Kamera - IXUS - Fotos - 100IS

Dez 14 2009

Canon IXUS 100IS


Abmessungen

Dass die 100IS sehr kompakt ist, habe ich ja bereits dokumentiert. Ich habe als Ergänzung zu meiner DSLR eine möglichst kompakte Digitalkamera gesucht, die in jede Jackentasche passt und obendrein noch akzeptable Fotos macht. Dass die IXUS-Serie diesen Anforderungen entsprechen könnte, habe ich bereits vor einem Jahr erfahren, als ich für meinen Vater die Canon IXUS 80IS gekauft habe. Damals war die Kompaktheit aufgrund der riesigen Hände meines Vaters eher ein Negativkriterium. Für mich war es dafür ein Argument für den Kauf. Im Vergleich zur 80IS ist die 100IS nochmal deutlich schmaler ausgefallen. Die übrigen Abmessungen sind nahzu gleich geblieben.

Display & Akku

Gern wird bei der IXUS-Serie der optische Sucher hervorgehoben, der es erlauben soll, ohne Display und damit Akku-schonend zu fotografieren. Der Sucher ist jedoch sehr winzig und meiner Meinung nach eher unbrauchbar, da man kaum Bilddetails erkennen oder Schärfen beurteilen kann. Außerdem werden im optischen Sucher selbstverständlich keinerlei Details wie ISO, Belichtungs- oder Verschlusszeit angezeigt, so dass man dann doch wieder zum Display greifen muss. Dieses ist mit 2,5-Zoll und 230.000 Bildpunkten ausreichend groß. Laut Hersteller sind mit eingeschaltetem Display 210 Aufnahmen möglich. Meine erste Akkuladung hat bei weitem nicht so lange gehalten. Das liegt aber vermutlich eher daran, dass der Akku seine volle Kapazität erst nach mehrmaligem Laden erreicht. Mit der zweiten Ladung habe ich jetzt schon an die 100 Fotos und mehrere Videos gemacht, wobei die Akkuanzeige noch immer maximalen Ladezustand anzeigt schätzt. Insgesamt liegt dies etwas unter dem, was man heutzutage von der Akkulaufzeit einer Digitalkamera erwarten kann – ist aber durchaus noch akzeptabel. Da ein Ersatzakku (NB-4L, im Original teuer aber von Fremdanbietern recht günstig) eh immer zum Equipment gehören sollte, kann ich damit leben.

Menü und Usability

Kompaktheit hat immer auch den Nachteil, dass sich mit dem geringen Platzangebot irgendwie arrangieren muss. Dies betrifft in erster Linie die Knöpfe zur Steuerung der Kamera. Bei dieser Kamera hat man schon mit kleinen Fingern Probleme, die Einstellungen zielsicher zu bedienen. Hier merkt man erst einmal, wozu ein gut ausgeprägter Fingernagel gut sein kann. Besonders der Schiebeschalter, mit dem man Kameramodus von Automatik über „P“ bis hin zur Videofunktion wechseln kann, ist doch sehr fummelig – das kann Canon besser!
Das Menü ist Canon-typisch aufgebaut und leicht verständlich. Einige Funktionen wie das schnelle Manipulieren der Belichtung (+/-), der Blitz, das Löschen von Bildern oder das Aktivieren des Makromodus sind direkt über entsprechende Tasten auswählbar und müssen nicht erst im Menü aufgerufen werden.

Anschlussmöglichkeiten

Mit USB 2.0, HDMI und A/V-Out bleiben in Hinsicht auf die Anschlussmöglichkeiten keine Wünsche offen. Der Kritikpunkt liegt jedoch an anderer Stelle. Die Anschlüsse sind hinter einer äußerst fragilen Plastikabdeckung versteckt. Ich könnte mit vorstellen, dass die ebenfalls aus Plastik bestehende Halterung irgendwann abbricht. Hier könnte man noch nachbessern und die Anschlüsse vielleicht hinter einer ähnlich stabilen Abdeckung verstecken, wie dies beim Akku und der Speicherkarte der Fall ist. Wer übrigens auf den HDMI-Anschluss scharf ist, sollte nicht zur etwas günstigeren IXUS 95IS greifen – die besitzt diesen nämlich nicht.

Video

Ein weiteres Kriterium für den Kauf dieser Kamera ist die Möglichkeit, Videos in HD-Qualität (720p) aufzunehmen. Selbstverständlich sind die Ergebnisse nicht mit dem vergleichbar, was „richtige“ HD-Kameras zu Stande bringen. Dennoch gibt es weitaus besseres Material, als bei nicht-HD-fähigen Digitalkameras. Der Ton ist zwar nur Mono und nicht besonders überzeugend, aber für eine Immer-Dabei-Knipse durchaus ausreichend.

Auf meine 16GB Speicherkarte (SDHC) passen knapp 90 Minuten Film in 720p-HD-Qualität. Obwohl mir der Verkäufer eine schnellere „Class 6“-Speicherkarte empfohlen habe, habe ich zu einer günstigeren „Class 4“ von Kingston gegriffen. Bisher hatte ich noch keine Probleme mit dieser theoretisch langsameren Speicherkarte (4MB/sec).
Durch die Kompaktheit der Kamera gibt es beim Drehen von Videos einen weiteren Nachteil: Verwacklungen sind quasi vorprogrammiert. Es braucht schon ein wenig Übung, um bei einem Schwenk nicht allzugroße Wackler zu produzieren. Außerdem ist bei Bewegtbildern generell nur der digitale Zoom nutzbar. Schaut man sich das Ergebnis an, kommt man schnell zu der Einsicht, dass man sich diesen auch hätte sparen können.

