Sep. 02 2007
Lauf Pferdchen, Lauf!
Als „Wahldresdner“ muss man irgendwann einmal die Pferderennbahn in Dresden besuchen. Wir haben uns heute bei phantastischem Wetter spontan dazu entschlossen, uns das ganze Spektakel mal anzuschauen. Kurz vorher hatten wir uns noch bei einer Reitsportexpertin die nötigen Tipps besorgt, um nicht direkt als Neulinge negativ aufzufallen. So haben wir erfahren, dass es keinen Hutzwang gibt, der Eintritt je nach Art des Rennens kostenlos bis bezahlbar (2-4 Euro) ist und man ab einem Euro Wetteinsatz wetten kann. Dabei sollten wir uns die Pferdchen vorher nochmal genau anschauen und auf die augenscheinlich nicht so überzeugenden Starter tippen. Obwohl man vor jedem Rennen noch genügend Zeit hat, um die Teilnehmer genau zu begutachten, wussten wir mit dem Gesehenen nicht unbedingt etwas anzufangen. So versuchten wir uns zunächst auf die Pressetipps (Tipps verschiedener Sport-Zeitungen) und die jeweiligen Quoten (geringere Quote = weniger Risiko) zu verlassen.
So wetteten wir dann unter meiner fachunkundigen Regie gleich direkt im zweiten Rennen ganze zwei Euro auf eine Platzierung des Favoriten „Artec“ unter den ersten drei. Zwar ist die Quote bei einer Wette auf Sieg wesentlich höher, jedoch wollten wir erst einmal auf Nummer sicher gehen und eine Platzierung des Favoriten hielten wir (besonders ich) für sehr wahrscheinlich. Vom Start weg war Artec in Führung. Es schien also eine sichere Sache zu werden. Selbst auf der Zielgeraden lag der Gute noch souverän in Führung. Leider wurde er dann nach und nach von seinen Konkurrenten überholt, so dass zum Schluss weder Platz eins, noch Platz zwei oder drei sondern ein – für uns definitiv unbrauchbarer – vierter Platz herauskam. Na Toll…! Die ersten zwei Euro waren weg.
Die nächste Wette lief dann schon etwas besser. Lag es womöglich daran, dass nun die Damen der Schöpfung das Heft in die Hand nahmen? Womöglich, denn immerhin waren ein paar Cent der Lohn. Angestachelt von der knappen Niederlage aus unserer ersten Wette machte ich mich nun daran, einen Erfolg in der Königsdisziplin der Pferdewette zu erzielen. Der wahre Kenner wettet nähmlich auf Sieg – alles oder nichts sozusagen. Während ich nach dem ersten Versuch noch erfolglos blieb, konnte ich dann bei unserem letzten Rennen doch noch einen Erfolg verbuchen. Im fünften Lauf schaffte es „French Emotion“, wie von mir souverän vorhergesagt, auf den ersten Platz. Und das, obwohl das Rennen durch ein zwischenzeitlich ausbebüchstes Pferd um eine gute halbe Stunde verschoben werden musste. „French Emotion“ wurde mit diesem zusätzlichen Druck am besten fertig. Vermutungen, dass ich etwas mit der Flucht des Gaules zu tun gehabt hätte, möchte ich mit aller Entschiedenheit von mir weisen. So habe ich mit einem Euro Einsatz sage und schreibe Eins-Sechzig Gewinn gemacht. Insgesamt blieben unterm Strich 40 Cent Verlust für mich. Egal – der SpaÃ? wars definitiv Wert.





