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Juli 12 2013

Rachefeldzug auf der Köni?!

Kategorie Dresden

Gestern erhielt ich folgende Mail:

Fahrt auf der Königsbrücker mit dem Rad!

Ich erhielt heute einen BuÃ?geldbescheid, weil ich mit meinem Fahrrad auf dem Bürgersteig der Königsbrücker Str. fuhr. So geht es nicht weiter! Kein Radweg, in der neuen StraÃ?enplanung keiner angedacht, Fahrverbot auf dem Bürgersteig.

Ich rufe dazu auf: Fahrt auf der wunderschönen KopfsteinpflasterstraÃ?e! Regelkonform und dennoch ein enormes Hindernis für Autos, die widerrum die StraÃ?enbahn blockieren werden. Für jeden Weg, den ihr sonst über NebenstraÃ?en fahrt, nehmt die Köni. Langeweile zu Hause? Wie wäre es mit einer Fahrt über die Köni? Lasst den FuÃ?gängern ihren Weg und nehmt die Strecke der Autos!

Wir brauchen Druckmittel, damit die Königsbrücker StraÃ?e fahrradfreundlich wird. Nutzt euer Potential, wir sind der fahrradreichste Stadtteil Dresdens!

Ich weiÃ? nicht, ob sich diese Begebenheit tatsächlich so zugetragen hat. Dennoch macht es auf einen Zustand aufmerksam, der schonmal das Blut in Wallung bringen kann. Die Forderung des anonymen Mail-Schreibers mag bei eingefleischten Radlern auf dem ersten Blick Sympathien wecken. Allerdings trifft man mit solchen Aktionen viele – nur nicht die tatsächlich Verantwortlichen. Den „Entscheidern“ ist (wenn man den jahrelangen Streit einmal Revue passieren lässt) eine zeitnahe Lösung schlichtweg schnurz-piep-egal. So funktioniert Demokratie heute leider immer öfter. Es scheint förderlicher für den eigenen Wahlkampf zu sein, Entscheidungen auf Teufel komm raus zu verhindern, anstatt einen für alle Beteiligten vertretbaren Kompromiss einzugehen. Wenn man es dann noch schafft, die unter den tatsächlich Betroffenen entstehende Wut auf den politischen Gegner abzuwälzen, hat man als Politiker sein Ziel erreicht. Den Menschen ist damit zwar nicht geholfen, aber man hat wenigstens einen Willen durchgesetzt – nämlich den eigenen. Diese „Streitkultur“ erinnert mich an irgendetwas…Moment…ich komme gleich drauf…achja…Kindergarten!

2 Kommentare

2 Kommentare zu “Rachefeldzug auf der Köni?!”

  1. En Rikoam 12. Juli 2013 um 18:45 Uhr

    Thema Fahrrad in Dresden, das interessiert mich natürlich als aktiver Fahrradfahrer! Ob sich diese Geschichte wirklich so zugetragen hat, werden wir wohl nie „erfahren“ <- Wortspiel 😉

    Was mich beim Lesen deines Beitrages (der doch recht kurz ausgefallen ist) gedanklich bewegt, ist die Frage: Wer finanziert die Planung, Erstellung und Instandhaltung von Fahrradwegen in Dresden? Als Fahrradfahrer nutze ich diese bisher ohne eine persönliche finanzielle Belastung z.B. in Form einer Fahrradsteuer wahrzunehmen. Und ich stimme dir zu, dass ein derartiger Aufruf wenig sinnvoll ist – aus den von dir bereits genannten Gründen.

    @anonymer Mail-Schreiber: Betrachtet man die Stadtentwicklung der letzten Jahre, mag es hier und da recht groÃ?e Streitereien gerade um Fahrradwege gegeben haben ABER sind wir doch mal ehrlich – die Stadt ist zusehend bemüht, uns Fahrradwege zur Verfügung zu stellen, ohne das wir Fahrradfahrer explizit einen Beitrag dafür leisten – abgesehen von der darauf folgenden Nutzung! Dass soll jetzt kein Aufruf zu einer Fahrradsteuer/-wegemaut/-gebühr sein, vielmehr ein GedankenanstoÃ? für eine weniger aggressive Art sich gegen/für geplante BaumaÃ?nahmen im Bezug auf Fahrradwege stark zu machen.

    Und was mir an dem Beitrag auch nicht gefällt … jeder weiÃ?, dass es für Politiker bestimmte Ziele gibt und deren Umsetzung nur mit einer kritischen Masse an Wählerstimmen möglich ist. Grundsätzlich glaube ich nicht, dass es in unserer Landesregierung Vertreter gibt, die absichtlich oder bewusst gegen den Ausbau von Fahrradwegen sind. Und wenn doch, dann haben wir (die Mehrheit der Wähler) genau diese Vertreter in ihr Amt gewählt!

    ^ Meine persönliche Meinung!

    P.S. Kurz nach der Flut habe ich mich gefragt, zugegebenermaÃ?en mit einem kleinen schlechten Gewissen, wer den die Säuberung des doch so schön gewordenen Elberadwegs (den ich täglich nutze) finanziert. Mich bewegte ein Gedanke dabei – so wie viele Bürger dieser Stadt gemeinsam Sandsäcke befüllt/gestapelt haben, um ihr eigenes Hab und Gut oder auch das von Freunden/Bekannten/Verwandten zu schützen, genau so hätten auch Fahrradfahrer ihren Anteil an der Säuberung haben können! Ich möchte hier keinem Fahrradfahrer zu nahe treten aber die Radwege bekommen wir für lau!!! Wäre ich Politiker und müsste darüber entscheiden, würden auch bei mir die wirtschaftlichen Interessen der Stadt im Vordergrund stehen!!! Wir sollten froh sein, dass wir kostenlos Fahrradwege gestellt bekommen und im Gegensatz zu Anliegern von StraÃ?en keinen Beitrag leisten müssen!!!

  2. En Rikoam 15. Juli 2013 um 10:29 Uhr

    Und weil es mich interessierte, wer Radwege, deren Erstellung und Instandhaltung finanziert bzw. wer für die Planung neuer bzw. der Modernisierung vorhandener Fahrradwege in der Stadt Dresden verantwortlich ist, habe ich diese Fragen einfach mal an Einen aus dem Stadtrat gestellt und folgende Antwort erhalten …

    „Zu deinen Fragen: Die Radwege in der Stadt werden aus dem Stadthaushalt finanziert und zwar sowohl Unterhalt als auch Planung und Neubau. In jedem Haushalt werden Gelder auch für den Radwegebau bereitgestellt. Hier gibt es natürlich gewisse Verteilungskämpfe sowohl in der Verwaltung als auch im Stadtrat. Manche wollen lieber weniger Radwege dafür mehr StraÃ?en. Die Motive sind sehr unterschiedlich.

    Die Planungen und auch der Unterhalt wird vom StraÃ?en- und Tiefbauamt verantwortet. Bei Wegen in städtischen Parks ist das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft zuständig. Ersteres macht in der Regel auch die Vorschläge, welche Radwege als nächstes gebaut werden sollen. Manchmal gibt es da auch Anträge und Beschlüsse aus dem Stadtrat. So haben wir uns seinerzeit sehr für die Erweiterung des linkselbischen Radwegs zwischen Innenstadt und blauem Wunder eingesetzt. Die Arbeiten laufen dazu inzwischen.“

    … vielleicht hilft es dem anonymen Mail-Schreiber zur Planung einer gezielteren Aktion“ 😉

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