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Mrz 08 2011

Blog-Geburtstag: Ich lasse die Hosen runter!

Kategorie Dies & Das


Ja – ihr habt richtig gelesen. Dieser kleine unscheinbare Ort im WWW feiert Geburtstag – seinen fünften um genau zu sein. Gut – wenn ich ehrlich bin, ist dieser denkwürdige Tag schon wieder ein paar Tage her und ich habe (zum wiederholten Mal) nicht wirklich daran gedacht. Zur Feier dieses Ereignisses lasse ich wie bereits im Titel erwähnt mal ausnahmsweise die Hosen runter. Bevor sich jetzt die Einen angewidert abwenden und Andere in froher Erwartung eindeutiges Bildmaterial herbeisehnen, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es sich hierbei lediglich um eine Metapher handelt. Diese Seite bleibt auch in Zukunft jugendfrei – vorerst zumindest.

Ein Einblick in die Besucherstatistiken des blechBlogs

Für jeden Webseiten-Betreiber sind die Auswertungen der Besucherzahlen ein wichtiger Indikator für den Erfolg oder Misserfolg einer Seite. Gleichzeitig hütet er diese Daten gern vor den Blicken Fremder und gibt diese nur ungern preis. Besonders der gemeine Blogger lässt sich bei der Auswertung seiner Leserschaft ungern über die Schulter schauen – sind diese Daten doch je nach Interpretation das Pfund, mit dem es zu wuchern gilt. Ich werde nun einen Teil dieser Daten preisgeben und mich somit zumindest seelisch und ein ganz klein wenig auch moralisch von meiner Schuld reinwaschen, dieses Teufelszeug mit Namen „Google Analytics“ zu nutzen.

Google Analytics

Selbst der „Otto-Normal-Surfer“ dürfte mittlerweile schonmal was von der „Datenkrake Google“ mitbekommen haben. In diesem Zusammenhang wird oft Google Analytics erwähnt. Dies ist ein Tool für Webseitenbetreiber, die damit das Nutzungsverhalten ihrer Besucher analysieren können. Das klingt erstmal ganz schön teuflisch – ist es aber bei näherer Betrachtung gar nicht. Zum Einen wird moniert, dass IP-Daten gespeichert beziehungsweise an diese schlecht greifbare ausländische Firma mit Namen Google weitergeleitet werden. Abgesehen davon, dass man mit der IP ohne die aktive Mitarbeit des Providers (die Firma, die monatlich für den Internetanschluss Geld verlangt) kaum herausfinden kann, wer genau sich hinter einer IP versteckt, haben Webseitenbetreiber bei der Einbindung des Tools die Möglichkeit, die IPs nicht komplett abzulegen – also einen Teil der Daten praktisch zu anonymisieren. Wer dennoch Bedenken hat, der kann die Einbindung derartiger Tools leicht in seinem Browser unterbinden – Anleitungen dazu gibt es viele. Schaut man sich die Planungen der großen Browser-Anbieter an, wird man feststellen, dass derartige Mechanismen in Zukunft zum Standard-Repertoire eines jeden Browsers gehören werden und nicht mehr vom Nutzer nachgerüstet werden müssen. Die Diskussion um die Speicherung oder Nichtspeicherung der IP halte ich momentan für total überflüssig. Da sollten sich die Herren Datenschützer mal lieber darum kümmern, was sonst so im Internet für Schindluder getrieben wird, anstatt unschuldige Forenbetreiber zu behelligen.

