Spiel - Fans - Viertel - Dresden

Jan 07 2012

Dresden Titans vs. VfL Treuchtlingen

Kategorie Dresden


Gestern war es wiedermal an der Zeit ein Spiel einer Sportart zu besuchen, welche ich bisher noch nicht live gesehen habe. Die Wahl fiel diesmal auf Basketball, eine in Dresden leider (noch) nicht allzu populäre Sportart. Immerhin ist dadurch der Eintritt fast schon erschreckend günstig (5 Euro bzw. 3 Euro ermäßigt). Außerdem ist die Aussicht auf einen guten Sitzplatz nah am Spielfeld auch bei späterem Erscheinen kurz vor dem Spiel noch groß. Hat man wie wir schon vor einiger Zeit mal die „Dresden for Friends“-Karte angedreht bekommen, kommt man zu zweit für den Preis von einem Ticket rein. Also habe ich mir gestern Abend in Ermangelung einer ordentlichen „Baggy“ die Hose auf halbacht gezogen, und bin mich mit meiner Frau zur Margon-Arena getingelt.

Mein erster Eindruck: Die Dresden Titans sind erstaunlich kleine Titanen. Der kleinste Spieler misst gerademal 1,74. Damit ist mein erstes Vorurteil bereits vor Spielbeginn widerlegt. Außerdem ist der Altersdurchschnitt erschreckend niedrig. Ich konnte mich gerade noch so zurückhalten, die Veranwortlichen darauf hinzuweisen, dass die Kinder die da mitspielen doch schon zum Anpfiff ins Bett müssten. Glücklicherweise kam ich selbst darauf, dass ich mich mittlerweile schon fast mitten in den Dreißigern befinde und als alter Sack in der Beurteilung solcher Dinge vermutlich Dank der sich ankündigenden „Midlife Crisis“ befangen bin. Auch das Durchschnittsalter der Fans liegt deutlich unter dem, was man bei den traditionellen Sportarten Dresdens zu sehen bekommt. Ein Grund mehr zu vermuten, dass Basketball eine der aufstrebenen Sportarten Dresdens ist.

Kommen wir nun zu den sportlichen Details. Die Titans spielen in der Regionalliga Südost. Dies entspricht im Grunde der dritten Liga. Obwohl zu Beginn der Saison ein Platz unter den ersten fünf anvisiert wurde, spielt man nun zum Beginn der zweiten Saionhälfte um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Mit deutlichem Abstand steht man auf dem ersten Tabellenplatz. Wie auch in anderen Sportarten mittlerweile üblich, hängt so ein potentieller Aufstieg nicht nur von der sportlichen Leistung eines Teams ab – er kostet schlichtweg Geld. Nicht weniger als 80.000 Euro muss der Verein für eine Lizenz in der 2. Liga berappen. Trotz der souveränen Leistung in der bisherigen Saison sollte das gestrige Spiel gegen den 11. der Tabelle etwas Besonderes sein – hatte doch der VfL Treuchtlingen den Titans ihre bisher einzige Saisonniederlage beigebracht. Die Revanche lockte immerhin knapp 750 Fans, darunter auch einige mitgereiste Fans aus dem fernen Franken, in die Arena. Dabei schienen die Gästefans trotz ihrer Unterzahl zunächst die deutlich Aktiveren zu sein. Ob das folgende Banner genau für diese Gästefans gedacht war, ist mir leider nicht bekannt:

Das erste Viertel war ausgeglichen. Keine der beiden Mannschaften konnte sich einen größeren Abstand erarbeiten. Erst im zweiten Viertel konnten die Dresdner einen deutlichen Vorsprung herausholen, der dann im dritten Viertel auch tapfer verteidigt wurde. Das Spiel schien schon vor dem letzten Viertel entschieden zu sein. Denkste! In den ersten Minuten der letzten Spielzeit leisteten sich die Dresdner einen Fehlwurf nachdem Anderen. Ewigkeiten vergingen – der Ball wollte einfach nicht in den Korb. Punkt um Punkt kämpften sich die Gäste wieder heran. Jetzt endlich wurden die Dresdner Fans wieder lauter und mit vereinten Kräften konnte der Knoten zum Platzen gebracht werden. Obwohl der Endstand mit 87:66 dann doch recht deutlich ausfiel, war das Spiel in weiten Teilen alles andere als einseitig.

Fazit: Basketball in Dresden? Da kann man hingehen!

