außentemperatur irgendeine Luftsäule im Kamin stehen würde und es darum zu einem verzögerten Brennvorgang kommen könnte. Einige Vorträge später stellte sich heraus, dass die Luftklappe des Kamins, welche sich durch einen versteckten Hebel bedienen lässt, noch geschlossen war. Haha. Nun muss der Gute (also der Kamin) nur noch verputzt werden.

Ansonsten sind wir jetzt voll in der Phase der Eigenleistungen. Das Malern nimmt doch deutlich mehr Zeit in Anspruch, als ich gedacht hatte. Erst nach dem ersten Anstrich der Betondecken stellte sich heraus, dass diese qualitativ doch den einen oder anderen Makel hatten. Lufteinschlüsse und nicht ganz sauber verspachtelte Fugen. Ich war der Ansicht, dass man diese Winzigkeiten problemlos mit ordentlich Farbe verschwinden lassen könnte. Pustekuchen. Wir haben uns dann doch dazu entschieden, zu Spachtel und Schwingschleifer zu greifen. Eine mühselige Arbeit die nun nach mehreren Tagen zu einem halbwegs brauchbaren Ergebnis geführt hat. Noch immer nicht glatt wie ein Babypopo – was aber nicht schlimm ist – glatt ist dann doch irgendwie langweilig und steril. Unsere Decke „lebt“ – so zumindest versuche ich mir das Resultat schönzureden. Achja – und die Sache mit der Wohnzimmerfarbe hat uns auch etwas Zeit gekostet. Irgendwie konnte sich keiner mehr so recht erinnern, warum wir uns für genau diese Farbe entschieden hatten. Sie passte irgendwie gar nicht in unser ursprüngliches Farbkonzept. Ich vermute, dass es sich dabei um eine typisch-partnerschaftliche Entscheidung in Form eines faulen Kompomisses handelte.

„Wenn wir jetzt diese Farbe hier nehmen, sind die Diskussionen beendet und wir haben beide unsere Ruhe…“

Das Ende der Geschichte: Farbe 1x gestrichen, dann einstimmig dagegen entschieden. Nochmal mit weiß drübba und die Farbe mit dem schönen Namen „weicher Sand“ abgerollt und für gut befunden. Kannste auch keinem erzählen.

Auch in der kommenden Woche werde ich fast immer nach Feierabend zu Gange sein (müssen). Dabei lasse ich mich Dank zweier Baustrahler auch nicht vom Sonnenuntergang vertreiben. Wobei ich gestehen muss, dass das Ganze doch ganz schön an den Kräften zerrt. Immerhin gibt es ein Licht am Ende des Tunnels. In drei Wochen ist der Umzug geplant…

 

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Jul 16 2015

SIMPLY THE WORST


Stammleser werden sich an mein annodazumal angepriesenes Machwerk mit dem Titel „SIMPLYclever“ erinnern. Feinstes cineastisches Machwerk Mittweidaer Filmschaffender. Wer diesen Streifen noch nicht gesehen hat, sollte ihn sich unbedingt mal anschauen. Nun gibt es Neuigkeiten von Günther und Hindrich:

ES IST ANGERICHTET!
Allen Unkenrufen zum Trotz. Ein wahrhaft bomfortiönses Ereignis bricht sich Bahn durch Tännicht und Schonung, von Oberschönwiesentalhausen bis in die finsteren Schlüchte von Hřensko. An diesem zweiten historischen 11. September dieses Jahres wird das neue Machwerk SIMPLY THE WORST von Günther&Hindrich geworfen. Seid in der Schauburg zu Dresden dabei wenn jenes Gebäude unter epischer Last zu bersten droht.

Premiere: 11.09.2015 || 20 Uhr || Schauburg Dresden
VVK Schauburg ab 20.07.2015 (solange der Vorrat reicht!)

Kling vielversprechend – ist es auch, wenn man sich den Trailer anschaut:

SIMPLY THE WORST – OFFICIAL TRAILER from maki VISUAL on Vimeo.