Moment – ich weiche vom Thema ab…

Als ich im Oktober 2006 Google Analytics in meinem Blog integriert habe, wurden durchschnittlich 100 Besucher pro Tag ermittelt. Das klang erstmal gar nicht so schlecht, war aber gegenüber der bisherig genutzten Auswertungstools eine ganze Ecke weniger als erwartet. Der Grund hierfür liegt in der unterschiedlichen Zählweise der verschiedenen Werkzeuge. Einige werden sich jetzt vielleicht fragen, was denn das Schwierige am Zählen von Besuchern einer Webseite ist. Die teilweise enormen Diskrepanzen können mehrere Gründe haben. Allein schon die Definition, was ein „neuer Besucher“ ist, ist gar nicht so einfach. Hinzu kommen die vielen „nichtmenschlichen“ Besucher in Form von sogenannten Suchmaschinen-Crawlern. Diese kommen in steter Regelmäßigkeit vorbei, um nach Neuigkeiten zu suchen, sollten aber in der Besucherstatistik natürlich nicht auftauchen. Gleiches gilt für die weniger beliebten Spam-Bots, die sich mit dem Erstellen von Kommentaren und dem Platzieren von Werbelinks zu potenzfördernden Mittelchen und dergleichen beschäftigen. Kurz: Statistiken sind nur so gut wie derjenige, der das Glück hat, sie interpretieren zu dürfen.

Die Zusammensetzung der Besucherzahlen – die Organische Suche

Innerhalb von nunmehr fünf Jahren haben sich die Besucherzahlen jährlich um 20-30 Prozent erhöht. Das klingt erstmal nach einem grandiosen Wachstum, ist aber eine ganz normale Entwicklung für eine Seite, die ständig neue Inhalte produziert. Je mehr Seiten es gibt, desto mehr potentielle Einstiegsseiten entstehen für die Suchmaschinen. Verstärkt wird dieser Effekt durch die Tatsache, dass 80% der Besucher des blechBlogs über die sogenannte „organische Suche“ kommen. Das heißt nichts anderes, als dass die Besucher über eine Suchergebnisseite bei einer Suchmaschine direkt auf eine Seite des Blogs geleitet wurden. Obwohl es mehrere Anbieter von Suchmaschinen gibt, genügt zumindest in Deutschland seit Jahren der Blick auf Google – andere Anbieter sind angesichts der geringen Besucherzahlen praktisch zu vernachlässigen. Gelangt ein Besucher über eine Suchmaschine auf eine Seite, werden dabei auch die genutzten Suchbegriffe übermittelt. Die Auswertung dieser Daten ist für professionelle Webseitenbetreiber in Verbindung mit den Zielseiten sehr wertvoll – erfährt man doch, wie gut oder schlecht eine Seite innerhalb der Suchmaschine „sichtbar“ ist. Auch bei meinem Blog ergeben sich bei der Analyse dieser Daten oft verblüffende Erkenntnisse. Schauen wir uns doch mal das „All-Time-Ranking“ über die letzten 4 Jahre an:

  1. Dvb-t dresden
  2. quickgps
  3. wichsvorlage
  4. dvbt dresden
  5. quick gps
  6. photoshop retuschieren
  7. photoshop retusche
  8. xbmc vdr
  9. grafikkarten rangliste
  10. megapixel rechner

Zwei Dinge fallen auf Anhieb auf. Sehr spezielle Suchkombinationen wie „quickgps“ (ein Programm zur Verbesserung der GPS-Leistung auf Windows-Mobile-Smartphones) oder „dvb-t dresden“ sind ganz vorne mit dabei. Diese Suchbegriffe sind nicht sonderlich stark umkämpft. Hier kann man mit qualitativ brauchbaren Inhalten schnell und ohne größeren Aufwand Besucher auf die Seite locken. Die Artikel, zu denen man über diese Suchbegriffe gelangt, sind zwar schon etwas älter – jedoch waren die Zugriffe damals so stark, dass sie auch heute noch in dieser Liste auftauchen und wohl auch noch eine Weile nicht verdrängt werden können. Ein Suchbegriff passt aber irgendwie nicht ins Raster. Wie kommt jemand nur über den Suchbegriff „Wichsvorlage“ auf diesen seriösen Blog. Oder die noch viel interessantere Frage: Wie konnte ich in diesem heiß umkämpften Gebiet einen Artikel unter den oberen Suchergebnissen platzieren? Die erste Frage ist mit jenem Artikel recht leicht zu beantworten. Die zweite Frage beantwortet sich bei eingehender Recherche von selbst. Zwei recht starke Seiten (photoshop-weblog.de, golem.de) haben meinen Artikel im Zusammenhang mit diesem Keyword verlinkt – so musste Google einfach davon ausgehen, dass der Suchende bei mir genau das findet, was er sucht. Das dem nicht so ist, zeigt der Blick auf die Absprungrate von 93% bzw. die durchschnittliche Besuchszeit, welche bei kurzen 5 Sekunden lag. Scheint so, als hätte ich nur wenige Besucher mit meinem Beitrag zum Thema beglücken können. 😉

