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Nov 11 2016

Kindermund

Kategorie: Kinderkacke

Dem Sohn gestern Abend ein Buch vorgelesen, in dem es darum geht, nicht einfach mit Fremden mitzugehen. Das erste, was er heute nach dem Aufwachen macht: Er mahnt mit erhobenen Zeigefinger: „Nicht fremdgehen“. Da können selbst die Erzieherinnen im Kindergarten heute noch was lernen. 😉

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Nov 05 2016

Markus Ulbig…

Kategorie: Dies & Das

…seines Zeichens sĂ€chsischer Innenminister, hat eine Idee. Er möchte Burkas verbieten. Und zwar in allen Bereichen, in denen es erforderlich sei, Gesicht zu zeigen. Da kann man schonmal klatschen. Jetzt nicht unbedingt in die HĂ€nde – sondern eher mit der flachen Hand gegen die Stirn. Nicht nur, weil dieser Vorschlag ausgerechnet von jemandem kommt, der beim Thema „Gesicht zeigen“ noch jede Menge Nachholbedarf hat. Nein! Auch weil man grĂ¶ĂŸere Probleme haben dĂŒrfte, in Sachsen Burka-TrĂ€gerinnen aufzuspĂŒren. Dass das nicht nur mein subjektiver Eindruck ist, zeigt dieser Artikel sehr anschaulich: Ich habe versucht, Burka-TrĂ€gerinnen in Deutschland zu finden. Kurz: Unser Innenministerium arbeitet an einem Gesetz, fĂŒr das es gar keine Kundschaft zu geben scheint.

Herr Minister: Ich erlaube mir hiermit, Sie in aller Deutlichkeit darauf hinzuweisen, dass Ihre Forderung populistische Kackscheiße ist.

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Nov 03 2016

Piper [update]

Kategorie: Kurzfilme

FrĂŒher habe ich viel mehr gebloggt. Am liebsten zu den Themen Kurzfilme und Kinderkacke. Da dachte ich mir – warum nicht mal beide Themen miteinander verbinden? Der folgende Kurzfilm entstammt der Animations-Schmiede von Pixar und lĂ€uft aktuell im Kino als Vorfilm bei Findet Dori. Technisch ist er auf sehr hohem Niveau und zeigt, was aktuell in Sachen Realismus machbar ist. Allein das Wasser – Ă€ Draum! Rein zufĂ€llig erkenne ich in dem kurzen Streifen an einigen Stellen auch mich und meinen kleinen Sohnemann wieder.


Piper (Pixar) von BuzzVid

PS: Leider sind die Rechteinhaber gerade dabei, den Film auf den ĂŒblichen Plattformen zu löschen. Vermutlich wird der Film also nicht auf Dauer funktionieren. Das bedeutet: Schnell sein und/oder mal wieder ins Kino gehen!

Update 2016-11-04: Film wieder verfĂŒgbar.
Update 2016-11-05: Film wieder down, dafĂŒr aktuell noch ĂŒber folgende Links anschaubar: http://www.flabber.nl/artikel/piper-is-een-leuke-nieuwe-short-van-pixar-6-min-49807 sowie https://www.youtube.com/watch?v=ZL3tiYHheOE

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Sep 30 2016

TschĂŒss WhatsApp – Hallo Threema

Kategorie: Dies & Das

Warum?

WhatsApp ist ein Arschloch! Mich stört ja gar nicht so sehr, dass kostenlose Dienste wie WhatsApp mit meinen persönlichen Daten mehr oder weniger machen, was sie wollen. Davon muss man heutzutage eigentlich ausgehen. Irgendwie mĂŒssen die Leute ja auch ihre Brötchen verdienen. Zumal man ja selbst die Wahl hat und sich nach der Mitteilung, welche Rechte man der App ĂŒberlĂ€sst, auch noch gegen eine Installation entscheiden kann. Die ganz Harten können sich natĂŒrlich auch zusĂ€tzlich durch die AGBs wurschteln, und dann entscheiden, ob sie der App Ihre Seele zur VerfĂŒgung stellen. Nein – das ist es nicht, was mich an dem aktuellen WhatsApp-Gemehre stört. Viel mehr stört mich, wie WhatsApp mit den Daten meiner Kontakte umgeht. Da liest man doch tatsĂ€chlich folgenden Passus in den neuen AGBs:

Adressbuch. Du stellst uns regelmĂ€ĂŸig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern und deinen sonstigen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur VerfĂŒgung. Du bestĂ€tigst, dass du autorisiert bist, uns solche Telefonnummern zur VerfĂŒgung zu stellen, damit wir unsere Dienste anbieten können.