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Jul 16 2015

Tag #186: Urlaub

Kategorie: Bautagebuch


Wenn Bauherren und/oder -damen Urlaub machen, dann ist das meist mit Arbeit verbunden. So war es auch in unserem Fall. Die letzten Tage haben wir Baumärkte unsicher gemacht, Wände und Decken geglättet, Fugen mit Silikon zugeschmiert und Betondecken grundiert. Eigentlich wollten wir auch schon die ersten Wände streichen. Angesichts der Tatsache, dass die Wände doch noch etwas feucht waren, haben wir viele Arbeiten um eine Woche verschoben. Außerdem war es heiß im Haus – sehr heiß. Bei Spitzentemperaturen von 38°C und einer Luftfeuchtigkeit von 80%-95% wurden auch die kleinsten Anstrengungen zur Tortur. Schuld an den extremen Bedingungen war die Gastherme, die munter ihr Estrich-Trocknungsprogramm abspielte. Mit dem heutigen Tag ist dieser Vorgang beendet und Dank der akribischen Einhaltung der Lüftungsintervalle durch den Bauherren (also mich) zeigen nun auch die Wände keine feuchten Stellen mehr. Auch die Luftfeuchtigkeit ist auf maximal 80% gesunken und pegelt sich schon kurz nach dem Öffnen der Fenster bei unter 40% ein. Zahlen, die mich bei den zukünftigen Arbeiten zuversichtlich werden lassen.

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass wir keine Profi-Handwerker sind? Weder ich, noch meine Frau und schon gar nicht der knapp zweijährige Sohn. Das hat sich gleich bei unserer ersten Urlaubsaktion vortrefflich bestätigt. Im Vorfeld hatte ich mich im Netz nach einem geeigneten Werkzeug für das Abschleifen unserer Wände umgeschaut. Zwar sind die Wände recht gut verputzt – aber hier und da gibt es doch die eine oder andere Ungenauigkeit. Außerdem sitzen auf dem Putz kleine lose Steinchen, die man nach dem Malern immer noch sieht. Kurz: Ich wollte die Wände mit einem geeigneten Werkzeug schleifen. Achja – an dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass wir uns gegen das Tapezieren und für das direkte Streichen auf den Putz entschieden haben. Fachleute werden vermutlich mit dem Köpfchen schütteln. Wir finden es ganz schick – vor allem in Bezug auf das „Aufwand – Nutzen – Verhältnis“. Jedenfalls habe ich doch tatsächlich ein Werkzeug gefunden, welches auch im Baumarkt um die Ecke ausgeliehen werden konnte. Folgende Artikelbeschreibung überzeugte mich von der Richtigkeit meiner Entscheidung:

Der Wand- und Deckenschleifer mit einer maximalen Arbeitshöhe von 3 Metern verfügt über einen Anschluss für den Nass-/Trockensauger und eignet sich zum Glätten von Wänden und Decken. Ideal nach dem Füllen der Nähte von Gipsplatten und Putzdecken.

Die passenden Schleifgitter (eine Art Schleifpapier – nur in Gitterform) gab uns eine nette Dame, die wie sich später herausstellte keine Expertin auf diesem Gebiet war, gleich mit. Was wir nicht verbrauchen würden, könnten wir wieder zurückgeben. Nur den tatsächlichen Verbrauch müssten wir bezahlen. Gesagt – getan. Ich hätte stutzig werden müssen, als das erste Schleifgitter nach nur einer Wand in losen Fetzen vom Gerät hing. Achwas – dachte ich so bei mir – und griff zum nächsten Schleifgitter. Auch dieses und auch das nächste waren schon bald hinüber. Da ich das Gerät aus Kostengründen nur für vier Stunden gemietet hatte, schickte ich meine Frau, um Nachschub an Schleifgittern zu besorgen. Ich kümmerte mich weiterhin um das Schleifen unserer Wände und war – bis auf die Menge an verbrauchten Schleifgittern – mit der Qualität meiner Arbeit äußerst zufrieden. Plötzlich rief mich meine Frau an. Sie war noch immer im Baumarkt. Die Frau, die keine Expertin war, hatte aufgrund des geschilderten hohen Verbrauchs an Schleifgittern einen Fachmann zu Rate gezogen. Dieser – ein Baumarktfachangestellter höheren Alters – verlor nach Schilderung der Umstände seine Fassung. Er wies meine Frau mit Nachdruck darauf hin, dass jenes von uns ausgeliehene Gerät ausschließlich für das Schleifen von Rigipsplatten gedacht war. Die Art und Weise, wie wir das Gerät verwenden würden, würde selbiges schon nach kurzer Zeit zerstören. In diesem Moment tat mir meine Frau ein wenig leid. Selbstverständlich stellte ich die Arbeit umgehend ein. Vorher erfreute ich mich nochmal kurz an den hervorragend glatten Wänden. Das Gerät konnten wir in einwandfreiem Zustand zurückgeben.