Interessant auch zu sehen, wie einstmals starke Seiten bzw. Suchwortkombinationen nach und nach nach hinten durchgereicht werden. Schaue ich mir im Vergleich zu obiger Liste die Top-Suchbegriffe des letzten Jahres an, erscheint kein Suchwort aus dem „All-Time-Ranking“ in aktuellen Auswertungen. Die Wichsvorlage ist komplett verschwunden und von DVB-T in Dresden möchte auch niemand mehr etwas wissen. Dafür landet die Suche nach einer „Freeware für Visio“ auf Platz 1 und die „Arschkrampe“ auf Platz 2. Das Leben eines Suchergebnisses ist bisweilen ein recht schnelllebiges und die Zusammensetzung der Suchanfragen des gemeinen Suchmaschinennutzers eine Angelegenheit mit einer ganz eigenen Dynamik.

Besuche über Externe Links

Weitere 10% der Besucher haben über Links auf anderen Webseiten (sogenannte Externe Links) hierher gefunden. Ja – es kommt tatsächlich manchmal auch vor, dass jemand meine Seiten für lesenswert hält und meint, meinen Blog oder einzelne Seiten verlinken zu müssen. Bei der Analyse der verweisenden Webseiten fällt auf, dass das Bewerberfeld um die besten Plätze im „All-Time-Ranking“ bis auf wenige Ausnahmen recht dicht beisammen ist.

  1. golem.de
  2. neustadt-ticker.de
  3. news.geocaching-portal.com
  4. dslr-forum.de
  5. orbit-forum.de
  6. wikio.de
  7. woschod.de
  8. dokufoto.de
  9. lists.opensuse.org
  10. vdr-portal.de

Wieder möchte ich das Augenmerk des interessierten Lesers auf einige interessante Aspekte lenken. Die mit Abstand meisten Besuche erfolgten über golem.de. Dies hat mit einer Besonderheit zu tun. Golem.de ist ein Nachrichtenportal für News aus dem IT-Bereich. Sobald ich eine dieser News aufgreife, und den Artikel hier brav verlinke, erscheint automatisch ein sogenannter „Trackback“ unterhalb des Artikels auf Golem.de. Dies ist nichts anderes als ein Link auf meinen eigenen bezugnehmenden Artikel. Da Golem.de mit einer recht großen Leserschaft aufwarten kann, verirrt sich auch der eine oder andere Golem.de-Leser auf meinen Blog.
Der überwiegende Teil des Rankings besteht außerdem aus Foren- oder News-Seiten. Von dort werde ich oft verlinkt, wenn ich mal ausnahmsweise einen brauchbaren Artikel zu einem sehr speziellen Thema aus den Bereichen der Fotografie, des Geocachings oder diverser Rechner-Basteleien veröffentliche. Ich muss gestehen, dass dies in letzter Zeit recht selten passiert ist. Dennoch zehrt diese Liste weiterhin von vergangen Erfolgen.
Mit neustadt-ticker.de und woschod.de tauchen außerdem auch zwei weitere Blogs in dem Ranking auf. Damit drängt sich der Verdacht auf, dass mein Blog nur von sehr wenigen traffikstarken Blogs verlinkt wird. Das ist nur zum Teil richtig. Tatsächlich ist die Anzahl der verlinkenden Blogs deutlich größer. Allein die Positionierung und damit vorsichtig ausgedrückt die „Qualität“ der Links ist eine Andere. Es zeigt sich, dass ein Link in einem gut zugänglichen Bereich der Startseite deutlich besser „funktioniert“ als ein Link auf einer Unterseite.

