Vorhaben - Zeit - Baugrube - Grundstück

Jan 12 2015

Tag #1: Der erste Spatenstich

Kategorie Bautagebuch

Es wird langsam Zeit, einen weiteren Punkt auf meiner „To-Do-Liste des Lebens“ zu streichen. Nachdem nach der Frau auch das Kind abgehakt werden konnte, soll nun der nächste Schritt zum klassischen Spießerleben folgen: Ein Häuschen muss her.

Seit mehr als einem Jahr beschäftigen wir uns schon mit diesem Thema. Fragen wie „ob überhaupt“ und „wenn ja wohin“ und „was kann/soll es denn kosten“ mussten geklärt werden. Während die Beantwortung dieser Fragen recht zügig voran ging, zog sich die eigentliche Planung dann doch etwas in die Länge. Je mehr Firmen und Institutionen beteiligt waren, desto mehr Nerven mussten dran glauben. Meine Erkenntnisse dieser Zeit: Vertraue niemandem und nimm es im Zweifel selbst in die Hand. Meine mir eigene etwas naive Art und der mir angeborene Glaube an das Gute im Menschen, wurden mir doch immer wieder zum Verhängnis. Merke: Solange Verträge nicht unterschrieben sind und/oder kein Geld geflossen ist, ist alle Welt bei solch einem Vorhaben recht freundlich zu dir. Danach ist man allzu oft nur noch der Dumme. Ich könnte da Geschichten erzählen…die würden einen ganzen Blog füllen. 😉 Den Makler hätte ich fast verklagt. Er mich ebenso. Zwischen Notar und Bank musste ich mehrfach schlichtend eingreifen, da sie sich untereinander nicht grün waren. Ein Kindergarten ist nichts dagegen. Und der Baustart, der rein formal schon im September letzten Jahres hätte stattfinden können, verzögerte sich Dank diverser Kleinigkeiten ein ums andere Mal.

Nun hatte ich (zum wiederholten Mal) die Aussage, dass es nun endlich losgehen wird. Heute früh um 8 Uhr sollte der erste Spatenstich* erfolgen, ließ mich der Bauleiter am Freitag über eine kurze Mail wissen. Gegen Mittag erhielt ich dann auch den erfreulichen Anruf, dass der zukünftigen Baugrube der erste Haufen Dreck erfolgreich entnommen wurde. Auf diese gute Nachricht folgte in nicht allzu großem Abstand eine Schlechte: Baustopp aufgrund von in die Baugrube einsickerndem Schichtenwasser. „Nachtigall, ick hör dir trapsen“, dachte ich bei mir. Hatte ich den brandenburgischen Baumenschen nicht vor dem ganzen Vorhaben zu einem Vor-Ort-Termin gebeten, um zu der von den Nachbarn bereits angesprochenen Wasserproblematik Stellung zu beziehen? Und hatte er damals nicht auch mit stoischer Gelassenheit gemeint „dit is allet keen Problem, dit krin wa hin!“. Dass es die letzten Tage auch etwas geregnet hat, konnte natürlich auch keiner ahnen. Nun heißt es wieder – warten – das kann ich – da bin ich erprobt. 😉

Ein bisschen wehmütig bin ich bei diesem Vorhaben allerdings schon. Heißt es doch, dass wir unser mittlerweile lieb gewonnenes „Hecht“ verlassen müssen. Der neue Lebensmittelpunkt wird in einem der Speckgürtel von Dresden liegen. Irgendetwas zwischen „dörflicher Idylle“ und „provinzieller Kleinstadt“. Also im Grunde vergleichbar mit Dresden. 😉 Das Grundstück liegt am Rande einer Neubausiedlung und ist mit knapp 1300qm etwas größer als diese überteuerten Parzellen, auf denen man gerade so ein Handtuch ausbreiten kann.

Die Wehmut wird dicht gefolgt von dem Gefühl der Angst. Angst, dass die Entscheidung doch nicht die richtige war. Dass man sich in der neuen Umgebung nicht wohlfühlt oder man finanziell doch zu hoch gepokert hat. Alles in allem bin ich aber frohen Mutes. Die nächsten Wochen und Monate werden spannend.

*Streng genommen ist es gar nicht der erste Spatenstich. Dieser erfolgte nämlich, als ich mit meinem Vater auf der Suche nach dem Wasseranschluss das halbe Grundstück umgegraben habe. Fündig wurden wir nach zwei Tagen und kurz vor der Aufgabe in 1,80 Tiefe. Hätte nie gedacht, dass ich mich über derartige Erfolge so dermaßen freuen könnte.