Ab Montag geben sich die Gewerke wieder die Klinke in die Hand. Die Fliesenleger werden knapp zwei Wochen vor Ort sein. Danach folgen Treppe und Türen. Zwischendurch werden Klempner und Elektro-Installateur ihre bereits begonnenen Arbeiten komplettieren. Für uns gilt es, die Eigenleistungen taktisch klug zu terminieren, so dass wir so wenig wie möglich Aufwand haben. Vor den Türen, der Treppe und den Elektro-Arbeiten die Wände streichen – nach den Türen das Laminat verlegen. Nebenbei müssen wir noch irgendwie das Abwasser hinbekommen. Hier ziert sich die Dame von der Gemeinde noch etwas, bei der Freigabe unserer Pläne. Unkompliziert ging der Anschluss des Telefons vonstatten. Ein freundlicher Herr eines von der Telekom beauftragten Unternehmens bastelte die von uns netterweise schon verbuddelten Kabelenden zusammen. Außerdem setzte er noch die erste Dose nach dem Anschlusskasten, welche wir freundlicherweise an einer ganz anderen Stelle des Hauses geplant hatten. Ohne groß zu jammern zog er das Kabel mit professionellem Werkzeug durch unser dafür vorgesehenes Leerrohr. Nach weniger als einer Stunde war er wieder verschwunden. Nun müssen wir uns nur noch für einen Anbieter entscheiden. Obwohl sich die Telekom schon rührend um uns bemüht hat, wird es wahrscheinlich ein anderes Unternehmen werden.

Im Grunde liegen wir nun fast wieder im Plan. Ärgerlich nur, dass wir den Termin für die Lieferung der Küche etwas zu pessimistisch gelegt haben. Nun stellt sich für uns die Frage nach dem Termin für den Einzug: Schneller Einzug ohne Küche oder – da das Wochenende nach dem Einbau der Küche aus logistischen Gründen nicht funktioniert – sehr viel später.

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Jul 06 2015

Tag #176: Selber machen lassen

Kategorie: Bautagebuch

Hiermit möchte ich den offiziellen Sountrack zu unserem kleinen Hausbau-Projekt vorstellen: Deichkind mit „Selber Machen Lassen“…

Wieder sind 10 Tage vergangen und wieder hat sich viel getan. Vor einer Woche hatten wir den Bezirksschornsteinfeger zu Gast in unserem halbfertigen Heim. Nicht nur so einen popeligen Gesellen, sondern den Chef höchstpersönlich. Diesen Umstand ließ er uns auch spüren. Sichtlich genervt von der Tatsache, dass er nicht von vornherein bei der Planung von Schornstein und Feuerstelle mit einbezogen wurde, lief er kopfschüttelnd durch das Haus und zählte Dinge auf, die seiner Meinung nach nicht den Vorschriften entsprachen. Letztendlich viel heiße Luft um nichts – im wahrsten Sinne des Wortes. Seine Beanstandungen führten Gott sei Dank nicht dazu, dass wir Schornstein und Kamin wieder abreißen mussten. Da wir zu diesem Termin mit der kompletten Familie vor Ort waren, haben wir auch gleich die Gunst der Stunde genutzt und das erste Mal unser Mittagessen in unserem neuen Häuschen zubereitet. Nein – eine Küche gibt es aktuell noch nicht, aber man wird ja wohl mal improvisieren dürfen. Außerdem hat der Sohn die Beschaffenheit des Estrichs höchtpersönlich mittels spezieller Tests unter die Lupe genommen. Das Bobby-Car lag gut in den Kurven. Der Grip war Dank des leicht feuchten Geläufs optimal zum Driften geeignet. Es gab von seiner Seite aus keinerlei Beanstandungen. Der Papa darf sich jetzt um das Zuspachteln der Kollisionsschäden an den Wänden kümmern.

Letzten Donnerstag wurde die Gastherme geliefert und installiert. Der Klempner war etwas genervt. Man hatte zu dem hochmodernen Ofen ein älteres Handbuch mitgeliefert. Er schien es das erste Mal in seiner Karriere als Klempner mit einem Touchscreen zu tun zu haben und fluchte ständig, weil er von dem Gerät freundlich aber bestimmt um eine Passwort-Eingabe gebeten wurde. Ich versuchte, ihn mit ein paar lustigen Sprüchen aufzumuntern, was mir gehörig misslang. So trollte ich mich und schaute erst nach Feierabend zur turnusmäßigen Lüftung vorbei. Vor Ort begrüßte mich die hochmoderne Heizeinheit mit einer Fehlermeldung (siehe Foto). Ein Klick auf „Bestätigen“ und schon war die Meldung verschwunden. So muss das sein – keinerlei Hinweis auf die Art des Fehlers. Wie befohlen informierte ich natürlich sofort den Heizungstechniker welcher mich glücklicherweise beruhigen konnte. Die Solaranlage wäre noch nicht angeschlossen, weil diese beim Aufheizen des Estrichs eher hinderlich wäre und das Gerät würde diesen Umstand mit ebenjener Meldung quittieren. Klang irgendwie plausibel.

