Archiv für die Kategorie: “Reisen”



Zum wiederholten Male hat sich meine Lieblingsstammleserin dazu bereit erklärt, mit mir zu verreisen. Diesesmal war Hamburg unser Ziel. Leider haben wir bereits bei der Ausarbeitung unseres Touristen-Programmes gemerkt, dass drei Tage für solch eine Stadt viel zu wenig sind.

Unser erstes Ziel sollte das Miniatur-Wunderland sein. Kenner der Modellbahnszene wissen, dass dort die größte Modelleisenbahn der Welt ausgestellt wird. Selbst wer mit dieser in Deutschland recht weit verbreiteten Zunft der Hobby-Modellbahnbauer nichts anfangen kann, wird von dieser Anlage begeistert sein. Auf mehreren Etagen sind sehr unterschiedliche Welten aufgebaut. Ob Hamburg, der Harz, die Alpen, die Schweiz oder Skandinavien - alle Abschnitte sind mit einer verblüfenden Liebe zum Detail gestaltet. Teilweise muss man schon sehr genau hinschauen, um einzelne Highlights zu entdecken. Besonders die vergleichsweise recht häufig dargestellten “nicht jungendfreien Szenen” werden von den Besuchern gezielt gesucht. Oft ist gerade das Finden dieser Szenen nicht besonders schwer, weil sich dort oft die größten Menschentrauben bilden. Dies ist auch gleichzeitig der Nachteil dieser Anlage. Ab Mittag ist der Besucherandrang so groß, dass man die Freude etwas verliert. Zeitiges Kommen ist hier also Pflicht.
Für Fotos gibt es leider keine optimalen Bedingungen. Ein lichtstarkes Objektiv ist Pflicht, da man für ein Stativ keinen Platz hat. Außerdem wird man bereits zu Beginn aufgefordert, Rucksäcke und Taschen abzugeben. Ich habe dies ignoriert, da mir der Grund für diese Maßnahme nicht klar war und ich meinen Foto-Rucksack ungern abgeben wollte. Als ich die teilweise sehr engen Gänge zwischen den einzelnen Anlagen bemerkte, wurde mir einiges klar…! Einige Fotos habe ich trotzdem gemacht und in meiner Galerie veröffentlicht.

Direkt neben dem Miniatur-Wunderland gibt es das “Hamburg Dungeon“. Dies soll wohl so eine Art Geisterbahn sein. Wir haben uns allerdings von der Warteschlange abschrecken lassen und diese selbsternannte “Attraktion Hamburgs” nicht besucht. Stattdessen hat meine Freundin - just in dem Moment, als ich mal nicht in der Nähe war - ein Geschäft gefunden, wo stark reduzierte Restkarten für diverse Musicals angeboten wurden. Obwohl der Besuch eines Musicals eigentlich nicht auf unserem Plan stand, habe ich einem Solchen zugestimmt und somit sind wir abends noch spontan zu “Dirty Dancing” in die “Neue Flora” gegangen. Während meine Freundin begeistert war, fand ich es “so lala”. Zum Ende hin wurde es dann etwas besser und bei dem günstigen Preis für die Karten war es im Grunde auch ok…mein “Top-Ereignis” sollte ja noch folgen.

Wer nur so kurze Zeit in Hamburg ist, der sollte auf alle Fälle eine Stadtrundfahrt machen. Hier kommt man nicht nur an vielen Sehenswürdigkeiten (Michel, Rathaus, Hafen, Reeperbahn…) vorbei, sondern man erfährt auch so einiges über die Stadt und ihre Bewohner. Als wir in Hamburg waren, konnte man zwischen drei verschiedenen Linien wählen. Die Preise lagen zwischen 13 und 15 Euro. Bei allen Linien kann man zwischendurch aussteigen und sich die eine oder andere Gegend genauer anschauen, um später wieder in den Bus zu steigen. Je nach Wetterlage und Reisezeit muss man allerdings damit rechnen, dass so ein Doppeldeckerbus auch mal überfüllt ist. Wenn noch etwas Zeit ist, sollte man sich außerdem noch eine Hafenrundfahrt gönnen.

