Archiv für die Kategorie: “Video Disk Recorder VDR”



Zu Beginn des VDR war dessen großer Vorteil gegenüber anderen Systemen wie dem Windows Media-Center, dass Full-Featured DVB-Karten direkt nutzbar waren. Diese besitzen einen hochintegrierten MPEG-Hardware-Decoder, der sich nur um die Decodierung des Video-Datenstromes kümmert und dem Prozessor damit den hauptsächlichen Anteil der Systemlast abnimmt. Damit sind Digitale Videorekorder bereits mit sehr schwachen Standard-Computersystemen (>200MHz Pentium, 128MB RAM) möglich. Besonders die Vorteile in Hinsicht auf Bildqualität, Wärmeentwicklung, Lautstärke und Stromverbrauch sind oft Argumente, um zu einer sehr viel teureren Full-Featured TV-Karte zu greifen. Diese werden aber momentan leider nur noch von wenigen Herstellern und Händlern angeboten. Hinzu kommt, dass mit der Zeit immer mehr Vorteile dieser Karten schwinden. Vor allem immer effizienter arbeitende Prozessoren werden die Full-Featured-Karten mit der Zeit aussterben lassen. Erschwerend kommt hinzu, dass eine solche TV-Karte natürlich nur den MPEG2-Datenstrom verarbeiten kann. Bei anderweitig komprimierten Daten muss sich dann doch ein etwas potenterer Prozessor (DivX >800MHz) darum kümmern.

Während sich ein VDR mit einer Full-Featured DVB-Karte schon früh sehr einfach installieren ließ, war dies mit den sogenannten Budget-Karten oft nur mit etwas mehr Fachwissen möglich. Budget-Karten besitzen keinen MPEG-Hardware-Decoder. Somit muss sich der Prozessor um die Dekodierung des Videostreams kümmern und ein zusätzliches Plugin wie softdevice oder xine die Ausgabe übernehmen. Diese geschieht mittlerweile wahlweise über VGA/DVI oder HDMI. Gerade in Zeiten immer größer werdender Verbreitung von LCD-/ oder Plasma-Displays ist diese Form der Ausgabe natürlich hochinteressant. Weitere Anwendungen wie das Surfen vom Sofa aus vor einem passablem Display wären durchaus machbar. Wo bisher das Einrichten eines solchen Systems lediglich Bastlern vorenthalten war, gibt es jetzt eine “all-inclusive-Lösung” der VDR-Distribution easyVDR.

Mit der Version 0.5RC2 bietet easyVDR jetzt die Möglichkeit, ein Budgetsystem mit Videoausgabe über nahezu alle Nvidia Grafikkarten automatisch einrichten zu lassen. Die Videoausgabe kann dabei neben TVout auch über VGA, DVI und HDMI erfolgen. Obwohl auch andere Mainboards mit integrierter Nvidia-Grafikkarte möglich sein sollen, werden vor allem das Asus M2NPV-VM und das Asus M2N-VM HDMI empfohlen. Ersteres ist leider nur noch gebraucht zu bekommen, letzters für knapp 60 Euro bei Amazon.

Nähere Informationen unter www.easy-vdr.de.

Comments Keine Kommentare »


Bei MythTV handelt es sich um ein freies Mediacenter auf Linux-Basis. Die Änderungen gegenüber der Vorgängerversion sind sehr umfangreich. Ich selbst habe MythTV vor einiger Zeit mal kurz ausprobiert und bin dann aber doch beim VDR gelandet.

Während der VDR eher als digitales TV Aufnahmegerät konzipiert ist und auf diesem Feld seine Stärken hat, ging die Entwicklung von MythTV von Anfang an eher in Richtung Mediacenter. Der VDR kann jedoch mit diversen Plugins um zahlreiche Funktionalitäten eines Mediacenters erweitert werden. Interessenten sollten sich auf alle Fälle die Zeit nehmen, beide Systeme auszuprobieren. Die Installation ist - je nach verwendeten Hardwarekomponenten - mittlerweile auch für Nicht-Linux-Experten machbar. Sollten dennoch an der einen oder anderen Stelle Fragen auftauchen, gibt es bei beiden Systemen gut besuchte Foren und aktuelle Wikis:

MythTV-Forum
MythTV-Wiki

VDR-Forum
VDR-Wiki

Comments Keine Kommentare »

Kurz vor Weihnachten hatte ich den Auftrag bekommen, für meine Eltern ein neues TV-Gerät zu besorgen. Gleich nachdem der schicke LCD-TV aufgestellt war, “durften” die Familienmitglieder die Bildqualität des Displays beurteilen. Die von mir erwartete einstimmig-positive Meinung wurde durch ein kritisches “…also die Farben, die sind mir zu grell…” meiner Mama nicht bestätigt. Obwohl mein subjektiver Eindruck ein ähnlicher war, vermutete ich, dass dieser eher durch den im direkten Vergleich qualitativ sehr viel schlechteren alten Röhren TV getrübt sein könnte. Trotzdem habe ich gleich im ersten Schritt die Farbsättigung und den Kontrast etwas nach unten korrigiert. Leider ist die Kalibrierung der Grundeinstellungen bei einem Fernsehgerät kein leichtes Unterfangen, denn typischerweise ändert sich das angezeigt Bild - je nach Sendung - recht oft. Eine spezielle serienmäßig vorhandene Reihe von Testbildern wäre da sehr hilfreich - gibts aber nicht!

