Nov. 22 2006
Verbietet die „Killerspiele“ und alles wird gut!?
Ein Computerspiel wie Counter Strike, welches von den Medien ja immer dann zitiert wird, wenn es um die sogenannten „Killerspiele“ geht, animiert genauso viel/wenig zur Gewalt wie der neue James Bond Film oder die Tagesschau. Natürlich ist es der einfachste Weg, erst einmal alle scheinbar offensichtlichen Gründe per Gesetz zu verbieten. Das es sich hier aber allenfalls um Symptome, nicht aber um Ursachen handelt, scheint nur wenigen klar zu sein. Der gemeine Politiker meint, seine Pflicht&Schuldigkeit zu dem Thema getan zu haben und läÃ?t sich als Problemlöser feiern. Nur leider sind die Gründe für solche Taten an ganz anderer Stelle zu suchen.
Der Täter im aktuellen Fall hat im Internet seine Spuren hinterlassen, die mittlerweile (sei es durch offizielle Stellen oder durch Leute, die nicht mit dem Täter in Verbindung gebracht werden wollen) leider mehr und mehr verwischt werden. Diese Spuren zeigen ganz klar den Weg auf, der ihn zu dieser Tat gebracht hat. Ausgrenzung aus der Gesellschaft, Einsamkeit und fehlende Anerkennung führten offensichtlich zu der Erkenntnis, dass das Leben alles andere als einen Sinn hat. Bereits 2004 erkannte er selbst, dass er mit diesen Problemen alleine nicht klarkommen würde und bat in einem Online-Experten-Forum für „Psychosoziale Probleme“ um Hilfe. Erschreckend ist vor allem, dass er bereits hier von einem Amoklauf spricht. Da die Schule auch in diesem Fall wieder Ausgangspunkt für die Tat zu sein scheint, und sich alle Aggressionen des Täters hier bündeln, wäre es meiner unqualifizierten Meinung nach richtiger, genau dort anzusetzen. Genau dort scheint aber keiner rechtzeitig die Gefahren erkannt zu haben. Vielleicht sehe ich das zu einfach, aber ich würde folgende MaÃ?nahmen ergreifen:
- weniger Schüler pro Klasse
- spezielle Schulungen für die Lehrer, wie man solche Probleme frühzeitig erkennen und ggf. lösen kann
- mehr Sozialarbeiter für die Schulen
Sicherlich würden diese Vorschläge mehr Geld kosten. Sicherlich wären diese Dinge nicht so herrlich schön populistisch, wie es ein Verbot der KILLERSPIELE wäre. Sicherlich wäre es alles andere als einfach. Und sicherlich würde das ganze vor allem einige Zeit dauern.
Aber die Politiker wollen „Killerspiele“ verbieten – herzlichen Glückwunsch, ihr habt den Kern dieses Problemes immer noch nicht verstanden! Den Killerspiele-Konsumenten wird von den sogenannten Experten Realitätsferne vorgeworfen…wenn ich diese Vorschläge sehe weiÃ? ich, was Realitätsferne bedeutet. Der nächste Amoklauf wird (leider) kommen.