Ernsthaft? Nein. Meine Mutti hat mich nicht autorisiert, dass ich ihre Telefonnummer an euch weitergeben darf. Und nun? Soll ich mich zwischen dem Kontakt meiner Mutter und WhatsApp entscheiden? Soll ich mir von allen meinen Kontakten die Weitergabe autorisieren lassen? Und – wenn ich das nicht tue – können mich dann meine Kontakte verklagen, weil ich WhatsApp nutze?

Sorry – ich bin raus. Account löschen – App löschen – und nun?

Warum Threema als Alternative zu WhatsApp?

Es klingt paradox – aber ein Kriterium fĂŒr Threema war der fĂŒr eine solche App doch recht hohe Preis von fast drei Euro. Die ErklĂ€rung ist simpel: Lieber finanziere ich die Entwickler dieser App durch meine drei Euro, als durch meine Daten. Außerdem: Rechnet man den Preis in Bier um, dann erscheint er gar nicht mehr so hoch. Das sollte uns ein gewisses Maß an Selbstbestimmung Wert sein. Außerdem verschlĂŒsselt Threema noch und lĂ€sst einem die Wahl, ob die Kontakte mit dem Threema-Server synchronisiert werden sollen. Vom Funktionsumfang her kann diese App all das, was ein Messenger heutzutage können muss.

Wird sich durch meinen heldenhaften Umstieg etwas Àndern?

Nein – ganz sicher nicht. Der aktuellen Spezies des „digital natives“ sind solche NebensĂ€chlichkeiten wie Datenschutz herzlich wumpe. Hat man sich einmal an einen Messenger gewöhnt, fĂ€llt der Wechsel umso schwerer, je weniger der gesammelten Kontakte zu einem Wechsel bereit sind. Ist einer meiner Kontakte nicht bei Threema, dann kann ich mit ihm darĂŒber natĂŒrlich nicht kommunizieren. Andererseits gibt es ja mit Telefon, SMS, eMail oder per Post noch genĂŒgend „Old School“-Wege, um Kontakt aufzunehmen. Man braucht kein WhatsApp. Glaubt mir – und folgt mir – zu Threema! 😉

Threema-App fĂŒr Android
Threema-App fĂŒr iOS

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Aug 12 2016

Jetzt links in den Holzweg

Kategorie: Dies & Das

Seit Tagen Wochen Monaten fast einem Jahr habe ich mir vorgenommen, den Arbeitsweg mal wieder mit dem Fahrrad zurĂŒckzulegen. Im September letzten Jahres hatte sich die Strecke meines Arbeitsweges schlagartig von knapp 6km auf gut 20km verlĂ€ngert. Der Umzug in den Dresdner SpeckgĂŒrtel hatte dazu gefĂŒhrt, dass ich mich „aus GrĂŒnden“ dann doch tagtĂ€glich fĂŒr das Auto entschieden habe. Manchmal war das Wetter nicht gut genug, manchmal gab es Termine und manchmal hatte ich einfach keinen Bock. Letzteres behielt ich selbstverstĂ€ndlich fĂŒr mich. Um gegenĂŒber dem inneren Schweinehund noch etwas Druck aufzubauen, verkĂŒndete ich gestern meiner Frau, dass ich mal wieder mit dem Fahrrad auf Arbeit fahren wĂŒrde. NatĂŒrlich nur, wenn das Wetter passen wĂŒrde. UnverstĂ€ndlicherweise erntete ich leicht unglĂ€ubige Blicke. Immerhin wurde kein Versuch unternommen, mich von meinem Vorhaben abzubringen. Gegen 5:30 klingelte – wie fast jeden Morgen – der Wecker und noch auf dem Weg zur morgendlichen Sitzung prĂŒfte ich die Bilder des aktuellen Regenradars. Kein Regenwölkchen weit und breit. Der Plan musste also zwangslĂ€ufig in die Tat umgesetzt werden. Schnell noch ein KĂ€ffchen nebst zwei Scheiben Toast in die Futterluke geschoben, das Sport-T-Shirt angezogen, eine Obertrikotage zum Wechseln eingepackt, und schon konnte es losgehen. Bereits am Vorabend hatte ich mir via Google-Maps die Route berechnen lassen. Da dabei meiner subjektiven Meinung nach nicht die kĂŒrzeste Verbindung angezeigt wurde, wechselte ich von „mit dem Fahrrad“ auf „zu Fuß“, was die Wegstrecke von stolzen 21,6km auf gemĂŒtliche 18,5km schrumpfen ließ. Sicherlich wĂŒrde hier und da einen Wald-&Wiesenweg befahren werden mĂŒssen, aber das sollte ja irgendwie machbar sein. Dachte ich zumindest. Bereits nach wenigen Kilometern sĂ€uselte mir die „Google-Maps“-Stimme ins Ohr, dass ich die Straße verlassen und mich linker Hand in die BĂŒsche schlagen solle. Gerade noch rechtzeitig erkannte ich, dass sich tatsĂ€chlich ein Weg durch das GestrĂŒpp schlĂ€ngelte und so verließ ich die Asphaltstraße. Schnell merkte ich jedoch, dass mein schmalbereiftes Stadtrad fĂŒr steinig-sandigen Untergrund nicht geschaffen ist. Noch bevor ich meine Streckenwahl groß bereuen konnte, leitete mich die nette Stimme aus dem Ohr wieder auf die Straße. Ich hatte vielleicht 100 Meter eingespart und dafĂŒr Dank der Beschaffenheit des Untergrundes eine halbe Ewigkeit gebraucht. Na toll – AnfĂ€ngerfehler. Dennoch blieb ich meiner Linie treu – galt es doch, den kĂŒrzesten Weg zu finden. Dies musste ja – wie mir jetzt so langsam klar wurde – nicht zwangslĂ€ufig auch gleichzeitig der schnellste sein. Und so wunderte ich mich nicht, als ich bald wieder auf einen Feldweg einbog und ich, den Sonnenaufgang im RĂŒcken, ĂŒber die Wiesen und Felder holperte.