Bildqualität

Leider hat die IXUS 100IS mit 12,1 Megapixeln deutlich mehr, als das kleine Objektiv überhaupt leisten kann. Dennoch ist die Bildqualität nicht nur wegen des verbauten „DIGIC 4„-Prozessors (kommt auch in der EOS 50D zum Einsatz) „den Umständen entsprechend“ gut. Das Bildrauschen ist ab ISO200 zwar sichtbar, lässt sich aber bis ISO400 aushalten und ist verglichen mit anderen vergleichbaren Modellen durchaus akzeptabel. Insgesamt scheint (zumindest mein Modell) zur Überbelichtung zu neigen. Diesen Umstand kann man aber mit gezielter Belichtungskorrektur entgegenwirken.

Der integrierte optische Bildstabilisator (ist ja heute fast schon Standard) macht auch Aufnahmen bei wenig Licht (available Light) möglich. Verwacklungen steckt die Kamera gut weg, so dass auch Innenaufnahmen ohne Blitz möglich sind. Einzig das verstärkte Rauschen trübt die Freude über das Foto oft ein wenig. Dieses lässt sich aber teilweise durch entsprechende Nachbearbeitung softwareseitig reduzieren.


Hinweis: Der Klick auf die Bilder öffnet die Fotos in Originalgröße (rund 4MB! pro Bild)
ISO: 400
Blende: 3.2
Belichtungszeit: 1/30s
Belichtungskorrektur: 0

Brennweite

Die Brennweite ist mit 33-100mm gerade noch akzeptabel. Gerade im Weitwinkelbereich hätte man sich noch etwas mehr gewünscht. Greift man zur etwas günstigeren IXUS 95IS muss man sich mit noch weniger Weitwinkel (35mm) zufrieden geben. Ist man bereit 50 Euro mehr auszugeben, kann man zur 110IS greifen und erhält einen Brenweitenbereich von 28-112mm.


Hinweis: Der Klick auf die Bilder öffnet die Fotos in Originalgröße (rund 4MB! pro Bild)
Brennweite: 33mm
ISO: 100
Blende: 3.2
Belichtungszeit: 1/60s
Belichtungskorrekturzeit: -1/3


Hinweis: Der Klick auf die Bilder öffnet die Fotos in Originalgröße (rund 4MB! pro Bild)
Brennweite: 100mm
ISO: 400
Blende: 5.8
Belichtungszeit: 1/40s
Belichtungskorrekturzeit: -1/3

Fazit
Bildqualität hin oder her – viel wichtiger als ein rauscharmes, verwacklungsfreies Foto ist die Bildidee und genau dafür habe ich die Kamera gekauft. Oft stand ich vor einem guten Motiv, hatte eine Idee im Kopf aber einzig meine wenig brauchbare Handykamera dabei. Nie mehr ohne Kamera zur richtigen Zeit am richtigen Ort:

Kleine Wermutstropfen in Hinsicht auf Verarbeitungsqualität und Bedienung gibt es dennoch. Für den Preis von knapp 180Euro erhält man aber durchaus ein brauchbares Gerät. Ob man mit der Canon IXUS 100IS zufrieden ist, hängt selbstverständlich von den eigenen Anforderungen ab. Eine in jeden Belangen optimale Digitalkamera gibt es in diesem Bereich meiner Meinung nach momentan nicht.
Ein weiteres Pro-Canon-IXUS Argument ist die Tatsache, dass man mit Firmware-Hacks zusätzliche Funktionalitäten (z.B. RAW) freischalten kann. Die diese spezielle Firmware (CHDK) aber für jedes Modell extra entwickelt werden muss, ist die Verfügbarkeit nicht in jedem Fall gegeben. Den passenden Foren-Thread für die 100IS gibt es hier. Momentan ist eine „Pre-Alpha-Version“ verfügbar.

Amazon-Link: Canon Digital IXUS 100 IS
Modelle der IXUS-Serie im Vergleich http://de.wikipedia.org/wiki/Canon_Ixus
Produktseite bei Canon http://www.canon.de

2 Kommentare

2 Kommentare zu “Canon IXUS 100IS”

  1. Canon IXUS 100IS: Klein aber oho?am 14. Dez 2009 um 22:14 Uhr

    […] Review Canon IXUS 100IS […]

  2. […] Manmanman – was war das für ein feines Sportevent heute an der Großschanze im Alaunpark. Todesmutig stürzten sich einige Skisprung-Talente über die eigens präparierte Todesschanze. Im Minutentakt wurden waghalsige Sprünge absolviert, bei denen nicht selten ein anerkennendes Raunen durch die Zuschauermassen ging. Erstaunlich viele Sport- und Glühweinbegeisterte hatten dem angekündigten Wetterchaos getrotzt und waren in den Alaunpark gepilgert. Augrund des anhaltenden Schneetreibens habe ich dann doch darauf verzichtet, mein komplettes Kamera-Equipment mitzunehmen. Darum gibts leider nur Fotos mit der “Knipse“. […]

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