Dez. 16 2012
Feuerwerk fotografieren
Eher beiläufig habe ich gestern über die Facebook-Seite von FWK-ART.de von dem Zitat „…jährlichen GroÃ?feuerwerk welches das Stadtfest und die Pyro Games in den Schatten stellt…“ erfahren. Den genauen Anlass könne man nicht verraten (wie spannend) und es wäre wohl für alle interessierten Feuerwerk-Knipser eines der nicht wenigen Highlights in dieser Stadt. Leider konnte zunächst kein sehr genauer Start-Zeitpunkt verraten werden, so dass ich mich leichtsinnigerweise zu sehr auf 22 Uhr orientierte. Später wurde der Start dann auf eine halbe Stunde eher prognostiziert, was dazu führte, dass ich erst mit dem ersten Donnerknall am StraÃ?enrand stand, ohne einen Standort gefunden, geschweige denn mein Equipment in Position gebracht zu haben.
Dabei ist der Standort beim Fotografieren von Feuerwerken nicht unwichtig. Neben dem optimalen Blick auf das Spektakel, sollten möglichst wenige störende künstliche Lichtquellen im Blickfeld sein. Auf der Facebook-Seite wurde ein Blick von der Neustädter Seite bzw. der Bergbahn in Richtung Blaues Wunder als optimal bezeichnet. Beides verstand ich nicht so recht – sollte doch das Feuerwerk bei den drei Elbschlössern stattfinden. Somit stellte ich mich natürlich auf die Johannstädter-Seite. Dass das dann doch nicht die optimale Entscheidung war, bemerkte ich nach wenigen Minuten. Dann nämlich war das Feuerwerk zwischen den Schlössern beendet und die eigentliche Show startete auf der anderen (meiner) Elbeseite ungefähr in Höhe des Waldparks. Na toll! Also nach den ersten Aufnahmen das Stativ samt Kamera unter die Arme geklemmt und Richtung Elbe gewetzt, um wenigstens halbwegs ordentliche Fotos zu bekommen. Dass dann auch noch ein leichter Nieselregen einsetzte, machte die gesamte Aktion nicht unbedingt zu einem vollen Erfolg. Dennoch bin ich mit dem Ergebnis halbwegs zufrieden:
Nun noch einige Details für alle technisch interessierten. Zunächst einmal muss man sich damit abfinden, dass speziell beim Fotografieren von Feuerwerken der Zufall ein ständiger Begleiter ist und das Ergebnis maÃ?geblich mit beeinflusst. Gerade dieser Aspekt bereitet mir ein gewisses Unbehagen, da ich die Dinge gerne in meiner Hand habe. Nichtsdestotrotz gibt es einige Grundregeln, deren Beachtung sich durchaus positiv auswirken könnte.
- Stativ verwenden (beim Standort auf künstliche Lichtquellen achten)
- geringe ISO-Einstellung, Automatik-Modus deaktivieren (ISO 100 war meine Wahl)
- vorher auf einen Punkt in der Ferne scharf stellen, den automatischen Fokus deaktiveren
- Wenn möglich Fernauslöser verwenden
- Bildausschnitt gröÃ?zügig wählen, um auch das Feuerwerk in der Höhe einzufangen
- eher eine weitwinklige (kleine) Brennweite
- RAW-Format verwenden (falls vorhanden)
- internen Blitz deaktivieren (sollte allerdings selbstverständlich sein) 😉
Die kniffligste Einstellung beim Fotografieren von Feuerwerken ist die Blende. Da Feuerwerke eher in der Ferne stattfinden, ist die Wahl einer möglichst kleinen Blende (ab 8 aufwärts) für eine möglichst groÃ?e Tiefenschärfe Pflicht. Das klingt erstmal einfach. Dennoch ist die Wahl der richtigen Blende angesichts der Tatsache, dass ein Feuerwerk bzw. die einzelnen Elemente verdammt unterschiedliche Helligkeiten aufweisen können, eher ein Glücksspiel. Gerade aus diesem Grund würde ich auf die feste Einstellung der Belichtungszeit verzichten und an der Kamera den Bulb-Modus wählen und je nachdem, was der Feuerwerker da so an den Himmel zaubert, den Verschluss mittels Fernauslöser zünden. Dabei sollte man ständig die Helligkeit, die fest eingestellte Blende und die aktuelle Belichtungszeit im Kopf haben, um gegebenenfalls nachzuregulieren. Gerade bei den ersten Versuchen sollte man nicht bei jedem Foto ein herausragendes Ergebnis erwarten. Vielmehr sollte man die einzelnen Fotos (am besten schon während des Shootings) anhand der eingestellten Parameter prüfen, lernen und Erfahrungen sammeln.