Ernsthaft ins Stocken kam meine Unternehmung erst, als sich mir an dieser Stelle ein Bauzaun in den Weg stellte. Mir schwante Böses. Sollte hier – anders als mir mal mein Kollege vor einiger Zeit versicherte – tatsĂ€chlich die UnterfĂŒhrung unter der A13 wegen diverser Baumaßnahmen noch immer gesperrt sein? Etwas ratlos schlich ich den Bauzaun entlang, in der Hoffnung, eine LĂŒcke zu finden. Als ich mich schon auf den Wurf des Fahrrads ĂŒber den Bauzaun gefolgt von einem sportlichen Hechtsprung vorbereiten wollte, sah ich, dass selbst eine Querung dieses unscheinbaren Hindernisses nichts bringen wĂŒrde. Die UnterfĂŒhrung war großflĂ€chig mit Holzplanken vernagelt – da war tatsĂ€chlich kein Weiterkommen. So blieben mir nur zwei Möglichkeiten: Auf gleichem Wege zurĂŒckholpern oder mich querfeldein ĂŒber die Felder entlang der Autobahn zur nĂ€chsten UnterfĂŒhrung durchschlagen. Da ich noch nie gern den gleichen Weg zurĂŒckgegangen bin, entschied ich mich fĂŒr letztere Variante und landete mit leicht durchnĂ€sstem Schuhwerk an dieser Stelle.

Nunja – immerhin – kein Bauzaun weit und breit und auch ein Licht am Ende des Tunnels aber dann doch irgendwie unerreichbar. So hatte ich mir meinen Weg zur Arbeit nun wirklich nicht vorgestellt. „Nich jammern“…pflege ich in so einem Fall meinem dreijĂ€hrigen Sohn zu sagen und nahm mir nun ausnahmsweise mal selbst diesen Spruch zu Herzen. Weiter ging es Richtung Norden. Immer schön an der Autobahn entlang mit dem Wissen, dass ich irgendwo diese Asphaltstraße kreuzen mĂŒsste, die ich irgendwann auf Geheiß meines Navis verlassen sollte. So geschah es dann auch und ich brauste in einer Geschwindigkeit dahin, die mir bis dato nicht gegönnt war. Gestoppt wurde ich erst, als mir die Dame in meinem Ohr im nĂ€chsten Ort riet, in den Holzweg einzubiegen. Wollte sie mich verarschen? War hier irgendwo eine versteckte Kamera? Mitnichten – den Holzweg gab es hier tatsĂ€chlich. Dennoch weigerte ich mich erstmals an diesem Tag, den Anweisungen Folge zu leisten und blieb auf der Asphaltstraße. Abgelenkt von den misstrauischen Blicken eines Laubenpiepers verlor ich dann doch wieder irgendwie den Faden und landete auf Wegen, die mich zu der Erkennis brachten, dass es doch an der Zeit wĂ€re, mir auch mal eines dieser gelĂ€ndegĂ€ngigen Mountainbikes zuzulegen. Gerade noch rechtzeitig fiel mir wĂ€hrend einer wilden Abfahrt durchs Unterholz der Dresdner „Jungen Heide“ eine kleine Erhebung mitten auf dem Waldweg auf. Jemand hatte sich wohl eine Schanze gebaut und ich rauschte nun mit voller Geschwindigkeit darauf zu. Zum Bremsen war es zu spĂ€t und so zirkelte ich meinen Drahtesel millimetergenau um das Hindernis. GlĂŒck gehabt. Und doch wurde ich dieses GefĂŒhl nicht los, dass das heute nicht mein Tag war. Nach knapp zwei Stunden war ich am Ziel. Geplant war die HĂ€lfte der Zeit.

