400D - Canon - Auflösung - 350D

Jan 04 2007

Canon EOS 400D

Die Haptik und das Handling

Ein oft angesprochender Kritikpunkt gegen die 400D ist der im Vergleich zu den Profimodellen kleinere Body. Ob dies tatsächlich ein ernsthafter Kritikpunkt ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass ein größerer Body eine ruhigere Kameraführung unterstützt. Entscheidend ist aber auch die Größe der Hände des Fotografen. Ich glaube, dass ich die Größe meiner Hände als durchschnittlich bezeichnen kann. Ich habe mit dem Handling des kleineren Bodys keine Probleme. Wenn ich die Kamera jedoch in die Pranken (Entschuldigung! ;)) meines Vaters gebe, wird schnell deutlich, dass die Kompaktheit unter diesen Umständen doch zum Problem werden könnte.

Abhilfe könnte in diesem Fall aber der Batteriegriff schaffen, den es für rund 100 Euro zu kaufen gibt. Er verspricht nicht nur mehr Akkuleistung und eine bessere Handhabung bei „Hochkant-Aufnahmen“, sondern durch die automatische Volumenvergrößerung des Bodys auch einen besseren Halt in großen Händen. Mehr zum optionalen Batteriegriff später.

Das Gehäuse macht insgesamt einen guten Eindruck und hat sich in Hinsicht auf die Ausmaße im Vergleich zur 350D kaum verändert. Eine zusätzliche Gummierung der Daumenablage auf der Rückseite bzw. ein leicht rundlicherer Griff lassen die Kamera etwas stabiler in der Hand liegen. Die Knöpfe sind „Canon-typisch“ verteilt, so dass Canon-Nutzer schnell mit dieser Kamera zurecht kommen können. Neulinge dürften durch die übersichtliche Anordnung keine Probleme bei der Einarbeitung in die Funktionen haben. Ein kleiner persönlicher Kritikpunkt ist die Tatsache, dass ich mit meiner Nase hin und wieder mal unabsichtlich die ISO-Taste betätige. Mittlerweile habe ich den Dreh aber raus, wie ich den Zinken zu halten habe! 😉

Das Menü

Im Grunde sind alle wichtigen Funktionen über wenige Tasten erreichbar. Somit kommt man eigentlich eher selten in dazu, sich direkt im Menü zu bewegen. Kommt man doch einmal in die Verlegenheit die eine oder andere Grundeinstellung an dieser Stelle vorzunehmen, findet man ein sehr aufgeräumtes und in fünf Kategorien unterteiltes Menü vor. Alle Funktionen sind genau da zu finden, wo man sie vermutet.

Die Fehlenden Features

Den größten Kritikpunkt, den viele professionelle Fotografen gegen die 400D oft hervorbringen, ist die Tatsache, dass die 400D über keine richtige Spotmessung verfügt. Diese ermöglicht es dem Fotografen, einen sehr begrenzten Bereich von 1-2% des Sucherfeldes für die Lichtmessung zu benutzen. Bei der mit der 400D möglichen Teilmessung wird immerhin ungefähr 10% des Bildes für die Messung genutzt. Auch bei der 400D behält Canon leider den Weg bei, diese Funktion nur in der nächsten Preisklasse zu implementieren.

Einen weiteren Minuspunkt erhält diese Kamera, weil sie sich nicht einfach über die USB Schnittstelle an einen Rechner anschließen lässt und ohne die lästige Treiberinstallation den Zugriff auf die Daten des Speichermediums ermöglicht.

Die Auflösung

Gegenüber dem Vorgängermodell 350D, hat sich die Auflösung des CCD-Sensors von 8.0 auf 10.1 Megapixel, und damit um 25%, erhöht. Viele schwören darauf, dass dies mittlerweile kein Hauptkriterium für die Entscheidung beim Kamerakauf sein sollte. Das Argument ist meist, dass die Anzahl der Megapixel lediglich bei sehr großen Ausdrucken zum Tragen kommt.

Rein rechnerisch erhält man mit dem kleineren Sensor der 350D bei einem 75x50cm Ausdruck noch eine Auflösung von 111dpi, während die 400D dies noch bei einem 90x60cm Ausdruck locker schafft. Viele Ausbelichter empfehlen für qualitätiv sehr gute Ausdrucke 300dpi. Nimmt man diesen Wert als Grundlage, kann man mit einem 10 Megapixel Sensor das Format 30x20cm locker erreichen, während ein 8 Megapixel Sensor bei diesem Format nur 276dpi schafft.

