Apr. 04 2011
Ich bin Rechtshänder…
…wurde heute höchstoffiziell von meiner Zahnärztin festgestellt. Aha – dachte ich so bei mir – was für eine Nachricht. In diesem Moment kam ich mir vor wie Dr. Watson, der von Sherlock Holmes allein durch dessen Blick dazu ermuntert wird, die hochkomplexe Beweisführung zu entschlüsseln. Während ich noch überlegte, ob Frau Doktor jetzt erwartet, dass ich mich nach dem Warum ihrer Vermutung erkundige, hielt sie mir schon einen Spiegel vors Gesicht. Na Toll. So sehe ich also aus, während ich auf dem Zahnarztstuhl sitze und versuche, meine Angst – oder sagen wir besser – meinen Respekt – vor diesem mittels eines gequälten Lächelns zu überspielen. Auf diesen Anblick hätte ich gerne verzichtet. Meine Zahnärztin hat übrigens immer so eine Brille mit „aufgeklebten Lupen“ auf der Nase. Ich verspürte plötzlich das Bedürfnis, den Spiegel umzudrehen und ihr vor die Nase zu halten, um ihr zu zeigen, wie bescheuert sie aussieht. Gerade noch rechtzeitig erinnerte mich an die alte Grundregel, dass man es sich nie mit seiner Zahnärztin verscherzen sollte. Im Zweifel hat sie die schmerzhafteren Argumente.
Doch zurück zum Thema.
Kurz bevor sie mir den Spiegel vor die Nase hielt, wurde an meinen Zahnhälsen groÃ?flächig Zahnstein entfernt. Der Blick in den Spiegel machte deutlich, dass aus dem Zahnfleisch auf der rechten Seite ordentlich Blut tropfte. Aha – kombiniere, kombiniere. Das Zahnfleisch ist also rechts (da wo Schneide- in Backenzähne übergehen) deutlich schlechter als links. Wenn ich meine Zahnbürste (ich putze meine Zähne noch „Old School“ mit der Bürste…also quasi unplugged) in der rechten Hand halte, kann ich auf der rechten Seite nicht ordentlich Druck entwickeln – ergo – ich muss meinem rechten Kiefer etwas mehr Aufmerksamkeit schenken.
Wird gemacht Frau Doktor!
Das wars – dachte ich so bei mir. Bisschen Zahnstein entfernt, alle Füllungen gezählt und für inakt befunden und ein paar Tipps zum Zähneputzen abgegriffen. Bevor ich jedoch das Weite suchen konnte, wurde ich mit der Bemerkung, dass sie sich bei einem Zähnchen „nicht ganz sicher“ sei, zum Röntgen geschickt. Nicht ganz sicher? Gehts nicht noch ungenauer? Na klar geht das! Nach dem Röntgen wurde mir durchs halbe Wartezimmer zugerufen, dass der Zahn doch „dran“ wäre und ich einen neuen Termin bräuchte. Meinem Zögern entgegnete sie mit einem schnell hinterhergeschobenen aber alles andere als beruhigenden „ist nichts Schlimmes“ – und schon war sie wieder verschwunden.
Ich habe keine Angst vorm Zahnarzt – nur Respekt – aber keine Angst! Was die wohl machen will…?!



