Blog - Dresden - VDR - Fotografie - Digital Stuff

Juni 23 2009

Bareinzahlung bei einer Internetbank (DKB)

Kategorie Dies & Das



Zu unserer Hochzeit wurden wir mit einer stattlichen Menge Bargeld überhäuft. Dieses bestand nicht nur aus handlichen Scheinen, sondern auch und gerade aus einer beachtlichen geschätzt 5kg schweren Menge Münzen. Ein groÃ?er Teil davon war, wie bei solchen Anlässen oft üblich, erst nach Ã?berwindung diverser Barrieren in unseren Besitz zu bringen. So musste ein GefäÃ? zerkloppt und die Münzen von den Scherben getrennt werden. AuÃ?erdem waren enige Münzen in zwei riesigen Eimern mit feinstem Sand vom Spielplatz meines Neffen gründlichst vermischt worden. Hier sollten wir mit kleinen Sieben den unbrauchbaren (vor allem NASSEN) Sand von den kostbaren Münzen trennen. Klugerweise brachte mein Vater ganz flink aus der gut sortierten Werkstatt ein groÃ?es und damit für diese Aufgabe passendes Sieb hervor, so dass wir auch diese Herausforderung innerhalb weniger Minuten meistern konnten.

Schwieriger war dann doch das Extrahieren der Geldstücke aus einem komplett mit Gips ausgegossenen alten Rechner. Hier waren wir dann schon mit MeiÃ?el und Hammer (das Foto zeigt den ersten Versuch mit kleinem Werkzeug, später wurden dann gröÃ?ere Gerätschaften organisiert) längere Zeit beschäftigt.

Weitere Münzen waren dann noch in Goldbarren nachempfundenen Gips-Barren versteckt. Da sich (glücklicherweise) die verantwortlichen Gips-Mischer wohl etwas im Mischungsverhältnis vertan hatten, war auch diese Aufgabe einfach zu lösen, da wir die Barren fast mit der Hand zerdrücken konnten.

Aber ich schweife vom Thema ab.

Nach unseren – ich kanns nicht oft genug betonen HERVORRAGENDEN Hochzeitsfeierlichkeiten standen wir nun vor dem Problem zwar viel Geld zu besitzen aber nicht zu wissen, wohin mit dem ganzen Schotter. Als gewiefter Sparfuchs der ich nun mal bin, bin ich schon seit einiger Zeit Kunde bei der für gute Konditionen bekannten DKB-Bank. Da ich natürlich auch nicht auf die Werbegeschenke verzichten konnte, habe ich auch frühzeitig meine damalige Lieblingsstammleserin und jetzige Frau geworben. Nun sind wir also beide bei einer klassischen „Internetbank“ und standen vor dem Problem, Bargeld einzahlen zu müssen. Eine Anfrage (per Mail) bei der DKB-Filiale in Dresden brachte die schnelle Antwort, dass Bareinzahlungen bei der DKB seit diesem Jahr nicht mehr möglich sind. Freundlicherweise gab man mir auch gleich den Hinweis auf die Bundesbank. Diese hat in Dresden eine Filiale in der St. Petersburger StraÃ?e 2. Dort kann man (egal bei welcher Bank man Kunde ist) Bargeld gegen eine geringe Gebühr von einem Euro loswerden.

Wunderbar.

Also habe ich heute morgen meinen unseren kleinen Bargeld-Schatz (bestehend aus einem dicken Umschlag mit Scheinen, einem vollen Einweckglas sowie einer kleinen Schatztruhe voller Münzen) in meinem Rucksack verstaut und mich auf den Weg zur anderen Elbseite gemacht. Die Bundesbank-Filiale befindet sich gegenüber der Synagoge, ist von auÃ?en recht unscheinbar und nur durch die zahlreichen Ã?berwachungskameras erkennbar. Gleich in der Empfangshalle bekam ich ein leicht beklemmendes Gefühl. Ein kleines Schild wies mich darauf hin, dass ich mich zunächst beim Pförtner mit meinem Anliegen vorstellen solle, bevor mir Einlass gewährt werden konnte. Der Pförtner war kein einfacher Pförtner, sondern laut einem weiteren Schildchen ein „Einlassposten“. Dies und sein grimmiger Blick (ist vermutlich auch ein Einstellungskriterium für diesen Beruf) schwächten mein aufgrund des wenig einladenden Ambientes schon leicht angespanntes Nervenkostüm. Der Pförtner Einlassposten grummelte etwas, was ich nicht verstand und wies mit einer wenig einladenden aber vermutlich so gemeinten Geste zu einer Tür mit elektronischem Schloss. Hier lieÃ? er mich zunächst feststellen, dass die Tür verschlossen war. Erst nach meinem prüfenden Blick in sein hinter einer vermutlich schusssicheren Glasscheibe gelegenes Kabüffchen veranlasste ihn dazu, den richtigen Knopf zu drücken, um mir so mit einem süffisanten Lächeln die Tür zu öffnen. Ich lächelte mit einem „Danke, Arschloch“-Lächeln zurück und durfte in eine groÃ?e Empfangshalle eintreten. Hier kam ich mir dann zum zweiten Mal so richtig schön klein vor und schaffte es nur mit dem Gedanken an unser reichliches Barvermögen den aufrechten Gang konsequent beizubehalten. Eine Bankangestellte kümmerte sich sofort um mich und fragte nach meinem Anliegen. Sie verstand sofort, legte mir den passenden Einzahlungsbeleg vor und wies mich zu einer wieder durch ein elektronisches Schloss gesichterte Tür. Verwegen lächtelte ich beim Eintreten in den Kassenraum in jede sich mir offenbarende Ã?berwachungskamera. Ich weiÃ? nicht, was die Bankangestellte hinter der – vermutlich ebenfalls mit Panzerglas gesicherten – Scheibe zu dieser Vermutung veranlasste, aber einer der ersten Sätze die sie ins Mikrofon zwitscherte war

