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Jan 21 2008

Tschüssi Modem, Hallo DSL

Kategorie Internet-Zeugs


Heutzutage kann sich manch einer kaum noch vorstellen, wie gemütlich es noch vor zehn Jahren im Internet zuging. Geschwindigkeiten wurden noch in „einigen wenigen Kilo“ gemessen – da kannte man noch jedes Bit persönlich. Im Zeitalter von Breitbandverbindungen sind die Wartezeiten trotz speicherfressender Inhalte kaum noch spürbar. Wohl dem, der solch eine schnelle Verbindung sein Eigen nennen kann. Was mittlerweile auch in glasfaserdurchzogenen Städten kein Problem mehr ist, kann in ländlichen Regionen schnell zum Alptraum werden. Einen solchen erwartete ich eigentlich auch, als ich den Gedanken fasste, das betagte 33,6k in meinem Elternhaus durch ein schickes DSL-Modem zu ersetzen. Nicht nur die Eltern könnten so viel schneller durchs Netz surfen – nein – auch die lieben Kinder hätten endlich eine Ausrede weniger, nicht nach hause zu kommen! 😉

Zunächst die gute Nachricht: alle in Frage kommenden DSL-Anbieter vermeldeten, dass DSL in meinem Heimatdorf verfügbar wäre. Die schlechte Nachricht war allerdings, dass auf Grund der „letzten Meile“ nur die (teure) Telekom in der Lage war, einen Komplettanschluss (Telefon+DSL) anzubieten. Bei allen anderen Anbietern würde die Grundgebühr weiter an die Telekom bezahlt werden müssen. Nach einigem Suchen und Hin und Her bin ich dann bei Alice gelandet. Hier erhält man, falls man gezwungen ist, die Telekom-Grundgebühr weiter zu bezahlen, monatlich eine Gutschrift von 10 Euro. Außerdem gibt es noch eine günstige Festnetz-Flatrate und man hat die Möglichkeit, für die DSL-Verbindungen einen Minutentarif zu nutzen. Gerade letzteres ist ersteinmal nicht ganz uninteressant, da die Nutzung wahrscheinlich nicht über ein paar Stunden hinausgeht. Sollte das neue schnelle Netz doch öfter als geplant genutzt werden, kann man die Flatrate jederzeit nachbuchen. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die sehr kurze Vertragslaufzeit von nur einem Monat….geradezu perfekt, um die Geschichte mal auszuprobieren.

Am Wochenende nun war ich wiedereinmal zu Hause und konnte mich um die Einrichtung des Internets kümmern. Für die Installation des Telefons hatte meine Mutti schon gesorgt…RESPEKT! Zunächst sah alles recht einfach aus. Im Haus befinden sich zwei Telefondosen. Eine praktischerweise neben dem Telefon, die andere – mindestens genauso praktisch – direkt neben dem Rechner. Nun wollte ich die Alice-Box (wo ja auch die DSL-Technik drin steckt) an die Dose neben dem Rechner klemmen, und das analoge Telefon einfach ohne der Box an der Telefondose betreiben. Hört sich unkompliziert an – funktioniert aber nicht. Obwohl man laut Vertrag einen „analogen Telefonanschluss + DSL“ bucht, telefoniert man in meinem Fall (laut Alice sog. Anschlusstyp 3) über „Voice over IP„. Das klingt erst einmal recht fortschrittlich, hat aber den entscheidenden Haken, dass ich meine Telefon-Flatrate nur dann nutzen kann, wenn ich das Telefon direkt an die Alice-Box anschließe. Verbinde ich das Telefon direkt mit der Dose, telefoniere ich über die alte Nummer und bezahle somit die Minutenpreise der Telekom. Nun war mir auch klar, warum man eine weitere zusätzliche Nummer bekommt.

Nun zum zweiten Problem:
Ich hatte mir in weiser Vorraussicht von einem Kollegen einen einfachen WLAN-Router besorgt. Kostenpunkt: Ein Butterkeks mit Schokoladenüberzug aus dem Konsum um die Ecke. Dieser würde in Verbindung mit der Alice-Box mein „Standort-Problem“ aus der Welt schaffen. Zusätzlich könnten auch „Laptop-besitzende Familienmitglieder“ das Internet im gesamten Haus nutzen. Leider besitzt dieser WLAN-Router ein integriertes DSL-Modem. Da die Alice-Box bereits ein solches Modem besitzt, und sich das Modem des Routers nicht deaktivieren lässt, kann ich den Router leider nicht nutzen. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich auf diese Idee gekommen bin. Glücklicherweise gibt es in einem mir bekannten Internet-Auktionshaus eine regelrechte „Router Schwemme“, da jeder DSL-Anbieter seinen Neukunden diese Teile regelrecht hinterherwirft…

Fazit:
Durch das VoIP der Alice-Box dauert es einige Zeit, bis nach dem Wählen einer Nummer das Rufzeichen zu hören ist. Weiterhin erscheint die Rufnummer des Gesprächspartners nicht, wenn er über die neue Rufnummer anruft. Außerdem gab es einen merkwürdigen „Aussetzer“. Obwohl das Telefon klingelte, kam nach dem Abheben kein Gespäch zu Stande – es klingelte einfach weiter. Hier müssen wir aber wohl noch den Langzeittest abwarten. Die Sprachqualität ist in Ordnung. Das Internet ist mit 1,5Mbps nicht besonders schnell aber ausreichend.

2 Kommentare

2 Kommentare zu “Tschüssi Modem, Hallo DSL”

  1. kamikazeam 21. Jan 2008 um 21:59 Uhr

    Hi Blechkopp,

    iss ja lustig, ich konnte vor einer reichlichen Woche meinen Vater überzeugen einen DSL Abschluss bei Alice zu „unterschreiben“. Deine Argumente haben mich ebenfalls angelockt und überzeugt. Jetzt bleibt blos die Frage, wie lange es dauert bis dem Papa endlich das WWW geöffnet wird?! Wie lange dauerte es denn bei deinen Eltern?

    Gruß,
    Alex

  2. blechkoppam 22. Jan 2008 um 17:11 Uhr

    Ja da schau her…der Alexander liest auch mit…sei gegrüßt! 😉

    Alice war da eigentlich ziemlich fix:
    29.12.07 Auftrag
    31.12.07 Bestätigung
    09.01.08 Anschalttermin

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