Daten - Festplatten - Backup - Punkt

Sep 15 2008

(M)eine ultimative Datensicherungsstrategie

Gerade im „Digitalen Zeitalter“ ist die Sicherung von Datenbeständen ein wichtiges Thema. Reichte es früher noch, ein Foto in ein Fotoalbum zu kleben, um sich auch noch in einigen Jahrzehnten daran zu erfreuen, muss man das Thema heute geradezu strategisch angehen. Jeder, der schon einmal den Verlust wichtiger Daten zu beklagen hatte, weiß wovon ich schreibe. Nachfolgend nun meine Strategie für die optimale Datensicherung.

Zunächst einmal gibt es gewisse Anforderungen, die man an die Datensicherung stellen sollte. Eines der in meinen Augen wichtigsten Kriterien ist die Einfachheit verbunden mit einem minimalen Zeitaufwand. Da der Mensch im Allgemeinen ein nicht besonders fleißiges Geschöpf ist, und sich nur ungern mit langweiligen immer wiederkehrenden Aufgaben befasst, könnte ein zu komplexer Vorgang auf lange Sicht Fehler produzieren oder aus wachsender Bequemlichkeit heraus nicht mehr konsequent regelmäßig durchgeführt werden. Auch das ausgeklügeltste Backup-System wäre in diesem Fall irgendwann zum Scheitern verurteilt. Damit sind wir schon beim zweiten Punkt – nämlich dem zeitnahen Sichern anfallender Daten. Ein Backup ist im Fall des Falles wenig wert, wenn gerade die aktuellsten Daten fehlen. Mindestens genauso wichtig ist die Frage der Haltbarkeit der verwendeten Medien auf der einen – und die Wahl der Formate auf der anderen Seite. Zu guter Letzt ist auch noch die Anzahl bzw. Aufbewahrung von Backups von Bedeutung. Ein Backup, welches in räumlicher Nähe zum originalen Datenbestand gelagert wird, ist spätestens im Falle des Eintretens „höherer Gewalt“ (Brand, Wasserschaden, Einbruch, etc…) als solches unbrauchbar.

Nachdem nun das Feld der Anforderungen weitestgehend abgesteckt wurde, folgt nun mein Lösungsverschlag. Meine „ultimative Datensicherungsstrategie“ besteht aus einem ausgeklügelten 3-Stufenplan, der alle im Vorfeld genannten Punkte berücksichtigt.

1. Arbeitsrechner mit Raid-1-System:

Ein Raid-1-System ist ein wahres Wunderwerk der Computertechnik. Man nehme 2 Festplatten, baue diese in den Computer ein und erstelle ein sogenanntes Raid-1-Array. Fortan speichert der Rechner die Daten automatisch bei jedem Schreibvorgang auf beiden Festplatten gleichzeitig. Je nach Speicherbedarf kann man die Anzahl der Festplatten auch weiter erhöhen. Dies hat jedoch den entscheidenden Nachteil, dass mehr Festplatten auch mehr Lärm, mehr Strom und höhere Anschaffungskosten bedeuten. Gerade der Lärmpegel und der Stromverbrauch sollten bei einem Arbeitsrechner jedoch nicht übertrieben steigen, weswegen ich die 2-Festplatten-Lösung auch für optimal halte. Fällt nun eine Platte aus, hat man nicht nur ein hochaktuelles Backup, sondern kann den Rechner bis zum Austauschen der defekten Platte ganz normal weiter bedienen. Allerdings ist davor zu warnen das Raid-System als kompletten Backup-Ersatz anzusehen. Gegen versehentliches Löschen, fehlerhafte Schreiboperationen oder Viren ist auch die gespiegelte Platte nicht geschützt, denn bei einer Spiegelung wird, wie es der Name schon sagt, jedes Bit 1:1 übertragen.

2. Externe USB/Firewire Festplatte:

Wie im ersten Punkt schon angedeutet, ist ein Raid-1-System kein wirklicher Backup-Ersatz – auch wenn es recht bequem wäre. Das Sichern wichtiger Daten auf einem externen Medium sollte in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt werden. Dabei gilt: je häufiger, desto besser. Dennoch muss man es durch das im Punkt 1 beschriebene Raid-1-System mit der Häufigkeit nicht übertreiben. Ich habe mich aus mehreren Gründen für eine externe USB-Festplatte als Medium entschieden:

  • Geringe Speicherkosten
  • hoher Datendurchsatz
  • Flexibilität / geringer Aufwand

Heutzutage bekommt man schon für 70 EUR eine externe Festplatte mit einer Kapazität von 500GB. Würde man ein Backup in dieser Größenordnung mit DVDs realisieren, müsste man in über 100 DVDs investieren…vom Handling dieser Scheiben ganz zu schweigen.

