Sep. 30 2009
Centrum-Galerie Dresden
Heute habe ich mir auch mal ein paar Stündchen Zeit genommen, um mir „unser“ neues Kaufhaus anzuschauen. Vom ersten Eindruck her durchaus beeindruckend. Architektonisch gesehen muss man sich in Dresden derzeit sicherlich weitaus Schlimmeres gefallen lassen. Ã?konomisch gesehen möchte ich allerdings bezweifeln, dass die Stadt Dresden mit der Genehmigung eines derart sprunghaften Anstiegs der Verkaufsflächen in der Stadt (Centrum Galerie, Erweiterung Altmarkt Galerie, Ausbau Elbepark) den richtigen Weg geht. Dem Einzelhandel geht es nicht nur durch die Weltwirtschaftskrise derzeit nicht besonders gut (siehe Karstadt). Die Menschen haben weniger Geld und das verteilt sich nun auch noch auf noch mehr „Interessenten“ – da legt sich selbst mir als Nicht-Experte auf diesem Gebiet die Stirn ruckartig in Falten. Dass sich die gefühlt 10 verschiedenen Schuhläden in der Centrum-Galerie langfristig halten werden, kann ich einfach nicht glauben.
Doch ich war nicht nur zum guggen vor Ort – ich wollte auch kaufen. Ein Upgrade meiner Kleidersammlung stand an. Aus der Presse hatte ich vernommen, das der Laden „The Sting“ besonders für junge, hippe Leute wie mich etwas passendes zu bieten hätte. Mit meiner Frau an meiner Seite (praktisch, da man bei falschen GröÃ?en nicht selber losrennen muss) stürmte ich voller Zuversicht ins Geschäft. Dort offenbarte sich mir gleich ein erstes Problem. Die Kleidungsstücke hängen meterhoch an der Wand, so dass man selbst als groÃ?gewachsener Jüngling wie ich einer bin, nicht so ohne weiteres an die begehrte Ware kommt. Glücklicherweise wurde meine Hilflosigkeit sofort von einem Verkäufer erkannt, welcher auch augenblicklich mit der Suche nach einem geeigneten Werkzeug begann. Kurze Zeit später hob er mir mit einem langen Haken meine gewünschten Pullis von der Wand. Gefiel mir dann aus der Nähe betrachtet doch alles nicht, so dass er die Kleidungsstücke Stück für Stück wieder zurückhängen konnte. Ich fands lustig, aber ob das auch dem unter Zeitdruck stehendem Kunden gefällt? Lustig fand ich allerdings nicht, was einem in den Kabinen zugemutet wird. Diese sind geschätzt 5m hoch. Die Sicht auf das Innere der Kabine wird von einem ebenso langen schweren Vorhang versperrt, den man jedoch nur mit Mühe so weit zuziehen kann, dass wirklich jeder neugierige Blick von auÃ?en unterbunden wird. Mehrfaches ruckartiges Gezerre brachte zumindest bei mir nicht den gewünschten Erfolg, so dass ich mich mühselig in eine Ecke zwängen musste, um meinen zarten Unterbau beim Probieren mehrerer Hosen nicht zur Schau zu stellen. Dass das Dank des Spiegels nicht ganz funktiert hat, erfuhr ich dann im Nachhinein von meiner mich breit angrinsenden Frau – na Toll!
Lange Rede – kurzer Sinn: Ich hab in der Centrum-Galerie nichts gekauft. Nicht nur, weil mich weder die Lagerung der Ware noch die Kabine überzeugt hat, sondern weil einfach nichts meinen (laut meiner Frau sehr speziellen) Ansprüchen gerecht wurde. Fündig geworden bin ich dann in einem anderen Laden auf der Prager StraÃ?e – wegen mir hättet ihr das überdimensionale Schuhgeschäft (echt mal – so viele Schuhläden….nenene) also nicht bauen müssen…;-)
PS: Die Tiefgarage ist echt der Hammer! Man sieht durch Anzeigen vor jedem Abzweig, ob es sich das Abzweigen tatsächlich lohnt – also man sieht genau, wieviele Plätze noch frei sind. AuÃ?erdem zeigen LEDs über jedem Parkplätz an, ob dieser belegt ist oder nicht. So sieht man schon von weitem, wo frei ist, und wo nicht. Wenn ichs mir recht überlege, hätte ich mich allein deswegen daran erfreuen können, stundenlang durchs Parkhaus zu fahren…;-)
12 Kommentare zu “Centrum-Galerie Dresden”




wobei man anmerken sollte dass es zwar den Einzelhändlern deutschlandweit nicht sooo gut geht, die Einzelhändler in Dresden aber noch ziemlich gut dastehen. Besonders Karstadt ist hier ein gelungenes Beispiel, da afair das Dresdner Karstadt so ziemlich das einzige dieser Kette ist, das noch ernsthaft Gewinn erwirtschaftet.