PS: Leider gibt es keine Bilder vom Spiel. Ich habe da momentan einige Probleme mit meiner Kamera. Zunächst dachte ich, sie wäre kaputt – aber aktuell sieht es eher danach aus, dass ich einfach nur zu blöd bin, sie zu bedienen…;-)

4 Kommentare

4 Kommentare zu “Dresden Titans vs. VfL Treuchtlingen”

  1. Patrick Rülkeam 07. Jan 2012 um 20:27 Uhr

    Hallo Torsten,

    zu erst ein mal großes Lob für den Artikel. Es ist immer sehr interessant eine neutrale Meinung von außen zu bekommen, von jemanden der noch nichts von uns gehört hat. Dein Fazit gefällt mir natürlich super. Nur um das klarzustellen, das Banner unseres Fanclubs war definitiv für die Auswärtsfans gedacht!

    Bilder folgen noch auf unserer Facebook-website: http://www.facebook.com/DresdenTitans

    Liebe Grüße

    Patrick Rülke

  2. Bastiam 08. Jan 2012 um 02:48 Uhr

    Guten Abend Torsten,

    auch ein Lob von mir für diesen Artikel. Ich gehöre zu der kleinen Gruppe der Aktiven Titans Fans (ATF), welche für diesen Spieltag auch u.a. dieses dargestellte Spruchband extra für diesen Spieltag hergestellt haben. Es war, wie Patrick schon schrieb, definitiv an die Treuchtlinger gerichtet, welche bei dem Hinspiel bei sich mehrere Sprechchöre anfingen, welche gegen Dynamo Dresden gerichtet waren.

    Ich persönlich finde es interessant wie die Lautstärke von dir eingeschätzt wurde. Da wir leider nur ~4 Leute vorne sind, die aktiv Trommelrythmen und Sprechchöre dem Spiel anpassen, ist es sehr schwer, eine Lautstärke aufzubauen, die überzeugt. Lediglich die Trommeln sind sehr laut, unsere Sprechchöre hingegen doch wahrscheinlich recht leise, wobei wir immer alles geben und ich teilweise auch finde, dass wir trotz der 3-4 Leute die mit“singen“, eine recht akzeptable Lautstärke hinbekommen. Dies ist allerdings nur subjektiv zu sehen und wir wissen nie, wie dies von anderen Zuschauern aufgefasst wird, ob man uns überhaupt hört usw.
    Die Treuchtlinger habe ich lautstärkemäßig persönlich nur selten wahrgenommen, trotz der großen Masse, laut deinem Artikel scheinen sie ja aber doch auch etwas lauter gewesen zu sein. Es ist aber sehr schwer bei diesem Publikum Leute dazu zu bewegen bei Gesängen oder komplexeren Klatschrythmen mitzumachen. Dennoch ist eine große Entwicklung zu sehen seit den letzten Jahren und wir hoffen, das wir das auch noch weiter ausbauen können!

    Mit freundlichen Grüßen

    basti

  3. blechkoppam 08. Jan 2012 um 15:49 Uhr

    Hallo,

    danke für das Lob und die Kommentare.

    Ich glaube in Bezug auf die Stimmung der Gesamtheit der Fans sind die Trommeln eher kontraproduktiv. Als Zuschauer denkt man sich: Warum aktiv werden, wo doch die Trommler ordentlich Krach erzeugen. Sobald die Trommler aber verstummen, macht sich eine merkwürdige Stille auf den Rängen breit. Vielleicht wäre eine stärkere Einbeziehung der ja durchaus recht zahlreich erscheinenden Fans ein Weg…also Sprechchöre oder Klatschrythmen die sich mit den Trommlern abwechseln. Vermutlich war das teilweise auch so geplant – kam halt weiter oben nur nicht mehr an. 3-4 Leute haben es natürlich auch nicht einfach. Wenn da mehr zusammenkommen, sieht das auch schon ganz anders aus. Vielleicht sollte man die „Mitsingwilligen“ auch versuchen aktiv anzusprechen und zentral hinter den Trommlern platzieren.

    Ich glaube aber auch, dass sich das schon noch entwickelt. Ihr seid auf einem guten Weg. Und da ich ja nochmal vorbeikommen muss, um „richtige“ Fotos zu machen, schau ich mir das Ganze demnächst einfach nochmal an…;-)

    Torsten

  4. Crowdfunding: Kleinbus für Basketball-Kidsam 14. Mrz 2012 um 20:28 Uhr

    […] solches Projekt des “Basketball-Clubs” Dresden aufmerksam. Für jemanden wie mich, der bekanntlich seit neuestem sogar ein kleiner Fan dieses großen Sports ist, ist es natürlich […]

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