Jan. 30 2007
Rentenschätzer 2.0
Der Titel klingt eher nach einem Auftakt in einen satirischen Beitrag, trägt aber eher den Charakter einer Realsatire. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat einen „Rentenrechner“ herausgebracht und ganz im Stile von Web 2.0 selbige Versionsnummer verliehen. Ob es sich hierbei wirklich um eine „2.0-Version“ handelt, oder ob der verantortliche Beamte für die Namensvergabe lediglich eine schöne knackige und nicht ganz so abschreckende Bezeichnung gesucht und gefunden hat, bleibt ein Rätsel.
Dieses Tool zur Rentenschätzung trägt also den vielsagenden Namen „Rentenschätzer 2.0“ und dient wie zu erwarten der Offenbarung der zu erwartenden eigenen Rentenbezüge in Abhängigkeit verschiedener Faktoren. Als Ergebnis erhält man kurz aber in den seltensten Fällen schmerzlos ein wenig erheiterndes Diagramm mit drei Charts zur Nettoeinkommensentwicklung während der Einkommens- bzw. Rentenphase. Der wichtigste Wert dieser Auswertung steht allerdings ganz weit unten und heiÃ?t „Versorgungslücke“. Sobald dieser Wert über 0 â?¬ steigt (der bei dem das nicht der Fall sein sollte, darf sich heute einen extra Lolli kaufen) wird er in markantes rot eingefärbt – was nicht nur dem Kenner der Web 2.0-Szene nichts Gutes verheiÃ?t. Dieser Wert beschreibt also den Fehlbetrag zu einem „gesicherten Lebensstandard im Ruhestand“. Feine Sache – dieses Web 2.0.
Und auch das ZDF hat im Ringen um seine Zielgruppe den „Kampf gegen die Versorgungslücke“ bereits 2005 mit einem eigenen Rentenrechner eingeläutet. Leider ist man hier noch nicht auf dem neuesten Stand und kann darf muss maximal mit 65 in den Ruhestand treten.
Momentan scheint es so, als habe „Norbi“ mit seinem Spruch „Die Rende ist sischa“ doch recht gehabt. Bekommen wird vermutlich jeder was, der auch eingezahlt hat – nur reichen wirds nicht mehr! Unter den Brücken wird es zunehmend enger werden – ein weiterer Grund, warum Dresden noch eine Brücke braucht? 😉
Ein Kommentar zu “Rentenschätzer 2.0”




Tja, zum Thema Rentenrechner bzw. Rentenschätzer gibt es leider noch immer viel zu sagen. Am besten Hände Weg und nicht verwirren lassen! Lieber von einem unabhängigen (!!) Fachmann Rat einholen. Tools sind zwar praktisch, doch selten auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten…
GrüÃ?e