Heute bin ich dann auf eine kostenlose Test-DVD für das Einstellen von LCD und Plasma Bildschirmen gestoßen. Sowohl für Standard-PAL (16:9 SD), als auch Full-HD (1920 x 1080 px), gibt es jede Menge Testbilder. Angeboten wird das ganze von BUROSCH Audio-Video-Technik. Leider konnte ich die DVD bisher noch nicht ausprobieren.

Download der Test-DVD “Display Reference Test Suite” als Nero-Image.
Testbilder speziell für Full-HD.

PS: Ein genauer Bericht über das Ergebnis meiner Suche nach einem neuen TV-System gibt es demnächst.

Comments Keine Kommentare »

Wer wie ich Nutzer einer analogen TV-Karte ist, ist auf externe Anbieter für EPG-Daten angewiesen. Ein Addon-Script für den VDR, welches den Zugriff auf derartige Daten erlaubt, ist Tvmovie2vdr. Nicht-VDR-Nutzer werden vielleicht das kostenlose Programm TV-Browser schätzen. Es ermöglicht das bequeme Herunterladen des TV-Programms verschiedener Sender.

Was für die einen eine optimale Möglichkeit darstellt, das TV-Programm unter die Leute zu bringen, ist für die anderen ein momentan nicht-gewinnbringender Service, welcher in Zukunft zusätzlich vermarktet werden könnte. Wieder einmal ein beschämendes Beispiel dafür, dass sich eine Community den Allerwertesten für ein Projekt aufreißt, welches sobald es anfängt nach Geld zu riechen, kaputt gemacht wird.

Mehr dazu auf www.fixmbr.de.

Comments Keine Kommentare »

Weihnachtszeit - Zeit der Anschaffungen….vor allem der Großen! In diesem Jahr hatte sich mein Herr Papa in den Kopf gesetzt, sich von dem betagten Röhren-TV zu trennen. Damit er von den vielen Neppern und Schleppern im Bereich des Elektronik-Großhandels nicht übern Tisch gezogen werden kann, wurde der Sohnemann (also ich) mit der Planung beauftragt. Nachfolgend möchte ich von der Lösung dieser Aufgabe berichten:

  1. Vorraussetzungen
  2. Anforderungen
  3. Alternativen
  4. Ergebnis

1. Vorraussetzungen:

Als Signale stehen DVB-S und seit neuestem auch DVB-T zur Verfügung. Die Empfangsqualität von DVB-T (der Standort liegt etwas im Randbereich) konnte ich leider noch nicht im Vorfeld testen. Allerdings ist eine gut dimensionierte Hausantenne vorhanden. DVB-S ist sicherlich in Hinsicht von Qualität, Stabilität und Programmvielfalt das Beste was einem passieren kann. Dennoch möchte ich DVB-T nutzen. Wäre ein DVB-T Tuner bereits im TV-Gerät integriert, könnte man auf das lästige Zuschalten des Receivers (zumindest bei einigen Programmen) verzichten. Und da meine Eltern eher die über DVB-T verfügbaren Programme schauen, wäre das ein sehr großer Vorteil.

Weiterhin wäre für das neue TV-Gerät genügend Platz vorhanden. Vorhanden sind neben dem DVB-S Receiver auch ein VHS-Videorekorder, ein DVD-Recorder (ohne Festplatte) sowie eine etwas betagte HiFi-Anlage.

2. Anforderungen:

An erster Stelle steht hier die Bedienbarkeit des Ganzen. Momentan existiert besonders beim Aufzeichnen von Programmen eine große Fehlerquelle, die ab und an den einen oder anderen Nerv kostet. Der DVB-S Receiver muss auf dem richtigen Programm stehen, der DVD-Recorder muss sich im Stand-By befinden und der Timer muss (ohne ShowView oder EPG) korrekt eingestellt sein. Es wird oft Fernsehen geschaut, eher selten DVD. Hochauflösendes Fernsehen bzw. HD-DVD-Material ist überhaupt kein Thema. Premiere oder sonstiges verschlüsseltes TV gibt es auch (noch) nicht. Ab und zu sollen jedoch Fotos auf dem TV angeschaut werden. Alte VHS-Bänder soll man immernoch abspielen können. Außerdem soll das Archivieren des DV-Materials auch weiterhin funktionieren. Momentan gibt es eine recht einfache DV-Schnittstelle beim DVD-Recorder. Außerdem soll das Ganze (vor allem im Stand-By) so wenig wie möglich Strom vergeuden verbrauchen. Letztendlich ist natürlich auch der Preis entscheidend. Das Ganze soll unter 1000 Euro bleiben.