„Sie sind wohl zum ersten Mal hier?“

Vielleicht waren es die etwas unkonventionellen GeldgefäÃ?e, die ich vor ihr aufreihte. Das Einweckglas passte natürlich nicht in den für den Transfer des Bargeldes vorgesehenen Schieber. Also musste ich die Münzen zunächst erst einmal in einen schicken grauen Sack (vermutlich aus Jute) abfüllen. Ich dachte, dass das Geld jetzt ganz modern durch diverse Zählmaschinen gejagt werden und mir der Gesamtbetrag binnen weniger Sekunden genannt werden könnte. Dies war nicht der Fall. Jeder einzelne Schein wurde von der Bankangestellten überprüft. Dabei brachte sie den lustigen Spruch, dass wir gleich sehen werden, was ich für Gäste gehabt hätte. Während der Zeit der händischen Ã?berprüfung (es waren auch sehr viele 5-EUR-Scheine dabei) erzählte sie so manchen Schwank aus ihrer bisherigen Zeit bei der Bundesbank. Da kommen doch tatsächlich Leute, die laminiertes (weil – sieht ja als Geschenk schöner aus) Geld einzahlen wollen. Oder andere erzählen, dass sie zur Hochzeit eine Mikrowelle geschenkt bekommen haben und darin noch Geld versteckt war, was leider erst nach der Inbetriebnahme aufgefallen ist. Nach der Zählprozedur stellte sich heraus, dass sich meine Frau bei den Münzen um exakt 1,02 Euro verrechnet hatte. Nunja – wollen wir mal nicht kleinlich sein.

Nun sind wir die Kohle endlich los. Dies wird auch das Reisebüro freuen, dem ich schon angedroht hatte, unsere Hochzeitsreise mit Bargeld/Münzen bezahlen zu wollen. 😉

4 Kommentare

4 Kommentare zu “Bareinzahlung bei einer Internetbank (DKB)”

  1. Bettinaam 25. Juni 2009 um 17:23 Uhr

    Eh, lustig! Kann mir gut vorstellen, wie Torsten (sicher mit Fahrrrad angereist!?) mit Rucksack, Einwegglas und diversen Behältnissen durch alle Sicherheitsschleusen der Bank sein Vermögen denen übergeben hat. – Prima für diesen Tipp. Bin selbst DKB-Kunde, hatte jedoch noch nie das Vergnügen, Bargeld einzahlen zu wollen, aber was nicht ist kann ja noch werden!

  2. blechkoppam 25. Juni 2009 um 18:45 Uhr

    …höre ich da etwa schon die Hochzeitsglocken läuten? 😛

  3. Ericham 30. Aug. 2010 um 09:50 Uhr

    …bis auf das â??Danke, Arschlochâ?-Lächeln ein interessanter Beitrag.

  4. Jensam 30. Okt. 2011 um 22:37 Uhr

    Ohhh.. wie im Mittelalter.. ich bin bei der Volksbank Kunde und jetzt beruflich bedingt in einem andern Ort in Deutschlandâ?¦ leider ist die Volksbank nicht gleich Volksbank.. denn in der einer Volksbank in Hessen sagte man mir ich kann da kein Geld auf mein Konto der Volksbank in einem andern Ort einzahlenâ?¦???

Einen Kommentar hinterlassen


Spammen zwecklos!
Lediglich zum Zwecke der Linkverbreitung abgegebene Kommentare werden kommentarlos gelöscht!