Am Samstag waren wir dann bei “meiner” Attraktion - im Stadion des HSV. Meine Freundin war so frei, mir ein paar Karten für das letzte Spiel der Saison zu schenken. Zwar ging es “nur” gegen den KSC, dafür musste der HSV gewinnen, um im internationalen Geschäft mitspielen zu können. Nach dem Camp Nuo in Barcelona war die HSH-Nordbank-Arena das zweite größere Stadion, was ich von innen zu Gesicht bekommen durfte. Selbstverständlich sind beide Stadien nicht miteinander vergleichbar (Kapazität knapp 100.000 gegen knapp 60.000). Dafür war die Stimmung gigantisch und das Spiel hervorragend. Mit 7:0 wurde Karlsruhe vom Platz gefegt.

Wenn man das Glück hat, an einem Sonntag in Hamburg zu sein, und man es an einem solchen Tag schafft, früh genug aufzustehen oder besonders spät ins Bett zu gehen, dann sollte man unbedingt beim Fischmarkt am Hamburger Hafen vorbeischauen. Zwar mag der flüchtige Beobachter hier nur einen stinknormalen (Brüller!) Wochenmarkt erkennen, wer genau hinschaut kann aber auch das eine oder andere Hamburger Original entdecken. Als wir dort waren spielte auch noch (oder schon) eine lustige Schlager-Cover-Combo auf und hat gezeigt, dass auch Hamburger ordentlich feiern können.

Abschließend haben wir auch noch den Hamburger Tierpark “Hagenbeck” besucht. Hamburgs Tierpark ist nicht nur der älteste Tierpark der Welt, sondern auch einer der schönsten. Von der Größe her ist er in etwa vergleichbar mit dem Leipziger Zoo. Der Kenner der Szene weiß natürlich, dass der Hauptunterschied zwischen einem Tierpark und einem Zoo der großzügere Ausbau der Anlagen und der größtmögliche Verzicht auf Käfige und Gitterstäbe ist. Besonders für mich und meine Kamera eine sehr willkommene Eigenschaft. Leider ist der Eintritt mit 15 Euro für den Tierpark und 10 Euro für das Aquarium nicht gerade günstig. Für sein Geld bekommt man allerdings auch ordentlich was geboten. Anders als in anderen Tierparks ist es dem Besucher an einigen Anlagen erlaubt, die Tiere selbst zu füttern. Ob das für die Tiere so ideal ist möchte ich mit meinem bescheidenen Fachwissen mal bezweifeln - die Besucher jedenfalls waren begeistert.

Insgesamt können wir einen Besuch der Stadt Hamburg uneingeschränkt empfehlen.

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Nach einer Woche Blog-Abstinenz melde ich mich hiermit zurück. Der Grund für mein unangekündigtes Fernbleiben war ein Kurzurlaub in der Stadt, die “Ihn” bereits besitzt - den Elbtunnel…und das gleich mehrfach! Dies ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass Hamburg mehr Brücken hat als Venedig, Amsterdam und London zusammen. Ich habe zwar nicht die Zeit gehabt, sie persönlich zu zählen, aber es sollen um die 2500 sein. Wie hübsch so ein Tunnel aussehen kann, zeigt das folgende Bild:

Hamburg Elbtunnel

Dass die Hamburger damit nicht nur ein schlaues, sondern auch ein großzügiges Völkchen sind, zeigt diese Tafel:

Hamburg Elbtunnel

Hier verraten uns die netten Fischköppe gleich, wie so ein Elbtunnel gebaut kann. Ich habe mir mal erlaubt, diese Anleitung für einen Tunnelbau abzufotografieren, und ihn somit auch den Dresdner Entscheidungsträgern zur Verfügung zu stellen. Es soll ja immernoch Menschen geben, die behaupten, dass so ein Elbtunnel gar nicht möglich wäre. Hier hat man offensichtlich vor über einhundert Jahren bereits das Gegenteil bewiesen. Der eine oder andere Schlaumeier würde jetzt vielleicht argumentieren, dass man den einen mit dem anderen Standort überhauptgarnicht miteinander vergleichen kann….Steigung, Gefälle, Sedimentschichten und Finanzen…alles Variablen die wahrscheinlich Andere sind. Wenn man allerdings ehrlich ist, so scheint einzig die Engstirnigkeit einiger Leute das Hauptproblem zu sein, welches einer einvernehmlichen Lösung entgegensteht.