3. Alternativen:

An erster Stelle steht die Frage: Röhre oder LCD oder gar Plasma?!
Wie…?…werden sich jetzt einige fragen…wie kann man heute ernsthaft darüber nachdenken, noch eine Röhre zu kaufen? Nunja…gerade im Bereich von Fernsehbildern ist die Röhre qualtitativ ein ernstzunehmender Konkurrent zu LCD und Plasma. Man schaue sich nur mal die Flachbildschirme >32 Zoll mit einem analogen TV-Bild an. Mancheiner wird dann seine alte Röhre zu schätzen lernen. Dazu kommt das mittlerweile unschlagbare Preis-Leistungsverhältnis. Hat man zudem noch genügend Platz für eine Röhre - warum nicht? Ich habe mich aus folgenden Gründen letztendlich doch für ein LCD entschieden:

  • “…der Kollege hat auch so’nen Flachen und außerdem der Schwager…”! ;-)
  • Bessere Qualität bei der Anzeige von Fotos
  • Es gibt einige LCDs mit integriertem DVB-T, eher wenige preiswerte Röhren mit diesem Feature
  • Nach langer Suche habe ich einen gefunden, der ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis hat

Entschieden habe ich mich letztendlich für den “Toshiba 32 C 3530 DG 32 Zoll“. Der hat die richtige Größe, kann von Haus aus DVB-T und ist mit rund 650 Euro auch noch bezahlbar. Außerdem kam er bei diversen Experten-Tests recht gut weg.

Nun geht es um die Frage, in welcher Form das Signal in das TV-Gerät kommt bzw. wie man sich um die Aufzeichnung kümmert. Von vornherein war klar, dass es sich um ein Gerät handeln sollte, welches mindestens einen DVB-S-Tuner integriert hat, damit dieses lästige zusätzliche Einstellen des Receivers wegfallen kann. Ein Festplatten-Rekorder mit DVB-S Tuner und DVD-Brenner war meine erste Wahl…denkste! So etwas gibt es nicht! Entweder Festplatte, oder DVD-Brenner. Gute Geräte (leider ohne DVD-Brenner) findet man zum Beispiel bei Topfield. Hier hatte ich mir schnell den Topfield TF 4000 als brauchbare Alternative ausgeguckt. Der hat eine 160GB Festplatte, einen DVB-S Tuner und schneidet bei diversen Tests recht gut ab. Mit 300 Euro ist er zudem auch vergleichsweise günstig.

An dieser Stelle dachte ich mir jedoch “MOMENT…dreihundert Mäuse und trotzdem fehlt noch was…?”…da kann man doch’nen VDR für viel weniger zusammenschrauben und bekommt einen gut bedienbaren digitalen Videorecorder mit DVD-Brenner und allem Pi-Pa-Po! Aber ist es das Richtige für die Generation 55+? In Hinsicht auf Bedienkomfort ist der VDR meiner Meinung nach das Beste, was man jemandem antun kann. Einziger Wermutstropfen wäre die Zuverlässigkeit. Wenn irgendein Bauteil mal nicht so funktioniert, wie es soll…wäre das Geschrei groß…und schnell würde mit allen verfügbaren Fingern auf den Schuldigen gezeigt. Aber die Herausforderung für so ein Projekt wäre schon interessant…ach was solls:

4. Ergebnis: 

Ich baue euch’nen VDR!

  • Fujitsu Siemens - SAT DVB-S TV-Karte Rev 1.6 für 115 EUR
  • Fujitsu Siemens Celsius Intel Pentium III 750MHz für 40 EUR
  • IR-Einschalter Rev.4 für 20 EUR
  • 384 MB Arbeitsspeicher…aus meiner Computer-Bauteile-Box für 0 EUR
  • 80 GB Festplatte…hab ich auch noch da…für 0 EUR
  • DVD-Brenner…hab ich auch noch einen über…also ebenfalls 0 EUR
  • Fernbedienung…wird die vom LCD-TV genommen, die kann man auf “VCR” umschalten
  • Distribution: EasyVDR0.5RC1

…für nichtmal 200 Euro erhält man ein Gerät, für den “Digitaler Videorekorder” eigentlich eine maßlose Untertreibung und genaugenommen schon eine Beleidigung ist. Sollte das Projekt widererwarten nicht funktionieren, kann man die Komponenten immernoch verscherbeln und ein “Fertiggerät” besorgen.

Wird mein Vorhaben erfolgreich durchzuführen sein?
Werden meine Eltern die neuen Geräte akzeptieren?
Bald an dieser Stelle mehr dazu…ich muss erstmal weiter basteln!

Nachtrag: Momentan läuft der Rechner bereits. Er ist erfreulich leise, bootet in weniger als 30 Sekunden und verbraucht laut meinem Schätzeisen sehr wenig Strom. EasyVDR habe ich auch schon installiert. Leider stellte sich dabei heraus, dass die Festplatte nicht mehr ganz fehlerfrei ist…aber für den Anfang muss das reichen. Das OSD ist auf dem TV bereits sichtbar. Da ich hier leider nicht über DVB-S verfüge, wird der zweite Teil der Bastellei erst am Wochenende weitergehen können.

Comments 2 Kommentare »

kostenloser Counter
work in progress: Linux-Befehle