Trotz meiner Irrfahrt erntete ich auf Arbeit viel Lob und Anerkennung von den Kollegen. Gleichzeitig wurde ich darauf hingewiesen, dass sich meine FĂ€higkeiten der Koordination verbessern wĂŒrden, je öfter ich die Strecke fahren wĂŒrde. Ich muss zugeben, dass ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht mal sicher war, ob ich mich fĂŒr den RĂŒckweg nochmal diesen Strapazen aussetzen wollen wĂŒrde. Ein Kollege riet mir, mal die App komoot anzuschauen. Diese wĂŒrde wohl gerade fĂŒr orientierungslose Radler wie mich automatisch die fĂŒr meine BedĂŒrfnisse besten Wege berechnen. Und  so freute ich mich dann doch ĂŒber das trockene Wetter und schwang mich fĂŒr den Heimweg erneut auf den Sattel. Die nun gewĂ€hlte Route war Dank der fiesen Anstiege doch etwas schweißtreibender als gedacht aber im Vergleich zur morgendlichen Tour Balsam fĂŒr die Radfahrerseele:

Das Höhen- und Geschwindigkeitsprofil der Strecke gibt es nach dem Klick auf diesen Link.

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Jun 03 2016

NEO MAGAZIN ROYALE – â€Ș#‎GreatestHitz‬

Da wollte ich mir heute mal wieder gepflegt NEO MAGAZIN ROYALE vom Freitag reinziehen und dann das. Die haben aus der letzten Folge vor der Sommerpause ein sogenanntes „Special“ gemacht. Musikalische BeitrĂ€ge der bisherigen Shows aufbereitet in einem kleinen Konzert. Man kann von dem kleinen dĂŒnnen blassen Egomanen halten was man will – aktuell kann ihm IMHO im deutschen TV keiner das Wasser reichen. Ach was palaver ich – schaut selbst:

www.neo-magazin-royale.de/zdi/artikel/135219/neo-magazin-royale-vom-02-06-2016.html

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Mai 25 2016

Das TomatenhÀuschen

Kategorie: Bautagebuch

Die Arbeiten an HĂ€uschen, Schuppen und Carport sind schon seit einiger Zeit abgeschlossen. Unter unserem Carportdach nistet ein Vogel. Vermutlich ein Hausrotschwanz. Wir mussten den Namen Googeln. Mein Onkel – gleichzeitig mein persönlicher Elektriker – hat sofort beim Anblick des Nestes auf den richtigen Namen getippt. Die bauen ihre Nester immer so liederlich, meinte er. Der Sohn möchte jetzt immer Zitat: „Vögeln gucken gehen“. Wenn er dieses Vokabular auch in der Krippe zur Anwendung bringt – nunja. In den nĂ€chsten Tagen sollten auch die Terrasse und das Pflaster fertig werden. Endlich Zeit sich ĂŒber „das Drumherum“ Gedanken zu machen. Nicht weniger als 1000mÂČ sind momentan grĂ¶ĂŸtenteils mit Dreck bedeckt. Zudem ragt auf der SĂŒdseite noch ein riesiger Haufen Aushub in die Höhe. Vereinzelt sprießt ein HĂ€lmchen Gras. Hier und da beginnt das Unkraut zu wuchern. Im Nordwesten haben wir ein kleines Beet angelegt. Rein zufĂ€llig hat es die Form eines PizzastĂŒcks. Meine Frau hat dort GemĂŒse- und Erdbeerpflanzen in den Boden gesteckt. ZunĂ€chst hatte sich dort Dank der Temperaturen wochenlang leider noch nicht so viel getan. Mittlerweile konnten wir das erste Radischen ernten und den ersten Salat essen. Außerdem hat sich ein Wurm die Wurzeln einiger Kopfsalat-Pflanzen einverleibt. Selbige haben es nicht ĂŒberlebt. So weit, so spektakulĂ€r, das Landleben.

