Stativ - Kamera - Manfrotto - Mini

Mrz 06 2011

Manfrotto & SlingShot


Ein Bereich, der vor allem von Neulingen der DSLR-Fotografie sträflich vernachlässigt wird, ist das Zubehör. Schnell hat man viel Geld für eine teure Spiegelreflexkamera ausgegeben und das Geld ist aufgebraucht. Das fängt bei nicht überzeugenden Kit-Objektiven an und hört bei klapprigen Stativen und nicht passenden Taschen auf. Den letzten beiden Bereichen möchte ich nun mit der Vorstellung meiner – für den Moment – optimalen Lösung widmen.

Als ich mich nach meinem ersten „richtigen“ Stativ umgeschaut habe, war hauptsächlich die Größe und damit auch das Gewicht ein Kriterium. Was nützt mir das schönste Stativ, wenn es angesichts der Abmessungen oft zu Hause gelassen wird. Damals entschied ich mich nach einem eingehenden Vergleich (Slik Mini GM vs. Manfrotto Modo 785SHB) für das Slik Mini. Ein knappes Kilo Gewicht, winzige 36cm Transporthöhe und der überzeugende Preis haben letztendlich den Ausschlag für den Kauf gegeben. Leider hat sich über die Jahre herausgestellt, dass die maximale Arbeitshöhe von 111cm zu oft zu gering ist. Meistens waren es „natürliche Barrieren“, die sich mit dieser „Höhe“ nicht überwinden ließen. Ein neues Stativ musste her. Die neuen Anforderungen: So klein&leicht wie möglich, so stabil wie möglich und eine höhere Arbeitshöhe als das Slik Mini. Nach längeren Recherchen und einigen Kandidaten bin ich dann eher durch Zufall auf das „Manfrotto M-Y 732CY“ gestoßen. Hier die nackten technischen Daten und der Vergleich zu meinem bisherigen „Slik Mini GM“:

Slik Mini GM Manfrotto M-Y 732CY
max. Arbeitshöhe 111,0cm 134,5cm (ohne Kugelkopf)
min. Arbeitshöhe 14,2cm 36cm (Herumdrehen der Mittelsäule möglich)
Transporthöhe 36,0cm 42,5cm
Gewicht 0,74kg 0,95kg
Nutzlast 2,0kg 3,5kg
Preis rund 55 EUR rund 120 EUR

Die Nutzung von Carbon als Material wirkt sich positiv auf das Gewicht und die Stabilität der Konstruktion aus. Etwas negativ ist mir zunächst die Festigkeit der beweglichen Teile aufgefallen. Hier braucht es anfangs schon etwas Kraft, um die Hebel und Beine in die richtige Stellung zu bekommen. Besonders der Manfrotto-typische Schalter für das Lockern der Mittelsäule ist doch etwas schwergängig. Hier hatte ich erstmal Angst, die nur aus Plastik bestehenden Teile kaputtzumachen. Andererseits – wie sagt man hier in Sachsen so schön „loggor wärn se von alleene“. Hier noch einmal zwei Fotos, die den Größenunterschied verdeutlichen:

Stativ-Vergleich Manfrotto M-Y 732CY mit Slik Mini GM

Stativ-Vergleich Manfrotto M-Y 732CY mit Slik Mini GM im ausgefahrenen Zustand

Zählt man zur maximalen Arbeitshöhe des Statives noch die Abmessungen des Kugelkopfes und der Kamera hinzu, so ist (bei 1,82 Körpergröße) im ausgefahrenen Zustand das Arbeiten bei nur leicht gekrümmerter Haltung möglich. Durchaus akzeptabel wie ich finde. Bei der Wahl des Kugelkopfes habe ich mir dann nicht so viel Mühe gegeben. Der Manfrotto 494RC2 war gerade bei Amazon im Angebot und somit konnte man das Stativ im Bundle mit dem Kugelkopf recht günstig erwerben. Da das Angebot immernoch aktuell ist, mache ich an dieser Stelle mal rotzfrech Werbung dafür:

Der Kugelkopf hat eine kleine Besonderheit, an die man sich erst gewöhnen muss. Das Aufstecken bzw. Entnehmen der Kamera ist nur über die gleichzeitige Betätigung zweier Hebel möglich. Dies scheint eine Art Sicherung vor zufälliger Bedienung zu sein. Was im Grunde keine schlechte Idee ist und der Sicherheit der Kamera dient, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als knifflige Fingerübung. Hier heißt es: Trockenübung machen und besonnen rumprobieren, bevor das Lösen der „Kindersicherung“ in einem Gewaltakt endet.