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Ich möchte dem Erbauer dieser schönen Welt ja nichts unterstellen - schon gar nicht als bekennender Agnostiker. Aber falls sich mal jemand mit der Planung der Landstriche dieser Erde befasst haben sollte, dann ist die Algarve das Gebiet, das gegenüber anderen Gegenden augenscheinlich bevorteilt wurde. Einige würden das womöglich als ungerecht bezeichnen - ich nenne es Urlaub! Diesen durften ich und meine bessere Hälfte in diesem Jahr nämlich genau in dieser Region am Südzipfel Portugals verleben.

Gewohnt haben wir in einem kleinen Bungalow eines Motels mit Namen “Ancora” am Rande der Stadt Lagos. Auch wenn der Internetauftritt dieses Motels nicht ubedingt einladend wirkt, waren wir von der kleinen Ferienanlage mit Reihenbungalows, Pool, Bar und Restaurant positiv überrascht. Im Grunde können wir diese Bleibe uneingeschränkt weiterempfehlen. Strand und Innenstadt sind in wenigen Minuten zu erreichen. Den Mietwagen kann man direkt vor seinem Häuschen parken. Das Frühstück ist für portugiesische Verhältnisse durchaus reichhaltig. Samstags gibt es ein preiswertes “All-You-Can-Eat-Grillen” mit portugisischen Spezialitäten und zünftiger portugisischer Volksmusik (Fado).

Die Gegend um Lagos mit ihrer atemberaubenden Küstenlandschaft kann man eigentlich kaum mit Worten beschreiben. Lagunenartige Sandstrände wechseln sich mit verblüffenden Felsformationen ab. Über einen fast durchgehenden Klippenwanderweg kann man die gesamte Küste erkunden. Da einige der Strände nur über diesen Pfad bzw. ausschließlich über den Wasserweg zu erreichen sind, hält sich die eigentlich zu dieser Zeit in anderen Regionen zu beobachtende Touristenschwemme in Grenzen. In der Algarve legt man offensichtlich (noch) großen Wert darauf, die geldbringenden Touristen in einigen wenigen Städten unterzubringen, und dafür in anderen Teilen des Landes dem Tourismus nur wenig Raum zu überlassen. Das ist gut für Touristen wie mich, die bei Reisen eher auf “Land & Leute” als auf “Strand & Sonnenbaden & All & Inclusive” Wert legen. Ob dies im Laufe der Zeit so bleiben wird, ist angesichts der emsigen Bautätigkeiten in und um Lagos eher fraglich.

Ich verzichte an dieser Stelle auf einen ausfürlichen Urlaubsbericht. Wen interessiert schon der schmerzhafte Sonnenbrand, den meine nur spärlich behaarte Kopfhaut ab dem zweiten Tag quälte. Niemand will wirklich wissen, wie ich auf meinem ersten Flug überhaupt von grimmig dreinschauenden Sicherheitsbeamten eine “gesonderte Behandlung” erfuhr. Auch die Sache mit dem Delphin (die gibt es in dieser Region sogar in freier Wildbahn) und dem lustigen Ara behalte ich erstmal für mich. Ich kann ja hier nicht den ganzen Tag bloggen - weil eigentlich wird ja zur Feier meiner Rückkehr aus dem Urlaub just an diesem Wochenende das Stadtteilfest “Inseln im Hecht” veranstaltet. Nette Geste wie ich finde. Es gibt auf der Erlenstraße Ecke Hechtstraße sogar einen portugisischen Stand mit sehr erfirschendem portugisischem Bier und anderen typischen Spirituosen und Leckereien. Ich bin dann mal weg!

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…URLAUB!

In den nächsten Tagen wird es hier nichts Neues geben. Obwohl es mir schwer fällt, werde ich meinen Blog nun einige Tage alleine lassen. Nach meinem Urlaub geht es dann an dieser Stelle in alter Frische und mit einigen neuen Ideen weiter. Bis dahin wird auch Maus-TV eine Pause machen - die kleinen Racker brauchen auch mal ein wenig Urlaub von euch Spannern! ;-)

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Das Negative an einem “Kurz - Urlaub” ist die bescheidene Dauer - aber das war uns ja schon vor unserer Reise bekannt. Ansonsten gibt es nur Positives zu berichten.