Außerdem habe ich jetzt ein Rätsel lösen können, welches mich seit Wochen unruhig schlafen ließ. Der Deckel unserer verbuddelten Zisterne passte irgendwie nicht. Er schien im Durchmesser knapp einen halben Zentimeter zu „dick“ zu sein. Bevor ich das Problem mit Gewalt lösen wollte, kam ich glücklicherweise auf die Idee, mich beim Hersteller zu erkundigen. Dieser meldete sich umgehend und tippte natürlich zuerst auf einen Anwenderfehler. Das zugeschickte Video, welches die korrekte Installation des Deckels zeigen sollte, ließ mich nur noch ratloser zurück. Was dort zu sehen war, stimmte hinten und vorne nicht. Meine Kollegen meinten schon scherzhaft – vielleicht wäre ja die falsche Zisterne geliefert worden und ich müsste sie jetzt wieder ausbuddeln und mittels DHL-Rücksendeschein wieder bei der Post abgeben. HAHA – sehr witzig. Nach einigem hin&her stellte sich heraus, dass ein Zwischenring, welcher eigentlich auf dem Loch der Zisterne hätte stecken sollen, fehlte. Dieser wird mir nun zeitnah zugeschickt – puh – Schwein gehabt.

Außerdem haben wir nun auch eine Hausnummer…;-)

 

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Jun 26 2015

Tag #166: Der Kamin

Kategorie: Bautagebuch

Als richtig dekadente bald Speckgürtel-bewohnende Vorstadt-Spießer braucht man natürlich auch Statussymbole. Bei uns hat es leider nur gerade so für eines gereicht – den Kamin. Lange haben wir hin&her gerechnet, Pros mit Kontras verglichen und miteinander abgewogen. Während meine Frau eher emotionale Argumente ins Feld führte, waren es für mich eher die praktischen. Wenn der Russe mal wieder am Gashahn drehen sollte, verspreche ich mir von dieser Investition ein Stück weit Unabhängigkeit. Sicher – diese Argumentation ist keine besonders starke und würde vermutlich schon angesichts der stetig steigenden Kaminholzpreise ratzfatz zur Strecke gebracht werden können. Aber es ist ein Argument! Punkt! Bei der Gelegenheit: Hat jemand ein paar dutzend Festmeter Brennholz für mich? 😉

Kamin

Kamin
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Der Kamin war binnen zwei Tagen eingebaut. Zu sehen ist eine Art „Rohbau“. Die Oberfläche entspricht noch nicht ganz dem Endprodukt. Obwohl der Estrich mit 5 Tagen noch recht frisch war, hatte mein Bauleiter keinerlei Bedenken. Auch der Fliesenleger war vor Ort und hat im Hauswirtschaftsraum ein paar Fliesen angeklebt. Darauf soll dann Mitte der nächsten Woche bereits die Gastherme ihren Platz finden. Diese wird benötigt, um den Estrich „aufzuheizen“. Aktuell müssen wir täglich 2x vor Ort sein, um zu lüften. Dass das auch nötig ist, zeigt mir der Feuchtigkeitsmesser, der mich tagtäglich mit beeindruckenden 90% Luftfeuchtigkeit begrüßt.

Außerdem haben wir endlich unsere Wohnung gekündigt. Nun werde ich von einem Maklerbüro belästigt. Dieses hätte gern ein paar Termine, an denen wir bereit sind, Horden von potentiellen Nachmietern in unsere Wohnung zu lassen. Auf meinen Hinweis, dass ich vielleicht auch einen Interessenten an der Hand hätte, und sie als Maklerin vielleicht gar nicht benötigt werden würde, meinte sie, dass der Vermieter gern zwischen mehreren Mietern entscheiden wollen würde und dass ja auch so Dinge wie das Gehalt ausschlaggebend wären. Da ist mir fast die Hutschnur geplatzt. Als ob das der Grund wäre. Abkassieren möchte sie! Und schwuppdiwupp hat die junge Kleinfamilie das Nachsehen vor dem neureichen Yuppie. Pfui!

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