Wie bei Stativen fast schon üblich wird auch das Manfrotto ohne Stativtasche geliefert. Allerdings finde ich die Lösung, das Stativ immer in der Hand herumzutragen auch nicht besonders praktisch. Im Urlaub hatte ich bisher immer meine Frau dabei – aber mit der Zeit macht ihr das Herumtragen von Zubehörteilen auch keinen Spaß mehr. Zwar ist das Stativ nicht schwer, aber es stört doch ein wenig. Eine Lösung für dieses Problem kam mir eher zufällig vor die Augen.

Ich bin großer Fan der SlingShot-Reihe von Foto-Rucksäcken der Firma Lowepro. Ich besitze bereits den kleinen 100AW und den etwas größeren 200AW. Der Vorteil dieses Konzepts: Man kann den kompletten Inhalt des Rucksacks durchstöbern, ohne ihn vom Rücken nehmen zu müssen. Dank seines diagonal verlaufenden Schultergurts zieht man den Rucksack einfach vor den Bauch und kann durch eine seitlich angebrachte Klappe seine Kamera entnehmen und das Objektiv wechseln. Neulich bin ich auf den Slingshot 202AW gestoßen. Er ist im Vergleich zum 200AW etwas größer und hat eine integrierte „Hideaway Tripod Mount“ Stativhalterung. Klingt etwas abenteuerlich – ist es auch:

Lowepro SlingShot 202AW

Lowepro SlingShot 202AW

An der rechten Seite des Rucksacks ist neben einer verstellbaren Schlaufe im oberen Bereich eine Art „Säckchen“ im unteren Bereich angebracht. In das Säckchen stellt man einen Stativfuß und mit der Schlaufe befestigt man den oberen Teil des Stativs am Rucksack. Klingt abenteuerlich und sieht etwas „russisch“ aus – aber es funktioniert. Klar ist, dass dies nur mit Stativen funktioniert, die leicht und klein genug sind. Mit größeren Stativen würde ich das nicht probieren. Ist der Rucksack dann noch mit den anderen Utensilien (Kamera, Objektive…) gefüllt, hat er auch das nötige Gegengewicht zu dem seitlich befestigten Stativ. Im ersten Feldeinsatz konnte die Kombination halbwegs positiv überzeugen. Aufpassen muss man vor allem, dass man mit dem seitlich etwas vorstehenden Stativkopf nirgendwo anstößt. Auch das Gewicht ist schon nicht ganz ohne – bei längeren Touren wird man wohl den einen oder anderen Muskel mehr als sonst spüren. Der zur Verfügung stehende Stauraum ist für meine Anspüche auch mehr als ausreichend: Kamera (400D) mit aufgestecktem Objektiv +4 weitere Objektive +Blitz +mehrere kleine Fächer für Kleinkram.

Insgesamt bin ich aber doch zufrieden mit meiner Entscheidung. Endlich muss man meine Frau das Stativ nicht mehr in der Hand herumtragen. Auch hier noch ein kleiner Link zu einem wirklich wahnsinnig günstigen Angebot für den Rucksack bei Amazon:

Ein Kommentar bisher

Ein Kommentar zu “Manfrotto & SlingShot”

  1. Happy Birthday to Meam 06. Mrz 2011 um 19:00 Uhr

    […] Wer wissen möchte, für was genau ich mich entschieden habe, und wie ich den beschwerlichen Weg der Meinungsbildung beschritt, der lese den Artikel mit dem Titel “Manfrotto & SlingShot“. […]

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