8 Kommentare

8 Kommentare zu “Tag #1: Der erste Spatenstich”

  1. Jensam 12. Jan 2015 um 22:09 Uhr

    Viel Erfolg beim Bau … Das ganze ist in der Tat die letzte große Heldentat 🙂 Graue Haare, welche die Kinder nicht geschafft haben, bekommen Bauleiter und Handwerker locker hin. Kannst ja mal bei uns reinlesen. Wir sind glücklicherweise schon (nahezu) fertig. Vielleicht hilfts ja.

    Grüße
    Jens

  2. Stephanam 13. Jan 2015 um 09:11 Uhr

    Glückwunsch!
    Hoffentlich wächst euch die Mobilität nicht über den Kopf!

  3. blechkoppam 13. Jan 2015 um 21:05 Uhr

    @Jens: Danke für den Link. Habe mir mal erlaubt ihn zu korrigieren, da er ins Nirvana führte. Ich hoffen nicht, dass das meine „letzte große Heldentat“ sein wird. 😉
    @Stephan: Alles gut geplant und reiflich überlegt…

  4. MMindam 19. Jan 2015 um 23:26 Uhr

    Und wo bleiben jetzt eigentlich die Tage #2-7 😉

  5. blechkoppam 20. Jan 2015 um 21:20 Uhr

    @MMind: Baustopp = es passiert rein gar nichts. Nothing. Nada. Ingenting.

  6. Tag #16: Baustoppam 27. Jan 2015 um 21:09 Uhr

    […] Seit dem Baustart sind schon wieder zwei Wochen vergangen. In dieser Zeit hat die Baufirma versucht, dem Wasser Paroli zu bieten. Mit einem Graben entlang der Baugrube sollte das Wasser abgeleitet werden. Das klappte leider nur oberflächlich – im wahrsten Sinne des Wortes. Nur eine Baggerschaufel tiefer drückte das Wasser erneut durch den Boden. Nicht etwa das von vielen Bauleuten gefürchtete Grundwasser ist bei uns das Problem, sondern sogenanntes Schichtenwasser. Laut Baugrundgutachten gibt es bei uns ab einer bestimmten Tiefe wasserundurchlässige Gesteinsschichten. Fällt Regen, versickert dieser zunächst im Boden und fließt dann quasi unterirdisch auf dem Felsgestein entlang. Laut Baufirma war der Boden zum Zeitpunkt der Probebohrungen für das Baugrundgutachten im letzten Jahr “furztrocken” – weswegen man auch überhaupt gar nicht mit der jetzigen Situation hat rechnen können. Ich bin da anderer Meinung. Mehrfach hatte ich auf mögliche Probleme mit dem Wasser hingewiesen. Die Nachbarn waren da recht gut unterrichtet. Ich war sogar vor dem Kauf des Grundstücks mit der Baufirma vor Ort. Allerdings: solange man keinen Bauvertrag unterschrieben hat, ist das alles überhaupt gar kein Problem. Mit den Dank solcher Nebensächlichkeiten steigenden Kosten darf man sich dann selbst rumärgern. Nun haben wir den Salat und sitzen quasi in der Patsche. Besonders verärgert bin ich, weil Ende letzten Jahres genügend Zeit gewesen wäre, die für dieses Grundstück kritische Phase der Bodenplatte noch in einer Trockenperiode durchzudrücken. Nun schüttelt alle Welt (zu Recht) mit dem Kopf und weist darauf hin, dass man unter solchen Umständen niemalsnicht zur jetzigen Jahreszeit mit dem Bau beginnen sollte. […]

  7. Tag #50: Der zweite Spatensticham 02. Mrz 2015 um 21:39 Uhr

    […] immer wieder Anfragen erreichen, was denn nun aus unserem Großprojekt wird, hier nun eine brandaktuelle “Wasserstandsmeldung”: Nachdem es leider erstmal […]

  8. Tag #103: Das Dacham 24. Apr 2015 um 21:39 Uhr

    […] Die nächsten Schritte sind Fenster & Türen, die Rohinstallation des Elektrikers, der Trockenbau und der Innenputz. Im Idealfall in genau dieser Reihenfolge. 😉 Je nachdem, wie schnell der Gasversorger mit meinem Antrag für den Gasanschluss vorankommt wird in einem Monat auch endlich mal wieder geschachtet. Genügend Erfahrung habe ich ja jetzt. […]

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