Ein weiterer Grund für mehr Megapixel ist der größere Freiraum bei der Bildbeschneidung. Bei der Nachbearbeitung von Fotos schrumpft die Auflösung oft unter den gewünschten Wert, so dass man Reserven in der Auflösung schnell schätzen lernt.

Oft geht mit der Vergrößerung der Auflösung eines Sensors auch eine Verstärkung des Rauschverhaltens einher. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass auf gleichem Raum mehr Sensoren Platz finden müssen, jedoch mit der gleichen Lichtmenge auskommen müssen. Canon hat es bei der 400D geschafft, das Rauschverhalten trotz der Vergrößerung der Auflösung auf dem hohen Niveau des Vorgängermodells zu halten, und hat damit den größten Nachteil einer höheren Auflösung auf einen Schlag entkräftet.

Der Autofokus

Die 400D hat ihr Autofokus-Modul von der 30D geerbt und besitzt somit auch mit 9 AF-Messfeldern 2 Messfelder mehr als ihre Vorgängerin. Obwohl bei der Beurteilung des Autofokus das verwendete Objektiv nicht ganz unerheblich ist, lässt sich doch erkennen, dass es in diesem Bereich eine leichte Verbesserung in Hinsicht auf Schnelligkeit und Präzision zur Vorgängerin gegeben hat. Laut www.digitalkamera.de kann man insbesondere bei der Verwendung von größeren Blenden (F2,8) mit einer bis zu dreimal höheren Fokussiergenauigkeit rechnen.

Trotz der größer gewordenen Anzahl der „zu verwaltenden Messfelder“ ist die AF-Geschwindigkeit durch die Optimierung der Algorithmen gleich geblieben.

Der Sucher

Viele 350D Besitzer hatten darauf gehofft, dass der etwas kleine und dunkle Sucher bei der 400D verbessert werden würde. Dies war leider nicht der Fall. Im direkten Vergleich mit anderen digitalen Spiegelreflexkameras ist der schlechtere Sucher der 400D leider sofort erkennbar.

Das LCD Display

Die augenscheinlichste Änderung hat Canon am Display der 350D vorgenommen. Anders als die Vorgängerin besitzt die 400D nun einen großen 2,5 Zoll Monitor, der sich durch seinen großen Blickwinkelbereich von 160 Grad auszeichnet. Außerdem wurde die Helligkeit im Vergleich zur 30D, 5D und 1D Mark II um 40% erhöht. Der Vergrößerung des Displays musste das kleine Statusdisplay oberhalb des Vorschau-Displays der 350D weichen. Auf den ersten Blick scheint dies ein Nachteil zu sein. Allerdings wurden diese Informationen um einige Kameraeinstellungen erweitert, und werden nun sehr übersichtlich auf dem großen Display mit angezeigt. Zwischen LCD und Sucher befindet sich ein Sensor, der das Display deaktiviert, sobald sich das Auge Richtung Sucher bewegt – ein sehr nützliches Feature.

Der eingebaute Blitz

Positiv an dem eingebauten Blitz ist die hohe Positionierung über der Kamera. Bei Weitwinkelaufnahmen ist somit das Objektiv nicht im Weg. Außerdem wird so der „Rote Augen Effekt“ etwas gemindert. Die Ausleuchtung lässt allerdings etwas zu wünschen übrig. Im Weitwinkelbereich ist die Lichtabnahme in den Ecken deutlich sichtbar. Der eingebaute Blitz sollte somit eher nur als Notlösung gelten. Ein externer Blitz sollte in jedem Fall bessere Ergebnisse erzielen.

Der Akku

Eigentlich spricht vieles für einen größeren Stromverbrauch der 400D im Vergleich zur 350D. Größeres Display, mehr AF-Messfelder und eine höhere Auflösung bei gleichbleibendem Akku-Typ prophezeien weniger Bilder pro Akkuladung. Erfreulicherweise hat die Akkuleistung unter den Modifikationen kaum gelitten, so dass auch mit der 400D und einer Akkuladung bis zu 400 Aufnahmen möglich sein sollten. Gut für das stetig wachsende Bildarchiv. Zu beachten ist allerdings, dass die Anzahl der möglichen Aufnahmen von verschiedenen Parametern abhängt. Verwendung des Blitzes, Speicherkarte, Objektiv, Verwendung des Monitors usw. Aus diesem Grund sollte auf jeden Fall ein Zweitakku zum Zubehör gehören.

Canon BG-E3 Batteriengriff für EOS 350D

Denkbar ist auch der Einsatz des Batteriegriffs BG-E3, den es für rund 100 Euro zu kaufen gibt. Er bietet nicht nur besseren Halt und ein angenehmeres „Hochkant-Fotografieren“, sondern auch die Möglichkeit zwei Akkus gleichzeitig zu nutzen. Außerdem passen in den Griff sechs handesübliche AA-Mignon Batterien für den Notfall.

