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Mai 23 2008

Die Qual der Wahl

Kategorie Dresden

Am 8. Juni ist es soweit – dann dürfen wir in Dresden wieder wählen. Diesesmal nicht direkt zwischen Brücke und keiner Brücke, sondern einen aus insgesamt acht Kandidaten, die sich der Wahl zum neuen Oberbürgermeister Dresdens stellen. Schon seit einiger Zeit wird der Dresdner mit Wahlplakaten auf dieses Ereignis aufmerksam gemacht. Für mich als politisch interessierten aber eigentlich inhaltlich weitgehend ahnungslosen wäre das eine Gelegenheit, mich über die Inhalte und Ziele der einzelnen Kandidaten zu informieren. Doch: Fehlanzeige. Die Eine wirbt damit, ein neues Kapitel aufzuschlagen – der Andere gibt an, öfter den richtigen Ton zu treffen. Wieder eine Andere fordert mehr Mut für Dresden während der Nächste schonmal klar macht, ein Dresdner zu sein. Schlussendlich gibt es die Phrase, dass man nur Großes erreichen kann, wenn man sich dieses auch vornimmt. Austauschbar – eintönig – nichtssagend. Ich höre schon die Kandidaten ob der geringen Wahlbeteiligung weinen und auf den dunkelrot oder kackbraun wählenden Bürger schimpfen. Hallo? Ihr wollt doch nicht ernsthaft irgendeinen Wähler mit diesen merkbefreiten Druckerzeugnissen überzeugen? In diesen Momenten beneide ich die Gruppe von Wählern, die sich schon frühzeitig eine Farbe ausgesucht hat, und immer gleich wählt…dazu gehöre ich (leider) nicht.

Mein erster Gedanke war: warum ist mir bisher in Zeiten von Web Zweinull noch keiner der Kandidaten im Internet aufgefallen? Richtig! Ich habe noch nicht ernsthaft danach gesucht, weil ich der Meinung war, dass diese in Politikerkreisen gern verteufelte „neue Technik“ von Selbigen für die eigenen Zwecke noch nicht genutzt wird. Dabei kann man das Internet doch wunderbar dazu nutzen, mit vergleichsweise wenig finanziellem Aufwand sehr viele potentielle Wähler zu erreichen. Ich war positiv überrascht – zu fast allen sich zur Wahl stellenden Kandidaten habe ich teilweise sehr ansprechende Internetseiten, in Einzelfällen sogar Blogs, gefunden. Das heißt zwar noch nicht, dass es die Politiker schaffen, über dieses Medium auch Inhalte zu transportieren (ich weiß, ich bin naiv diesen Anspruch zu stellen), aber immerhin ist das schon einmal ein Anfang.

Dr. Peter Lames (Kandidat der SPD)
Helma Orosz (Kandidatin der CDU)
Klaus Sühl (Kandidat Die Linke)
Eva Jähnigen (Kandidatin Bündnis 90/Die Grünen)
Friedrich Boltz (Kandidat der BürgerListe Dresden)
Dirk Hilbert (Kandidat der FDP)

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Außerdem entspricht die Sortierung nicht meiner persönlichen politischen Einstellung und stellt lediglich die Reihenfolge dar, in der ich die Kandidatenseiten gefunden habe.

Noch mehr Informationen zur Oberbürgermeisterwahl 2008 gibt es im StadtWiki.

5 Kommentare

5 Kommentare zu “Die Qual der Wahl”

  1. Daniel Weigeltam 23. Mai 2008 um 12:48 Uhr

    Fehlanzeige? Sorry, aber da musst Du Dich schonmal fragen, ob nicht auch Du was falsch gemacht hast. Ich bin in den letzten Monaten nur selten in Dresden gewesen, habe aber mindestens 2 Veranstaltungen mit Oberbürgermeistern besucht. Die eine drehte sich um die Staatsopereette (Da waren CDU, SPD, GRÜNE, LINKE) und die andere um die Bekämpfung von Rechtsextremismus (Da waren SPD, GRÜNE, LINKE). Beide Veranstaltungen waren vorher in Dresden plakativ angekündigt. ICh bin mir auch sicher, es waren nicht die einzigen.

    Aber danke für die Tipps mit den „Blogs“. 🙂

  2. Daniel Weigeltam 23. Mai 2008 um 12:49 Uhr

    Ach ja, es muss natürlich heisen: „Oberbürgermeisterkandidaten“.

  3. blechkoppam 23. Mai 2008 um 13:04 Uhr

    Das Wörtchen „Fehlanzeige“ bezog sich ausschließlich auf die inhaltslosen Slogans auf den Wahlplakaten.

    Plakate zu Wahlveranstaltungen zur OB-Wahl sind mir tatsächlich recht selten aufgefallen….wenn sie mir dann mal aufgefallen sind, wurden sie entweder zu Tageszeiten veranstaltet, an denen ich arbeiten oder nicht in der Stadt bin.

    Hätte ich schon eher mal auf der Seite eines Kandidaten vorbeigeschaut, hätte ich sicherlich auch eine „passende“ Veranstaltung gefunden….dort sind sie nämlich ab und an recht übersichtlich aufgelistet. Ist ja noch ein Weilchen hin – ich werde mir „die Brüder und Schwestern“ schon nochmal anschauen & -hören, bevor ich mein Kreuzchen mache.

    Nachtrag: Was die Volksvertreter zum Thema Radfahrer für eine Meinung haben, kann man bei den Umgebungsgedanken nachlesen:

  4. Daniel Weigeltam 23. Mai 2008 um 14:08 Uhr

    Der inhaltsloseste Slogen war vor über 10 Jahren der, als Christine Ostrowski von der PDS Bürgermeisterin werden wollte. Die Partei entblößte sich damals wirklich damit, auf ihren Wahlplakaten zu schreiben: „Christine ist ein guter Name für eine Oberbürgermeisterin.“

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