Euro - Eizo - Displays - Entscheidung

Nov 13 2008

22-Zoll-TFT: HP LP2275w

Über 6 Jahre hat mir mein damals immerhin reichlich 300 Euro teurer 19-Zoll Röhrenmonitor gute Dienste geleistet. Ganze drei Umzüge hat er überstanden. Mit der Zeit ließen sich aber grundlegende Einstellungen wie Helligkeit, Kontrast oder Farbe nicht mehr zufriedenstellend kalibrieren – ein neues Anzeigegerät musste also her. Zwar behaupten böse Zungen, dass ich mir nur zum angeben einen neuen Monitor anschaffen will, da ich aufgrund einer mir angeborenen leichten Dyschromatopsie eh nicht alle Farben korrekt erkennen kann. Dem kann ich nur eines entgegnen: PFT!

Meine Anforderungen sind schnell formuliert. Als Hobby-Fotograf brauche ich eine möglichst exakte Farbwiedergabe und einen guten Kontrast. Die Schnelligkeit des Displays ist eher zweitrangig. Beim gelegentlichen Spielen bzw. Videoschauen sollten meinen trägen Augen jedoch keine offensichtlichen Schlieren auffallen. Die maximale Helligkeit ist mir eher nicht so wichtig. Ebenso das Design (lieber ein scheiße aussehendes Display mit hervorragender Qualität als andersrum!) – wenn es natürlich gute Qualität in gutem Design vereint – umso besser. Preislich sollte sich das Ganze um die 300 Euro abspielen. Etwas schwieriger wird die Entscheidung dann schon bei der Größe. Nimmt man ein sehr gutes 22“-TFT (Auflösung 1680×1050) oder gönnt man sich zwei nicht ganz so gute 19“-TFTs (Auflösung jeweils 1280×1024). Gerade in Hinsicht auf Bildbearbeitung und Videoschnitt liegen die Vorteile von zwei Bildschirmen auf der Hand. Viele Programme unterstützen dies mittlerweile sehr gut und bieten interessante Optionen für das ergonomische Arbeiten mit zwei Displays. Gerade mein geliebtes Lightroom hat mit der 2-er Version einen großen Schritt nach vorn gemacht. Dafür könnte man bei einem 22-Zoll TFT auf ein qualitativ hochwertigeres, dafür aber preisintensiveres, Panel setzen. Schwierige Entscheidung.

Bei derartigen Entscheidungsfindungen hilft es oft, das Internet zu befragen. Bei meinen umfangreichen Recherchen zum Thema bin ich auf prad.de gestoßen. Hier erfährt man im Grunde alles, was man zum Thema „Displays“ wissen muss. Neben technischen Grundlagen gibt es eine umfangreiche Produktdatenbank mit zahlreichen Tests und einem brauchbaren Monitorvergleich. Außerdem kann man sich in diversen Foren den Rat anderer Nutzer einholen. Da der richtige Monitor stark von den eigenen Ansprüchen abhängt, und es im Grunde kaum ein „All-Round-Talent“ gibt, ist vor allem die „Kaufberatung“ interessant. Hier werden für Spieler, Grafiker und für den preisbewussten Anwender passende Modelle in verschiedenen Größen präsentiert. Erfreulicherweise ist diese Seite nicht ganz so mit Werbung zugekleistert, wie man das sonst oft im Internet vorgesetzt bekommt.

Wenn man wie ich eher auf gute Bildqualität setzt, wird man irgendwann unweigerlich bei der Marke Eizo landen. Eizo ist bereits seit jeher der Garant für qualitativ hochwertige LCD-Monitore. Dementsprechend liegen auch die Preise für fast alle Modelle in einem Segment, welches für Hobby-Anwender wie mich ein deutliches Grummeln in der Magengegend erzeugt. Wem der Einsatz von 500 Euro oder mehr für einen in Hinsicht auf die Bildqualität hochwertigen Bildschirm nichts ausmacht, der macht mit Eizo nichts falsch. Alle anderen finden sicherlich nach einigem Suchen auch ein passendes Modell einer anderen Marke.

Entscheidend für die Bildqualität ist schon die eingesetzte Paneltechnologie. Im Grunde gibt es drei verschiedene Technologien:

  • TN-Panel: kostengünstig, schnelle Bildaufbauzeit, geringere Blickwinkelstabilität, schlechtere Graustufendarstellung
  • MVA- und PVA-Panel: sehr guter Blickwinkel und Kontrastwerte, langsamere Bildlaufzeiten
  • IPS-Panel: guter Blickwinkel, geringere Kontrastwerte als MVA und PVA, spieletauglich

Hat die Bildqualität oberste Priorität, sollte man sich schon für ein Display entscheiden, welches ein MVA-, PVA- oder IPS-Panel besitzt. Auch wenn die „langsameren“ Bildlaufzeiten Spieler zunächst abschrecken, sollte man sich im Zweifel selbst von der Geschwindigkeit des Panels überzeugen. Abhängig vom eigenen Empfinden ist es nicht unwahrscheinlich, dass man ein von den Zahlen her langsameres Modell nicht von einem Schnelleren unterscheiden kann.

Nach langem hin&her habe ich mich dann letztendlich für das Modell LP2275w von HP entschieden. Es besitzt ein S-PVA-Panel mit der von mir gewünschte Auflösung von 1680×1050 Pixeln bei einer Größe von 22 Zoll.

22-Zoll TFT Display

Die Entscheidung fiel also für ein 22-Zoll und gegen zwei 19-Zoll TFTs. Ausschlaggebend waren folgende Gründe:

  • ein großer Bildschirm ist einfach „beeindruckender“ 😉
  • 22-Zoll bieten Programmen wie Photoshop und Lightroom mehr Raum zur Positionierung von Werkzeugen
  • meine alte 19-Zoll Röhre kann weiterhin als Zweitmonitor dienen und somit auch den Vorteil von zwei Bildschirmen bieten

Laut prad.de ist der „HP LP2275w“ qualitativ direkt hinter dem immerhin 500 Euro teuren „Eizo S2231W“ einzuordnen. Lediglich bei den Möglichkeiten der Kalibrierung hatten die Tester etwas zu meckern. Mit momentan 350 Euro liegt er dennoch ein wenig über meinem Budget. Gut, dass der Elektronikversender meines Vertrauens auch ab und an mal ein Schnäppchen zu bieten hat, so dass ich den Guten für geplegte 50 Euro weniger einsacken konnte.

Insgesamt bin ich mit meiner Entscheidung hochzufrieden. Das Bild ist perfekt. Nur mit viel Mühe kann man leichte Abschattungen in den äußeren Ecken erkennen. Der Kontrast (1000:1) ist sehr überzeugend, das Schwarz so wie es sein soll und die Helligkeit (300 cd/m2) vollkommen ausreichend. Auch mit der Darstellung schneller Bilder bin ich sehr zufrieden. Der kurze Test mit CoD4 war mehr als überzeugend. Der Standfuß ist stabil, die Höhe mit minimalem Kraftaufwand veränderbar. Selbst das Drehen des Displays ins Hochformat und das Umschalten des Monitorbildes mittels Pivot-Funktion klappt ohne Probleme. Hey…verdammt…mir fallen gar keine negativen Punkte ein…ein seriöser Test muss doch irgendeinen Kritikpunkt aufzeigen…!? Doch – einen Kritikpunkt gibt es: Liebe TFT-Hersteller: bitte versucht doch mal diese blöden (und vor allem sinnlosen) LEDs, die anzeigen, dass der Monitor gerade an ist, etwas dunkler zu machen. Dieses helle Leuchten nervt ganz einfach.

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