Das Objektiv

Mindestens genauso wichtig wie die Auswahl der richtigen Kamera, ist die Auswahl der richtigen Objektive. Hat man sich einmal für die Canon 400D entschieden, steht das Abwägen der Argumente für bzw. gegen die verschiedenen Canon Kit-Objektive an. Preislich liegt das Kit Paket mit dem kleinen 17-55mm Zoom meist nur 50 Euro über dem Preis des Bodys. Allerdings wird in vielen Foren über die schlechte Qualität eben dieses Qbjektives geklagt. Auch in einigen Tests schneiden die Kit Objektive von Canon meist nur unterdurchschnittlich ab. Jedem, der vor der gleichen Entscheidung steht kann ich nur folgendes raten: Einsteiger sollten sich das Kit-Objektiv zulegen. Zum Ausprobieren und fürs erste Kennenlernen der Fotografie mit einer digitalen Spiegelreflexkamera reicht es locker. Außerdem ist der Preis so niedrig, dass es nicht sehr weh tut wenn man später doch noch feststellt, dass eine DSLR doch nicht das Richtige für einen ist. Allen anderen rate ich, sich nach einem anderen Objektiv umzuschauen und gleich nur den Body zu kaufen. Wer mit dem Gedanken des Objektiv-Wiederverkaufs bei eBay spielt, sollte sich keine allzu großen Illusionen bei dem zu erzielenden Preis machen.

Die Bildqualität

Bei der Bildqualität gibt es wirklich nicht den geringsten Anlass zur Kritik. Es gibt genügend professionelle Tests im Internet, die das belegen. Vor allem die Rauscharmut bei höheren ISO-Werten ist beeindruckend. Klar ist aber auch, dass die Qualität der Bilder in nicht unwesentlichem Maße stark von der Qualität des verwendeten Objektives abhängt. Eine alleinige Beurteilung der Kamera in dieser Hinsicht ist also immer nur die halbe Wahrheit.

Das Fazit

Kurz und knapp: Ich bin zufrieden und kann die Canon EOS 400D trotz der kleineren Kritikpunkte jedem empfehlen, der eine Digitale Spiegelreflexkamera sucht, die qualitativ überzeugt und dabei einigermaßen preiswert ist. Wer trotzdem gerne mehr Geld ausgeben möchte, dem würde ich zu einem ordentlichen Rundumschlag auf dem Zubehörmarkt raten. Bei guten Objektiven, Blitzgerät, Stativ, Filter, Speicherkarten usw. kann man noch genügend Geld vernichten. Wer sein gesamtes Budget schon für eine DSLR der Oberklasse ausgibt, wird sich schnell ärgern.

Die Linksammlung (2be continued)

Artikel auf www.digitalkamera.de (deutsch)
Noch ein Artikel auf www.digitalkamera.de (deutsch)
Review auf
www.letsgodigital.org (deutsch)
Review auf www.dpreview.com (englisch)
Review auf www.imaging-resource.com (englisch)
User Review von Steve (englisch)
Vergleich Canon EOS 400D mit 350D und 30D auf www.traumflieger.de (deutsch)

Canon EOS 400D SLR-Digitalkamera (10 Megapixel) nur Gehäuse
…die Canon EOS 400D bei Amazon

Nachtrag 05.01.2007: Einen Vergleichstest zwischen Canon EOS 350D, Canon EOS 400D, Nikon D50, Nikon D80, Olympus E-330, Olympus E-400, Olympus E-500, Pentax K100D, Samsung GX-1S und die Sony Alpha 100 findet man in der Fachzeitschrift „DigitalPhoto“ in der Ausgabe vom 05.01.2007 bzw. als kostenpflichtigen Download für 2,10 EUR.

2 Kommentare

2 Kommentare zu “Canon EOS 400D”

  1. Auf der Pirscham 12. Dez 2009 um 10:23 Uhr

    […] – ISO 1600 sieht bei der Canon 400D nicht ganz so toll aus. Und mein “Canon 55-250 4-5.6 IS” gehört weder zu den besonders […]

  2. Canon CPS-Roadshow in Dresdenam 19. Okt 2010 um 20:51 Uhr

    […] jetzt einfach mal zähle. Einzig eine Anmeldung ist von Nöten. Auch wenn ich mit meiner mittlweile recht betagten Canon DSLR vermutlich etwas schief angeschaut werde,  werde ich mal vorbeischauen und mich von neuen […]

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