Prag ist eine sehr schöne, architektonisch hochinteressante Stadt. Nahezu jeder Wunsch der “vielschichtigen Gattung Tourist” kann in Prag erfüllt werden. Neben den allseits bekannten Anziehungspunkten wie der Prager Burg, der Karlsbrücke dem Altstädter Rathaus mit dem Glockenspiel und dem Wenzelsplatz, gibt es zahlreiche kleine ruhige Seitenstraßen mit romantischen Kneipen und Cafés. Dazu gibt es für Schlechtwettertage einige Museen (Nationalmuseum am Wenzelsplatz, und Theater (Nationaltheater, Staatsoper) oder die traditionellen Prager “Schwarzlicht-Theater“. Einen Abstecher wert ist auch der berühmte Prager Zoo. Für nur 90 CZK Eintritt pro Person kann man auf einem riesigen Areal zahlreiche exotische Tiere in großzügig dimensionierten Gehegen beobachten. Allerdings sollte man genügend Zeit einplanen, da allein der Rundweg fast zehn Kilometer lang ist.

Tschechien ist unter den Touristen als preisgünstiges Reiseziel bekannt. Das stimmt allerdings nur bedingt, da sich viele Bars, Kneipen und Gasthäuser (vor allem in der Nähe von stark besuchten Sehenswürdigkeiten) an die vergleichsweise zahlungskräftigen Touristen angepaßt haben, und zum Teil sehr hohe Preise verlangen. Für ein Bier kann man durchaus auch mal über 70 CZK (je nach Kurs 2,50-3,00 EUR) löhnen. Wenn man genau vergleicht und sich nicht gleich im erstbesten Gasthaus bewirten läßt, bekommt man aber auch schonmal ein Bier für knapp 20 CZK oder ein gutes Essen für unter 190 CZK. Aufpassen sollte man, wenn sich der Kellner dem Tisch nähert. Eine falsche Handbewegung und man hat bereits das nächste Getränk vor sich stehen. Meine Freundin durfte auf diese Art ihre erste Bekanntschaft mit einem Gläschen Becherovka machen.

Geld sparen kann man, wenn man seinen hart verdienten Euro bereits in Deutschland in Tschechische Kronen umtauscht. Oft sind die Kurse hier besser bzw. verlangt die Hausbank keinerlei Umtauschgebühren, die in Tschechien jedoch nicht selten sind und oftmals 2 bis 10 Prozent betragen.

In ganz Tschechien sind die öffentlichen Verkehrsmittel (Bahn, Bus, Straßenbahn, Metro) sehr preiswert. Zwar sind sie nicht ganz so komfortabel wie man es in Deutschland gewöhnt ist, aber vor allem durch die Prager Metro kommt man innerhalb kürzester Zeit von einem Ende der Stadt ans Andere. Somit kann man sich auch durchaus ein günstigeres Hotel am Rande der Stadt nehmen. In Prag gibt es die Möglichkeit, ein spezielles mehrere Tage gültiges Ticket zu kaufen, womit man alle öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann. Für 3 Tage zahlt man läppische 8 EUR. Solche günstigen Angebote kann man auch für die An- und Abreise nutzen. Fährt man hier am Wochenende, kann man mit dem tschechischen Wochenendticket (SONE+) bis in grenznahe Gebiete Deutschlands fahren. Es kostet maximal 360 CZK (ca 13 EUR) und ermöglicht maximal 5 Personen (davon dürfen nur 2 älter als 15 sein) bis 24 Uhr des jeweiligen Tages nicht nur zur Fahrt durch ganz Tschechien, sondern auch im grenznahen Raum Deutschlands. Einzige Haken:

  • das Ticket kann nur “vor Ort & am gleichen Tag” gekauft werden
  • es dürfen nur Züge der Gattungen Ex, R, Sp, und Os benutzt werden
  • Nachfragen bei der Deutschen Bahn ergeben meist nur Axelzucken - hier kennen noch nicht alle Angestellten dieses Ticket
  • bis zu 100 CSK Nachlösegebühr wenn das Ticket erst beim Schaffner gelöst wird

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