Für das eigentliche Backup der Daten gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. Da mir im Grunde ein 1:1 Abbild meines zu sichernden Datenbestandes reicht, habe ich mich für die Synchronisation entschieden. Dabei vergleicht ein Programm zunächst die zu sichernde Datenstruktur des Quellsystems (aktueller Datenbestand) mit dem Zielsystem (Backup). Danach werden nur die geänderten Daten auf das Backup-System übertragen. Der Vorteil liegt darin, dass man tatsächlich auch das genaue Abbild des Quellsystems erhält und auf dem Backup die im Quellsystem nicht mehr vorhandene Daten automatisch gelöscht werden. Außerdem werden nur die tatsächlich geänderten Daten übertragen. Ein Freeware-Programm zur Synchronisation unter Windows ist beispielsweise DirSync. Linux bringt mit rsync bereits ein Programm zur Synchronisation mit.

3. Externe USB/Firewire Festplatte oder Zweitrechner an einem anderen Ort:

Nun haben wir bereits zwei Maßnahmen, um einem möglichen Datenverlust vorzubeugen. Zusammengenommen bringen diese zwar schon eine recht hohe Sicherheit – dennoch sollte man noch einen Schritt weiter denken. Was wenn (ich sage nur Murphy!) diese beiden Stricke zu einem ungünstigen Zeitpunkt gleichzeitig reißen? Ein Einbrecher schnappt sich die Hardware, die Waschmaschine des Obermieters leckt oder des Untermieters Sohnemann entdeckt das offene Feuer… Schnell sind die sichergeglaubten Daten auf einem Schlag futsch. Um auch noch diesen Eventualitäten entgegenzutreten lohnt es sich, in eine weitere externe USB-Festplatte zu investieren und diese außerhalb der eigenen Wohnung unterzubringen. Am besten kauft man sich die in Punkt 2 eingesetzte Festplatte doppelt, staubt wenn möglich noch einen Mengenrabatt ab und tauscht in regelmäßigen Zeitabständen die beiden Festplatten aus. À propos Austauschen: Festplatten bestehen aus vielen mechanischen Einzelteilen und halten für gewöhnlich nicht ewig. Insofern sollte man kein blindes Vertrauen in diese Technik setzen. Je nach Laufzeit (Raid-Platten eher, externe Festplatten später) sollte man sich von diesen nach einiger Zeit trennen und in neue Hardware investieren.

2 Kommentare

2 Kommentare zu “(M)eine ultimative Datensicherungsstrategie”

  1. […] Ich habe mal die Dinge zusammengeschrieben, die mir in diesem Zusammenhang am Wichtigsten sind: (M)eine ultimative Datensicherungsstrategie. Klar ist aber auch, das man nicht alle Eventualitäten beachten kann. Man kann jedoch die Gefahr […]

  2. Bernhardam 28. Jan 2012 um 22:13 Uhr

    Interessant, dass andere Leute zu dem gleichen Lösungen kommen wie ich (:

    Zu 1: Da mir in den letzten x Jahren keine HD mehr abgeraucht ist verzichte ich auf RAID. Statt dessen ist mir ein RAID by Brain lieber. Sprich, ich starte per Hotkey ein „robocopy /mir“, das auf eine 2. HD geht. So spiegele ich nicht automatisch jedes Versehen, sondern kann sehr schnell den letzten Stand zurück holen.

    Zu 2: Ich nutze ebenfalls externe HDs. Aber nur 2,5″ HDs um das Geschiss mit den Netzteilen nicht zu haben. Ich setzte dabei bewusst auf die am weitesten verbreitete Schnittstelle USB. Nähme ich eSATA, FireWire oder anderes wäre im Notfall garantiert das richtige Kabel kaputt/unauffindbar …

    Zu 3: Schön, dass jemand mal etwas weiter denkt! Ich nehme regelmäßig eine HDs mit all meinen Dateien mit in die Firma. Darüber hinaus lagere ich die Daten noch bei Dritten. Damit meine Daten (und vor allem die mir anvertrauten Daten meiner Freunde) geschützt sind packe ich alles in einen TrueCrypt Container.

    Klar ist es erst einmal etwas mehr Aufwand, weil ich stets Skripte nutze und Geld kostet es ja auch. Aber es ist ein herrliches Gefühl meine Daten aus 10 Jahren Digitalknipserei, 17 Jahren eMail (!) und alle anderen Dokumente so irgendwo gelagert zu haben.

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