Kamera - Rehe - Spiegels - Canon

Dez 12 2009

Auf der Pirsch

Kategorie Dies & Das


Heute bin ich beim Frühstück ganz hektisch aufgesprungen. Das mache ich sonst nie. Grund für meine Erregung waren zwei Rehe, die gemütlich über das Grundstück meiner Eltern spazierten. Auch das passiert sonst nie, denn das Grundstück wurde vor vielen Jahren eingezäunt. Ich durfte – damals noch als kleiner Bengel – dabei helfen und trug meinen Teil dazu bei, dass die Umzäunung derartig große Tiere davon abhalten sollte, sich an unseren Gartengewächsen zu laben. Nun schienen sie einen Weg – wahrscheinlich über das Nachbargrundstück – gefunden zu haben. Hm – lecker Wild – dachte ich noch so bei mir und griff instinktiv zu meiner Flinte Kamera. Stabilisiertes Tele aufgeschraubt, Akkuladung geprüft, ISO auf 1600 geknallt und los gings. Vorsichtig kämpfte ich mich Schritt für Schritt durch den von meinem Vater eigenhändig angepflanzten kleinen Nadelwald. Immer darauf bedacht, so wenig Geräusche wie möglich zu machen, scheuchte ich gleich ein paar Elstern auf und trat hier und da auf umherliegendes Geäst. Mir war bisher nicht bewusst, wieviel Lärm so ein paar welke Blätter machen können, wenn man ganz vorsichtig drauftritt. Nach einigen Minuten der Suche wollte ich schon aufgeben. Ich vermutete, dass die Zwei mittlerweile wieder ihren Weg in die Freiheit gefunden hätten. Doch dann sah ich die beiden wenige Meter vor mir regungslos im Dickicht stehen. Sie schienen mich schon seit einer Weile entdeckt zu haben, und beobachteten sichtlich angespannt mein Treiben. Langsam hob ich die Kamera, drehte die Brennweite vorsichtig auf Maximum, schaute durch den Sucher und ließ den Autofokus seine Arbeit aufnehmen. Als dieser meinte, das schärfste Bild gefunden zu haben, gab die Kamera den gewohnten Piepser von sich. Verdammt! In Bruchteilen einer Sekunde nahmen beide Rehe dieses ungewohnte Geräusch wahr und begaben sich, noch bevor ich mir Gedanken darüber machen konnte, ob das Klacken des Spiegels meiner Kamera die Tiere verschrecken könnte, auf die Flucht. Na Toll. Schnell das Piepsen ausgeschaltet und von neuem auf die Lauer gelegt. Obwohl die Rehe tatsächlich bei jedem Auslöser das leise Klacken des Spiegels hörten, und verschreckt zusammenzuckten, konnte ich doch einige gute Fotos machen:

Gut – ISO 1600 sieht bei der Canon 400D nicht ganz so toll aus. Und mein „Canon 55-250 4-5.6 IS“ gehört weder zu den besonders lichtstarken, noch zu den außerordentlich leistungsfähigen Teleobjektiven. Dennoch bin ich auf die beiden frühmorgendlichen Jagderfolge ä bissl stolz!

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