Wieder - Blick - Meter - Kopf

Feb 03 2011

Na toll…

Kategorie Dies & Das


…da macht man sich einmal aufgrund eines Termines auf den beschwerlichen Weg auf die andere Elbseite und dann das. Hätte ich mal, wie anfangs auch geplant, die Straßenbahn genommen. Da es früh um halb acht jedoch trocken und mit Temperaturen um den Gefrierpunkt auch vergleichsweise mild war, entschied ich mich dann doch für das Fahrrad. Außerdem meldete der Wetterbericht meines sonst so zuverlässigen Androiden 0% Regenwahrscheinlichkeit – da konnte doch nichts schiefgehen.

Als ich dann nach meinem Termin auf die Straße trat, traute ich meinen Augen kaum. Zwischenzeitlich hatte es zu Regnen angefangen und winzige Eiszapfen machten es sich an meinem Drahtesel bequem. Innerhalb weniger Minuten waren Straßen und Gehwege mit einer eisigen Rutschbahn überzogen und ich stand etwas hilflos und kilometerweit von meinem nächsten Ziel neben meinem Rad. Den Gedanken, den gesamten Weg zu Fuß zurückzulegen verbannte ich schnell aus meinem Kopf. Wäre doch gelacht, wenn ich nicht dank meiner langjährigen Radfahrer-Erfahrungen über diese unbedeutende Wetterkapriole triumphieren könnte. Blitzeis – Pah – da muss schon mehr passieren, um mich zu beeindrucken.

Bereits wenige Meter später wurde ich eines Besseren belehrt. Ein etwas zu hastiger Tritt in die linke Pedale und schon rutschte das Hinterrad langsam aber unaufhaltsam in die entgegengesetzte Richtung. Während sich mein Hinterteil mit dem Asphalt bekannt machte, bemerkte ich, wie ein Polizeiauto langsam an mir vorbeifuhr. Der vorwurfsvolle Blick der beiden Insassen sprach eine deutliche Sprache: „Wie kann der nur bei dem Wetter mit dem Rad unterwegs sein…?!“ Ich versuchte mit meinem Blick etwas in er Art „…dies ist kein vorsätzliches Verhalten meinerseits – vor einer Stunde waren die Straßenverhältnisse noch in Ordnung…“ zu antworten, glaube aber nicht, dass selbiger auch so verstanden wurde. Ich beschloss, heute tatsächlich nicht mehr aufs Rad zu steigen und den restlichen Weg schiebenderweise zurückzulegen.

Einige Meter weiter hatte ich diesen guten Vorsatz bereits über Bord geworfen und fand mich augenblicklich sitzenderweise auf meinem StahlAluross wieder. Offensichtlich war der Lernprozess noch nicht komplett abgeschlossen- ich bin halt manchmal schon ein wenig hartnäckig. Ein paar Pedalumdrehungen weiter war mein Widerstand dann doch komplett gebrochen. Wieder schien sich die Erdanziehungskraft mit der Glätte gegen mich zu verbünden. Wieder hatte ich keine Chance und wieder wurde mein unbeholfenes Treiben beobachtet. Ein Rentner schüttelte mahnend den Kopf und bemerkte, dass heute gar kein guter Tag zum Radfahren wäre. Seine kurzbeinige Fußhupe stimmte ihm mit wildem Gekläffe unaufgefordert zu. Ich war jetzt schon ein wenig gereizt und wollte ihm etwas richtig gemeines antworten. Wie in solchen Situationen üblich, fiel mir jedoch nichts passendes ein und so beließ ich es bei einem gequälten Lächeln. Dieses behielt ich dann auch die gesamte restliche Wegstrecke im Gesicht – nur für den Fall, dass mir noch jemand einen gut gemeinten Ratschlag unaufgefordert vorgetragen hätte.

Ein Kommentar

Ein Kommentar zu “Na toll…”

  1. Daniel Weigeltam 03. Feb 2011 um 21:31 Uhr

    „kurzbeinige Fußhupe“ *looool*

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