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Sep. 17 2008

Ein Hoch auf die Sächsische Bildungspolitik

Kategorie Dresden


Spätestens nach dem jährlich mit Spannung erwarteten Pisa-Test werden sächsische Politiker nicht müde zu behaupten, dass die sächsischen Kinder deswegen vergleichsweise gut abschneiden, weil sie in den Genuss eines der besten öffentlichen Schulsysteme Deutschlands kommen. Kann man diesen Umkehrschluss tatsächlich uneingeschränkt gelten lassen? Ist unser tolles Bildungssystem tatsächlich der Grund dafür, dass unsere Kinder nicht ganz so blöd sind wie andere? Birgt eine derartige Argumentation nicht die Gefahr, dass man zu schnell nach den Lorbeeren greift, um sich darauf gemütlich auszuruhen und notwendige Reformen und Veränderungen als nicht mehr ganz so wichtig anzusehen?

Momentan scheint es in Deutschland im Allgemeinen und in Sachsen im Besonderen einen flächendeckenden Lehrermangel zu geben. Das führt so weit, dass es an einigen Grundschulen selbst Wochen nach dem Start des aktuellen Schuljahres keinen geregelten Stundenplan gibt. Es fehlen ganz einfach Lehrer. Da fragt man sich als unwissender Tropf (bin weder Lehrer, noch habe ich Kinder oder weiÃ?, wo der Hase in den sächsischen Bildungs-Beamten-Stuben langläuft) was da falsch gelaufen sein könnte. Ist es zuviel verlangt, dass sich die Verantwortlichen zeitnah darüber informieren, wieviele Lehrkräfte in den kommenden Jahren so gebraucht werden? Kann man nicht davon ausgehen, dass der eine oder andere Weisungsbefugte in den verantwortlichen Ã?mtern eins und eins zusammenzählen, und auf einen offensichtlichen Geburtenanstieg angemessen reagieren kann? Oder sind unsere Strukturen mittlerweile so verkrustet, dass halbwegs schnelles Handeln (bis ein Kind in die Schule geht vergehen immerhin um die 6 Jahre) momentan nicht möglich ist?

Da braucht man sich eigentlich nicht darüber wundern, dass irgendwann weder Lehrer noch Eltern und schon gar nicht die Schüler Lust auf Bildung haben.

Dr. Peter Buhrig – seines Zeichens Leiter der Regionalstelle Dresden der „Sächsischen Bildungsagentur“ – weist laut Wochenkurier die Kritik in Hinsicht auf die Personalprobleme an sächsischen Grundschulen zurück. Er meint, dass 67 von 68 Grundschulen planmäÃ?ig gestartet seien und es nur an einer Grundschule wegen Krankheit zu einem kurzfristigen Engpass gekommen sei. Hallo? Mir sind mehrere Grundschulen bekannt, in denen der Lehrermangel auch Wochen nach dem Start des neuen Schuljahres noch zu massiven Problemen führt. WeiÃ? der Mann tatsächlich nicht Bescheid oder versucht der die offensichtlichen Tatsachen unter den Tisch zu kehren? Beide Möglichkeiten hinterlassen bei mir kein gutes Gefühl…

Ein Kommentar

Ein Kommentar zu “Ein Hoch auf die Sächsische Bildungspolitik”

  1. Martinam 17. Sep. 2008 um 21:50 Uhr

    Nicht nur die Grundschulen sind betroffen. Unsere Azubis in der Firma haben am Anfang des Schuljahres auch nur vorläufige Stundenpläne gekriegt. Mittlerweile hat sich die Lage dort aber gebessert, soweit ich weiÃ?.

    Vor zwei Jahren hat ein Freund von mir sein Lehramtsstudium beendet. Da er in Sachsen keinen Job fand, ging er nach NRW, wo er mit Kusshand genommen wurde und dafür auch noch mehr Geld kriegt, als hiesige Lehrer. Da brauch man sich also über nix wundern…

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