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Juni 04 2013

Heute habe ich das erste Mal einen Mann gefragt…

Kategorie Dresden

…ob er meinen Sack halten möchte. Das sind Gespräche, die zwangsläufig entstehen, wenn man sich als Fluthelfer am Füllen von Sandsäcken beteiligt. Ich bin heute nach der Arbeit spontan bei der nächstgelegenen Sandsackbefüllungsstelle auf der HansastraÃ?e in Dresden vorstellig geworden. Grob geschätzt waren gegen 19 Uhr mehrere hundert Helfer vor Ort. Auf den ersten Blick sah es auch so aus, als würden die das auch ohne mein Eingreifen schaffen. Denkste! Einmal unglücklich im Weg rumgestanden und schon bekommt man einen Sandsack in die Hand gedrückt. Man ist dann ein einzelnes Glied in einer Kette und hat sich nicht eher zu entfernen, bis nicht jeder Sandsack der auf der einen Seite zugeworfen wird, nach einer leichten Drehung wieder an das nächste Kettenglied abgegeben wurde. Hat man dieses Einstiegstraining absolviert, kann man sich (wenn man ein passendes Schippwerkzeug bzw. einen Partner mit einem solchen findet) mit der etwas anspruchsvolleren Aufgabe des Befüllens von Sandsäcken befassen. Sieht einfach aus – ist es aber zunächst nicht. Nicht zu voll und nicht zu leer müssen sie sein. Ganz alte Hasen passen da penibel darauf auf und weisen einen mit Sicherheit irgendwann lautstark auf diesen Umstand hin.

Mein Lieblingsbild des Abends (leider ohne Foto, weil zum groÃ? rumknipsen war fast keine Zeit): Wie zwischen Sattelschleppern, LKWs, Transportern und Kombis ein kleiner Mini auf den Hof gefahren kommt und die Fahrerin das Auffüllen des Kofferraums mit Sandsäcken fordert. Nun dürft ihr mal raten, wieviele Sandsäcke man in ein solches Gefährt bekommt.

Was aufgefallen ist: Es schienen sehr viele Studenten am Start zu sein. Na klar – die haben ja sonst meist nix besseres zu tun (kenne ich ja von mir früher) und können da mal bei echter Arbeit was fürs Leben lernen. 😉

Ein groÃ?er Dank geht an die Leute, die die Helfer ständig mit Lebensmitteln versorgt haben.Es gab Getränke, Kuchen, Schnittchen & Brötchen, Bratwürste & Wiener und hunderte von Kinderriegeln. Da fehlte es an nichts.

Wer morgen noch nichts vor hat -> am besten in den einschlägigen Social-Media-Portalen informieren, wo man helfen kann.

2 Kommentare

2 Kommentare zu “Heute habe ich das erste Mal einen Mann gefragt…”

  1. Bettinaam 05. Juni 2013 um 21:39 Uhr

    Na toll!!! Und ich war deswegen eine Std. länger unterwegs, um nach Hause zu kommen. Hatte mich über Umwege bis zur Kreuzung Fritz-Reuter-Str./Hansestr. durchgepirscht. Wurde dann von einem Polizisten auf die Kreuzung vorgewinkt, musste stoppen, er musterte mich und meinte: Sie sehen nicht aus als ob Sie helfen wöllten, fahren Sie grade aus weiter! Ich hatte mit allem gerechnet, nur nicht mit diesem Kommentar!

  2. Hannesam 07. Juni 2013 um 22:01 Uhr

    Hi!

    Deine Schilderungen kann ich absolut bestätigen! Auch ich war auf der Hansastr.
    Es war überwältigend, wie viele Leute sich an dieser Aktion beteiligt haben.
    Das Gemeinschaftsgefühl war einfach nur spitze!

    … und ein paar von den Kinderriegeln habe ich auch abbekommen 🙂

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