Und sonst so?

Vor einige Wochen hat meine Frau Tomaten ausgesĂ€t. Dummerweise ist aus jedem Korn etwas geworden, so dass wir plötzlich ĂŒber 20 Pflanzen rumstehen hatten. Einen Teil haben wir verschenkt. Der Rest sollte nach draußen gepflanzt werden. Auch wir als „NeugĂ€rtner“ wissen, dass Tomatenpflanzen nicht im Regen stehen dĂŒrfen. Also musste ein Tomatenhaus her. Aber nicht irgendein wackeliges Baumarkt-Konstrukt. Nein – selbstgebaut, passend gemacht und jedem Wetter trotzend. Die Stelle war schnell gefunden, der Plan zĂŒgig ausgearbeitet: FlĂ€che abstecken, sandigen Boden entfernen, Mutterboden rankarren, BodenhĂŒlsen fĂŒr Pfeiler in den Boden rammen, ein paar Latten zu einem HĂ€uschen zusammenschrauben und alles mit Folie ĂŒberdecken. Schnell stellte sich heraus, dass das Erdreich eher weniger aus Erde, sondern vielmehr aus Felsen und Schotter bestand. Das fĂŒhrte natĂŒrlich dazu, dass sich die BodenhĂŒlsen vehement dagegen wehrten, in den Boden gerammt zu werden. Die erste passte perfekt, die zweite kam kurz vorm Ziel ins Stocken und war durch die heftigen SchlĂ€ge mit dem Vorschlaghammer auch nicht besonders gerade geblieben. Bei den anderen beiden tat sich so gut wie gar nichts. Irgendwo tief im Erdreich hatten sich Steine in den Weg gestellt. Jedesmal, wenn der Vorschlaghammer donnernd auf die BodenhĂŒlse niedersauste, spĂŒrte ich die Blicke der Nachbarn. Sicherlich standen sie schenkelklopfend hinter den Gardinen und sahen sich in der Annahme bestĂ€tigt, dass so StĂ€dter wir auf dem Land wie hier schnell an ihre Grenzen stoßen. Nun ist es natĂŒrlich so, dass die vier Pfeiler, die das Haus spĂ€ter tragen sollten, in einem bestimmten Abstand stehen sollten, sodass der Grundriss zumindest halbwegs ein Rechteck ergeben wĂŒrde. Muss man sich auch nicht dran halten – aber dann sieht’s vermutlich eher Scheiße aus. NatĂŒrlich hatte ich bereits einen Plan B in der Tasche. Vier Löcher mussten her. Am besten an den Stellen, wo spĂ€ter die Pfeiler stehen sollten. Dort dann die BodenhĂŒlsen rein, ein bisschen Beton drumherum. Das sollte fĂŒr einen festen Stand reichen.

Bereits einen Tag spĂ€ter machte ich mich gemeinsam mit dem zweieinhalbjĂ€hrigen Sohn ans Werk. Dabei gab er nicht nur den interessierten Zuschauer, sondern half aktiv bei dem Projekt mit. In eine kleine Schubkarre, die ihm eine Nachbarin freundlicherweise zur VerfĂŒgung gestellt hatte, schaufelte er mit Freude den Dreck, den ich nach und nach aus dem Boden stemmte. Als ich ihm einmal kopfĂŒber in einem halbfertigen Loch steckend den Arsch zugedreht hatte, kippte er die ganze Ladung in ein bereits fertiggestelltes Loch. Mit einem „guck mal Papa“ zeigte er auf das nun wieder verfĂŒllte Loch und grinste mich stolz an. Bevor ich ihm nicht nur rechts sondern auch links eine runterhauen konnte, setzte er dieses Gesicht auf, das er in solchen Situationen immer aufsetzt und auf das Eltern im Allgemeinen und VĂ€ter im Speziellen nicht mit Wut reagieren können. Dazu legte er den Kopf leicht schrĂ€g, runzelte die Stirn und lĂ€chelte. HinterhĂ€ltiger kleiner…! Dennoch: Schneller als gedacht waren die Löcher freigelegt, die BodenhĂŒlsen ausgerichtet und im Beton verankert. Et voilĂ :

Auch im ersten heftigen Unwetter vor zwei Tagen hat sich die Konstrutkion wacker geschlagen.

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Mai 24 2016

The Circuit Song

Kategorie: Dresden

Ja – die E-Techniker der TU-Dresden sind schon (fast) die geilsten.

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