Diafotografie - analog ist (noch) lange nicht tot!
Kategorie: Fotografie & digital Art , tags: Fototechnik
Die Vorteile digitaler Fotografie sind kaum von der Hand zu weisen. Qualitativ hochwertige Bilder, schier unbegrenzte Möglichkeiten der Bearbeitung, einfache Archivierung undsoweiterundsofort. Welchen Grund sollte es also heutzutage noch geben, zu einer analogen Kamera zu greifen? Mindestens ein Grund fällt mir da spontan ein: die Diafotografie.
Dias sind digitalen Bildern in Hinsicht auf Schärfe, Farbtreue und Tonwertumfang (noch) weit überlegen. Außerdem hat der Fotograf durch die Einzigartigkeit eines jeden Dias die Möglichkeit, ganz anders an jedes neue Foto heranzugehen. Da keine Nachbearbeitung möglich ist, müssen alle Einstellungen sitzen. Weder am Bildausschnitt, noch an der Belichtung kann im Nachhinein manipuliert werden. Was auf den ersten Blick wie ein offensichtlicher Nachteil aussieht, entpuppt sich in Wahrheit als eine Chance, um schon beim Fotografieren bewußter zu versuchen, auf alle möglichen Details zu achten. Dabei entstehen oft nicht ganz fehlerfreie Unikate mit einem ganz speziellen Charme.
Während meines letzten Urlaubs habe ich das Wagnis auf mich genommen, und bin nicht nur mit einer digitalen, sondern auch mit meiner etwas betagten analogen Spiegelreflexkamera bewaffnet durch die Gegend gezogen. Anfangs war ich ob dieser doch bisweilen etwas unbequemen Ausrüstungsvielfalt sehr skeptisch. Allerdings habe ich mir im Vorfeld noch einen passenden Fotorucksack zugelegt, so dass sich das Equipment gut verstauen ließ. In einer Woche habe ich so ganze zwei 36-er Kodak Diafilme füllen können. Wieder zu Hause angekommen, stellte sich die Frage nach der Entwicklung der Diafilme. Diese werden nämlich nicht mehr von allen Laboren verarbeitet. Zwar bieten viele der großen Elektronikmärkte die Entwicklung und Rahmung von Dias für einen kleinen Preis an, jedoch soll laut meinen Informationen die Qualität sehr unterschiedlich bzw. unter Umständen eher bescheiden sein. So habe ich mich nach einiger Recherche für FARBGLANZ, einen etwas teureren kleinen Anbieter, entschieden. Ich ließ mir also eine Fototasche kostenlos zuschicken und erhielt auf die erste Bestellung immerhin 25% Rabatt. Zwar dauerte die Entwicklung mit anderthalb Wochen etwas länger als erwartet, dafür konnte ich mit der Qualität sehr zufrieden sein. Bei der Rahmung der Dias habe ich mich dann aber doch auf mein eigenes handwerkliches Geschick verlassen. Äußerst hilfreich war dabei ein kleines Dia-Schneidergerät mit Lampe und Lupe. Diese gibt es gerbaucht und sehr preisgünstig.
Am Wochenende wurden die Dias dann im kleinen Kreise über den gut dreißigjährigen Projektor meines Vaters vorgeführt. Auch auf der Leinwand konnte sich die Qualität sehen lassen. Natürlich wurde meine momentane Begeisterung für die Diafotografie gleich noch dazu ausgenutzt, um ein paar peinliche Dias aus meiner (scheinbar) unbeschwerten Kindheit nachzuschieben. Die Details möchte ich an dieser Stelle lieber für mich behalten.
PS: Falls jemand einen Diaprojektor nebst Leinwand für wenig Geld in liebevolle Hände geben oder gar verschenken möchte, kann er sich gern bei mir melden.
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September 4th, 2008 at 19:07
Pentacon DB1…
Ja - das war noch echte Technik! Ohne viel Schnickschnack. Einfach nur gebaut um zu funktionieren. Ich habe mir heute einen sogenannten “Kleinbild-Diabetrachter” für nichtmal 10 Euro ersteigert. Gebaut wurde das Teil in den 70-er Jahr…