Karstadt als Einzelhandel zu bezeichnen, wäre mir vor diesem Posting nie in den Sinn gekommen. Ich habe mir unter Einzelhändlern immer so Läden vorgestellt, in denen man die Verkäufer kennt, also in denen es vielleicht maximal 10 Angestellte gibt.
Andererseits ist lt. der Wikipedia-Def. von Einzelhandel als Gegenteil von GroÃ?handel die Centrum Galerie auch Einzelhandel. Wieder was dazu gelernt =)
Und wir sind uns nicht begegnet….
ich war heute mal drin und nach 20 min wieder drauÃ?en. Hatte keine Lust auf Schuhe und Klamotten probieren und zum gemütlichen Bummeln ziehe ich mir die Altmarktgalerie vor, das ist lieblicher fürs Auge und zum Treffen/Kaffee trinken. also mich ziehts nicht in den neuen Kasten, erinnert mich an x-beliebige Grossbauten. das retten auch die Ornamentwände nicht. nur die alten Waben draussen gefallen mir.
also mit den vorhängen im sting hatte ich keinerlei probleme. da hörst du dich nun wirklich etwas wehleidig an. auÃ?erdem glaub ich nicht das die zielgruppe dieses ladens unter zeitdruck steht.
fürs auge finde ich das centrum deutlich angenehmer als die altmarktgalerie. dort verzweifel ich regelmäÃ?ig an der reizüberflutung von farben und bewegung und – meines erachtens – zu schmalen wegen.
@az: Wir können uns gern mal vor Ort treffen, und dann zeigst du mir, wie du den Vorhang auf- und wieder zu machst. Ich vermute, dass selbiger bei dir bereits beim Betreten der Kabine zugezogen war und du ihn somit auch nicht von selber zuziehen musstest…ich bin doch nicht „wehleidig“…PFT!
😉
Bemerkenswert auch, dass du die „Zielgruppe des Ladens“ als eine solche erkennst, die nicht unter Zeitdruck steht… Zeitdruck war vielleicht auch nicht ganz der richtige Ausdruck meinerseits – mich nervt es halt, wenn man den Verkäufer bei bloÃ?em Interesse an einem Kleidungsstück heranzitieren muss, damit man selbiges mal aus der Nähe betrachten kann.
ähm nein ICH habe den vorhang geschlossen. sonst hätt ich das wohl kaum geschrieben…….
„zielgruppe“ wiederum sollte ausdrücken, dass leute, die dahin gehen um klamotten zu kaufen, in der regel nicht 5 minuten später irgendwo anders sein müssen; sondern sich für die tätigkeit Einkaufen (manchem soll sie ja spaÃ? bereiten) zeit nehmen.
p.s.: was heiÃ?t denn „PFT“?
Hm – in dem Fall muss es Kabinen unterschiedlicher Höhe geben. Meine war tatsächlich ziemlich hoch – ein Ding der Unmmöglichkeit einen brauchbaren Winkel zu bekommen, um den Vorhang zuziehen zu können – wenn du verstehst was ich meine…
„PFT“ ist ein Geräusch – kann ich auf diesem Weg schlecht beschreiben.
Ich kann blechkopp nur Recht geben, die Vorhänge gehen relativ schlecht zu. Sogar die Verkäuferin hat das schon festgestellt. Von auÃ?en soll es besser gehen, wurde uns gesagt 😉
ich verstehe nicht so ganz in welchem Laden du da warst- bei meinem Besuch war dort alles ziemlich groÃ?zügig ausgestattet(also auch die Umkleiden. Ich bin total begeistert von dem Konzept und muss sagen das ich von der Mode und dem Ambiente dort total begeistert bin. Mich erinnert The sting an Geschäfte die ich aus den USA so liebe. Du hast recht die Ware hängt echt hoch, aber die haben doch toal viel Personal dort im Laden….