Besuche über direkte Aufrufe

Die restlichen 10% der Besucher kommen über die direkte Eingabe der URL bzw. über Lesezeichen/Bookmarks. Diese Besucher sind mir noch am Liebsten – zeigt es doch, dass es eine stetig wachsende Zahl an Stammlesern gibt, die nichts besseres zu tun haben, als hier regelmäßig vorbeizuschauen. 😉

Abonnenten des RSS-Feeds

Was bei den bisherigen Zahlen komplett unterschlagen wurde, sind die Besucher, die meinen RSS-Feed konsumieren. Da der Abruf der Daten aus dem RSS-Feed vor Google Analytics verborgen bleibt, muss man hier andere Auswertungen zu Rate ziehen. Aus verschiedenen Gründen, auf die ich hier nicht näher eingehen will, bietet sich die Nutzung von Feedburner an. Da dieser Dienst mittlerweile ebenfalls zu Google gehört, wundert es mich, dass bisher noch keine Integration in Google Analytics stattgefunden hat. Die Statistiken in diesem Tool zeigen mir durchschnittlich 120-150 Abonnenten pro Tag an. Kein schlechter Wert wie ich finde und ein weiterer Indikator für die wachsende Stammleserschaft.

Content is King

Nun habe ich einiges über die Zusammensetzung der Besucher verraten. Doch eine wichtige Frage blieb bisher nahezu unbeantwortet: Was wollen die Leser eigentlich? Während sich manch ein in der Medienbranche tätiges Unternehmen angesichts dieser Frage ohne Ergebnis den Kopf zerbricht, schaue ich mir einfach mal an, welche Artikel in den letzten fünf Jahren die meisten Leser angelockt hat.

  1. blechBlog – Nichts ist unblogbar!
  2. Anleitung: XBMC auf Ubuntu mit VDPAU und VDR
  3. Android@XDA Orbit 2
  4. Anleitungen zum Retuschieren von Fotos mit Photoshop
  5. Freeware-Ersatz für Microsoft Visio
  6. Dynamische in Basisdatenträger konvertieren
  7. QuickGPS Update: Fehlfunktion & Lösung
  8. LCD-TV: Bild mit Test-DVD optimal einstellen
  9. Tamron 10-24 vs Sigma 10-20
  10. USB-Webcam (OV51x) unter Linux (Debian) installieren

Wenig überraschend: Mit deutlichem Abstand auf Platz 1 ist die Startseite. Danach kommen eine ganze Reihe von Artikel, die nur entstanden sind, weil ich Problemlösungen für diverse Fragestellungen meines ganz persönlichen Alltags niedergeschrieben habe. Offensichtlich scheine ich damit auch andere Menschen glücklich gemacht zu haben. Das macht mich wiederum glücklich und obendrein zufrieden. Scheinbar sind in dieser langen Zeit ja doch ein paar brauchbare Zeilen entstanden.

Zusammenfassung

Eigentlich gäbe es ja noch so viel zum Thema „Webseiten-Statistiken“ zu schreiben. Man könnte eine interessante Entwicklung im Bereich der genutzten Bildschirmauflösungen diskutieren oder über eine wenig überraschende aber dennoch bedeutsame Entwicklung bei den genutzten Browsern philosophieren. Außerdem wäre es mal interessant, das eher zurückhaltende Verhalten des deutschsprachigen Blog-Lesers in Hinsicht auf die Interaktion – sprich die mangelhafte Bereitschaft zu kommentieren –  zu eruieren. Ich habe da so einige Theorien und Vermutungen. Später – vielleicht schon zum nächsten Blog-Geburtstag – vielleicht mehr dazu.

Jetzt habe ich so viel zusammengeschrieben wie schon lange nicht mehr – aber eigentlich wollte ich doch nur eines sagen: Danke an die mittlerweile täglich rund 500 Besucher und 130 Feed-Leser.

Hinweis in eigener Sache: Dieser Beitrag wurde nicht (ausschließlich) zum Zwecke der Angeberei verfasst.

3 Kommentare

3 Kommentare zu “Blog-Geburtstag: Ich lasse die Hosen runter!”

  1. Daniel Weige;tam 08. Mrz 2011 um 23:02 Uhr

    Oh, das ist ja schoen, dass ich auch meinen kleinen Teil dazu beitragen konnte. Na denn, Herzlichen Glueckwunsch. Weiter so!

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  3. AntonLauneram 15. Mrz 2011 um 10:44 Uhr

    Ich schließe mich dem Daniel mal an: Weiter so!

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