Juli 04 2010
Ein unvergesslicher WM-Spieltag
Was war das nur für ein unglaublicher Spieltag gestern. Zuerst der unfassbare 0:4-Sieg von Deutschland gegen Argentinien, und dann noch das, vor allem in der zweiten Halbzeit, atemberaubend spannende Spiel von Paraguay gegen Spanien. Zwei Spiele die – wie man so schön sagt – in die Analen der WM-Geschichte eingehen werden.
Dem Deutschlandspiel haben wir quasi direkt vor unserer Haustür im Leonardo beigewohnt. Ich kann mich noch gut an die letzte WM erinnern – damals war regelmäÃ?ig die StraÃ?e für den Durchgangsverkehr quasi unpassierbar. In diesem Jahr war das etwas anders, denn seit einigen Tagen fährt der Schienenersatzverkehr der DVB direkt durch unser Viertel. Der Busfahrer, der gestern aller 20 Minuten mit seinem komplett leeren Gelenkbus durch die enge StraÃ?e raste, verstand leider keinen SpaÃ? und verschaffte sich ohne Rücksicht auf Verluste den nötigen Platz. Mag sein, dass seine Laune etwas getrübt war von der Tatsache, dass er an diesem Tag seine Arbeit verrichten musste. Vielleicht hatte er aber auch einfach nur schlechte Laune – so wie in der Branche leider nicht unüblich.

Abends sind wir dann, nachdem wir uns versichert hatten, dass der Andrang nicht allzu groÃ? war, zum Elbufer geradelt, um uns das zweite Viertelfinale des Tages anzuschauen. Spanien war der haushohe Favorit – Paraguay für sein gutes Stellungsspiel in der Abwehr bekannt. Einige Spanier waren auch mit vor Ort und freuten sich augenscheinlich auf ein FuÃ?ballfest. Erfreulicherweise kam es ganz anders. Die Spanier fanden kein Rezept gegen die mutig aufspielenden Paraquayer. Das Wechselbad der Gefühle begann in der zweiten Halbzeit.
Elfmeter für Paraguay – die anwesenden Spanier geschockt – Iker Casillas hält – die spanischen Sportfreunde jubeln. Nur 60 Sekunden später gab es gleich im nächsten Angriff einen Elfer für Spanien – Jubel unter den Spaniern – Xabi Alonso trifft – wieder jubeln die Spanier – doch der Schiri gibt das Tor nicht, denn ein Spieler war zu früh in den Strafraum gerannt – Fassungslosigkeit unter den Spaniern. Der Elfer wird wiederholt, Justo Villar hält und reiÃ?t den heranstürmenden Fabregas vor dem Nachschuss von den Beinen. Doch sieht der Schiri dies nicht und es steht weiter 0:0. Die Krönung dann in der 83. Minute, als Pedro zunächst den linken Pfosten trifft. David Villa schnappt sich den zurückspringenden Ball als erster und hämmert den Ball – nein – nicht ins Tor sondern an den rechten Pfosten. Von da rollte der Ball hinter dem Torwart auf der Linie entlang wieder an den linken Pfosten und dann ins Tor. Wahnsinn.
Hier ein kleiner Auschnitt der Halbzeitanalyse der sogenannten FuÃ?ball-Experten von RTL – Jürgen Klopp und Günther Jauch (meiner Meinung nach immer noch besser als Netzer&Delling bzw. Kahn& Katrin „Innerer Reichsparteitag“ Müller-Hohenstein), die live vor Ort waren. Lustig zu sehen, wie sich die Zuschauer schon vor der Halbzeitpause wie Lemminge vor der TV-Bühne versammelten, um den TV-Stars zu huldigen. Eine öffentliche TV-Kritik wie neulich in Aachen gab es allerdings nicht – nur einen Schreihals, die direkt neben mir seine Meinung über die Leistung der Spanier in der ersten Halbzeit kundtat.
Nun gehts im Halbfinale gegen Spanien – ein besserer Gegner als Paraguay wie ich finde. Für Löw wird die schwierigste Aufgabe jetzt sein, die Jungs auf den Teppich zurückzubekommen. Auch wenn sie in den Interviews immer wieder behaupten, dass sie die Bodenhaftung nicht verloren haben, merkt man ihnen doch eine innere Euphorie an, die im Spiel leicht mal hinderlich sein kann. Seis drum – ich freue mich auf das Halbfinale und hoffe auf das Finale Deutschland gegen die Niederlande…;-)
PS: Bei YouTube sieht man jetzt den genauen Stand der Verarbeitung des hochgelandenen Videos – ein recht brauchbares Feature.
PPS: WAAAAS hat YouTube aus meinem qualitativ hochwertigen HD-Video gemacht? Sieht ja total bescheiden aus. 🙁
PPPS: Aha – dauert nach der Verarbeitung wohl noch ein wenig, bis die Qualität stimmt – jetzt passt es.



