Spiel - England - Minute - Eindruck

Jul 02 2011

Frauenfußball: WM2011 in Dresden

Kategorie Dresden


Dass ich mittlerweile schon ein heimlicher Fan des Frauenfußballs bin, sollte allgemein bekannt sein. Konnte man 2007 an dieser Stelle noch einem eher verhaltenen Artikel über den Gewinn der Fußballweltmeisterschaft lesen – war ich im letzten Jahr im Zuge der U20-Weltmeisterschaft dann auch mal live zu einem Spiel im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion. Selbverständlich konnte ich es mir da auch nicht nehmen lassen, zur „WM im eigenen Land“ mal bei einem Spiel vorbeizuschauen – zumal Dresden das Glück hatte, als einer der Austragungsorte ausgewählt zu werden. Also zog ich gestern los, um mit Frau und Freunden dem Spiel Neuseeland gegen England beizuwohnen. Als einziger in unserer kleinen Fangruppe war ich mit einem passenden T-Shirt (ein stilisierter Union Jack zierte meine Brust) ausgestattet. Kenner nationaler Beflaggungen werden ahnen, dass dieses Outfit zur Huldigung beider Mannschaften herhalten kann. Meine Frau – anders als meinereiner eher von der Krachmacher-Fraktion – hatte immerhin eine schwarz-rot-güldene Rassel/Ratsche im Gepäck.

Das Stadion war angeblich mit knapp 20.000 Besuchern gefüllt. Der subjektive Eindruck war jedoch der, dass viele Plätze freigeblieben waren. Meiner Meinung nach etwas unverständlich – zumal ich mich daran erinnern kann, vor einigen Wochen beim Bestellen unserer Karten kaum noch mehrere zusammenhängende freie Plätze gefunden zu haben. Die Preise für Speis&Trank hatten wie nicht anders zu erwarten war „Fifa-Niveau“. 4 Euro für ein 0,4-er Bierchen (zzgl. 1 Euro Pfand) ist doch schon recht stattlich. Da kann man nur hoffen, dass die Gelder halbwegs bei denen ankommen, die das Geld gebrauchen können – ich weiß – ein naiver Glaube.

Obwohl die Engländerinnen als Favoriten ins Spiel gingen, hatten die Neuseeländerinnen den besseren Start. Bereits nach 18 Minuten führten die Kiwis und England machte nicht den Eindruck, als könnte es das Spiel noch drehen. Zwar war die eine oder andere Großchance dabei – jedoch waren diese eher zufällig. Überhaupt waren herausgespielte Torchancen eher Mangelware. Ob das an der schlechten Leistung der einen oder dem aufopferungsvollen Kampfgeist der anderen Mannschaft lag, war in der ersten Halbzeit nicht klar erkennbar. Die zweite Halbzeit begann ähnlich holprig, wurde dann aber in der 63. Minute durch ein sehenswertes Kopfballtor deutlich interessanter. Nun stand es unentschieden – ein Endstand, der keiner Mannschaft so richtig weitergeholfen hätte. Endlich kamen die Neuseeländerinnen wieder etwas öfter vors gegnerische Tor. Leider war kurz vorm Strafraum Schluss – zwingende Aktionen waren die Seltenheit. In der 81. Minute drehte England dann das Spiel komplett und ließ sich den Sieg auch nicht mehr nehmen.

Insgesamt ein Spiel mit (fast) allem, was man auch vom Fußball der Herren her kennt. Längeres langweilig anzuschauendes Rumgekicke wird von einigen guten Szenen und sogar Toren unterbrochen. Gute Stimmung, rumgrölende Trunkenbolde – insgesamt eine gute Unterhaltung.

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